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"Strafe von Allah"

Malaysischer Oppositionsführer: Homosexuelle sind schuld am Erdbeben

Mehr als 2.000 Menschen starben beim Erdbeben in Indonesien. Ein prominenter Politiker aus dem Nachbarland behauptet nun, die Naturkatastrophe sei eine "Strafe von Allah" für Homosexualität.


Ahmad Zahid Hamidi glaubt offenbar, dass Gott sauer auf Schwule und Lesben war und sich mit einem Erdbeben gerächt hat (Bild: Facebook / Ahmad Zahid Hamidi)

Der malaysische Oppositionsführer Ahmad Zahid Hamidi hat am Dienstag im Parlament in der Hauptstadt Kuala Lumpur Schwule und Lesben für das Erdbeben im benachbarten Indonesien verantwortlich gemacht. Dem Erdbeben der Stärke 7,5 auf der Richterskala fielen Ende September mindestens 2.200 Menschen zum Opfer, mehr als 10.000 Menschen wurden verletzt.

Der frühere Vize-Premierminister Ahmad Zahid ist Chef der nationalkonservativen UNMO-Partei, die Malaysia bis zur Parlamentswahl im Frühjahr diesen Jahres über 60 Jahre lang regiert hatte. In seiner Rede warnte der 65-Jährige vor dem angeblich wachsenden Einfluss der LGBTI-Community in Malaysia und verwies darauf, dass in der Region des Erdbebens angeblich über 1.000 Homosexuelle in "Aktivitäten" involviert gewesen seien. "Das Ergebnis war, dass die ganze Region zerstört wurde", so Ahmad Zahid.

In Malaysia gibt es zwar eine offene LGBTI-Szene in der relativ liberalen Hauptstadt, trotzdem kann Homosexualität offiziell mit dem gleichen Strafmaß bestraft werden wie Vergewaltigung – 20 Jahre Haft. Das Gesetz geht auf die britischen Kolonialherren zurück, die das Land bis 1957 regiert hatten. Bürgerrechtler warnten zuletzt davor, dass die Regierung die Daumenschrauben gegen sexuelle Minderheiten anziehen würde. Erst vor wenigen Wochen sorgte die öffentliche Züchtigung einer Frau mit Stockschlägen für internationale Empörung – ihr waren einvernehmliche lesbische Aktivitäten vorgeworfen worden (queer.de berichtete).

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Ablenkung von Korruptionsvorwürfen?

Die Äußerungen des Oppositionsführers wurde von Regierungspolitikern und Bürgerrechtlern scharf kritisiert. Sie verwiesen darauf, dass Ahmad Zahid in einen Korruptionsskandal verwickelt ist und mit Homo-Hass offenbar von seinen Verfehlungen ablenken wolle. Die Äußerungen seien ein "Beweis dafür, dass Politiker, die in Schwierigkeiten sind, immer mit den Finger auf LGBT zeigen", erklärte LGBTI-Aktivist Pang Khee Teik gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Die Bürgerrechtlerin und Anwältin Siti Kasim sagte, der Angriff auf LGBTI zeige "wie dumm und hasserfüllt Ahmad Zahid ist". Vize-Frauenministerin Hannah Yeoh stellte klar, Korruption sei das "größte gesellschaftliche Übel" und nicht sexuelle und geschlechtliche Minderheiten. Ahmad Zahid wird vorgeworfen, umgerechnet mehr als 20 Millionen Euro gewaschen zu haben.

Immer wieder machen religiös motivierte Aktivisten oder Politiker Homosexuelle für Naturkatastrophen verantwortlich. 2016 hatte etwa der italienischer Priester Giovanni Cavalcoli für Empörung gesorgt, als er ein Erdbeben in seinem Heimatland als "Strafe Gottes" für "Vergehen gegen die Würde der Familie, die Würde der Ehe" bezeichnete (queer.de berichtete). (dk)



#1 DieterBremenProfil
  • 24.10.2018, 12:42hBremen
  • Das kann man auch umgekehrt sehen, wenn man denn diesen religiösen Unsinn ernst nehmen möchte:
    Gottes Vergeltung für die Verfolgung und Demütigung von Homosexuellen durch verblendete Menschen kommt een gern mit Erdbeben und anderem Ungemach daher. So wird für mich ein Schuh daraus!!!
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#2 JadugharProfil
  • 24.10.2018, 13:20hHamburg
  • Antwort auf #1 von DieterBremen
  • Beim näheren Hinschauen ist die Interpretation von Ereignissen, welche angeblich vom bösen Tun der Menschen als Strafe Gottes folgt, hinfällig, da es beliebige Menschen trifft, die mit den bösen Tun nichts zu tun haben und stets immer viele Unschuldige Opfer gibt bei einen katastrophalen Naturereignis. Nur Dumme glauben diese bösen Aussagen! Manche dieser bösen Geschichten halten sich sehr lange und hartnäckig, wie beispielsweise die halb wahre Geschichte von Sodom und Gomorrha! Auch da wurde eine Minderheit zum Sündenbock gemacht, was bis heute in der Gesetzgebung mancher Länder bezüglich dieser Minderheit schädlich auswirkt!
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#3 EkelAnonym
  • 24.10.2018, 13:22h
  • Antwort auf #1 von DieterBremen
  • Stimmt, sonst müsste nach deren Logik ja bei uns von morgens bis abends die Erde beben.
    Was für ein primitiver Schwachsinn, die ganze Idee, da irgend einen Zusammenhang zu konstruieren.
    Die gehören sofort eingewiesen in die nächstbeste Drehscheibe.
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#4 Simon HAnonym
  • 24.10.2018, 13:41h
  • Was hat die Liebe von Menschen mit der Verschiebung von Kontinentalplatten zu tun?

    Aber mit Logik kann man bei solchen Leuten nicht kommen...
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#5 Simon HAnonym
  • 24.10.2018, 13:44h
  • Antwort auf #1 von DieterBremen
  • Ja, es ist schon auffällig, dass die Staaten, wo LGBTI am meisten gleichgestellt sind und am freisten leben können, am wenigsten von Erdbeben, Tsunamis, Dürren, Vulkanausbrüchen, etc. heimgesucht werden, während die Staaten, wo LGBTI nicht gleichgestellt sind, verfolgt werden, nicht frei leben können, etc. die meisten und schlimmsten Naturkatastrophen haben.

    Was will das Schicksal diesen Staaten wohl signalisieren?!

    Das sollte denen mal zu denken geben...
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#6 PastafarianAnonym
  • 24.10.2018, 14:05h
  • Nein, Hamidi irrt. Das Erdbeben war eine Strafe des Fliegenden Spaghettimonsters, weil in Indonesien Homosexuelle diskriminiert und gefoltert werden!
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#7 qwertzuiopüAnonym
  • 24.10.2018, 15:16h
  • Die 1000 Homos haben einfach so hart gebangt, dass die Erde gebebt hat. Wenn das mal nich Werbung für guten Sex unter Männern ist. :D
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#8 stephan
  • 24.10.2018, 15:37h
  • "Der malaysische Oppositionsführer Ahmad Zahid Hamidi hat am Dienstag im Parlament in der Hauptstadt Kuala Lumpur Schwule und Lesben für das Erdbeben im benachbarten Indonesien verantwortlich gemacht. "

    So ein Quatsch, das Erdbeben wurde von dem niedrigen Bildungsstand der dortigen Politikerkaste verursacht. Gott selber wollte die Region für die Dummheit bestrafen ... und das nächste Erdbeben wird kommen, weil diese widerlichen, dummen Personen noch immer nicht in der geschlossenen Psychiatrie behandelt werden!
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#9 jochenProfil
  • 24.10.2018, 15:48hmünchen
  • Von diesem Irrglauben hat sich grosse Teile der Welt, Aufklärung sei Dank, weitestgehend befreit.

    Der Irrglaube, dass ca. 5 % Homosexulelle, wenn man sie nicht bekämpft oder klein hält, einen Bevölkerungsschwund bis hin zum Aussterben eines Volkes, zur Folge hat. Dieser Irrglaube lebt aber leider weiter , auch in der aufgeklärten Welt.

    Dabei zeigt die Geschichte und die Evolutionsbiologie, dass so etwas bei Mensch und Tier noch nie vorkam, und die Natur immer für genügend Heterosexuelle sorgte. Ähnlich wie die Natur immer für ein konstantes Gleichgewicht von etwa 50 : 50 bei Männern und Frauen sorgt.
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#10 PierreAnonym
  • 24.10.2018, 16:21h
  • Da machen immer noch viele Urlaub.

    Denen muss klar sein, dass sie sich nicht nur selbst in Gefahr bringen, sondern dass sie dieses Regime und diese Ideologie damit direkt fördern.

    Würde da kein Tourist mehr hinfahren, würden die sich sehr schnell ändern, denn Geld ist die einzige Sprache, die die alle verstehen.
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