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"Es sollte nicht verkauft werden"

Transphobie-Vorwurf: Aktivisten kritisieren Caitlyn-Jenner-Kostüm für Halloween

Ein in mehreren Online-Märkten angebotenes Kostüm zu Reality-Star Caitlyn Jenner, die vor ihrer Geschlechtsanpassung olympisches Gold holte, geht vielen in der LGBTI-Community zu weit.


Das Kostüm wird auf großen Plattformen wie Amazon angeboten, auch in Deutschland (Bild: Screenshot amazon.com)

  • 24. Oktober 2018, 14:27h, noch kein Kommentar

Ein Bruce-Jenner-Kostüm für Halloween sorgt in den USA und Großbritannien für Aufregung. Das Kostüm wird auf mehreren Verkaufsplattformen wie Amazon oder E-Bay angeboten – in den USA für rund 45 Dollar (39 Euro), in Deutschland für knapp 45 Euro. Zu dem Kit gehören ein Trikot, eine kurze Sporthose, eine Goldmedaille aus Plastik und eine Frauenperücke. In sozialen Netzwerken wird den Produzenten Transphobie vorgeworfen.

Das Kit basiert auf einem historischen Outfit der heute 68-jährigen Transfrau Caitlyn Jenner; die Kleidung geht auf das Jahr 1976 zurück, als Jenner – damals noch unter dem Namen Bruce – bei den Olympischen Spielen in Montréal Gold im Zehnkampf der Herren gewann. Auf dem verkauften Trikot ist auch die Nummer 935 abgebildet, die Jenner bei der Olympiade trug.


Nicht alle finden das vierteilige Faschingskonstüm lustig

Nach ihrer sportlichen Karriere heiratete Jenner in den Kardashian-Clan ein und wurde ein beliebter Realitystar in der Reihe "Keeping Up With The Kardashians". 2015 outete sie sich als trans und änderte ihren Vornamen in Caitlyn. Seither engagierte sie sich für Transgender-Rechte in den USA, sorgte aber mit ihrer Unterstützung von transphoben Republikanern wie Senator Ted Cruz und dem späteren Präsidenten Donald Trump immer wieder für Kopfschütteln unter LGBTI-Aktivisten.

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"Das Kostüm macht eine marginalisierte Gruppe zu einem Witz"

Viele Aktivisten bezeichneten das angebotene Kostüm als geschmacklos. Die britische LGBTI-Organisation Stonewall forderte, den Artikel zu entfernen, weil dieser die Trans-Community beleidige. "Das Kostüm macht eine marginalisierte Gruppe zu einem Witz. Es sollte nicht verkauft werden", erklärte ein Sprecher. James Hamlin von der Trans-Organisation Beaumont Society sagte, dass der Trans-Community mit der negativen Darstellung in der Öffentlichkeit Schaden zugefügt werde. Tatsächlich weisen Wissenschaftler bereits seit längerem auf die extrem hohen Suizidraten unter Transpersonen hin, die eine Folge der gesellschaftlichen Ausgrenzung seien (queer.de berichtete).


Caitlyn Jenner ist die wohl bekannteste Transfrau der USA – und wegen ihrer Unterstützung von transphoben Republikanern in der Community umstritten

Die Produzenten des Kostüms erklärten jedoch gegenüber dem amerikanischen Klatschportal TMZ, dass man einen Verkaufsstopp ablehne. Immerhin sei das Produkt eines der Bestseller der Firma. Auch wenn man in den letzten Tagen viele Drohungen erhalten habe, stehe man weiter hinter dem Outfit: "Es ist ein Kostüm. Es ist lustig", so ein Firmensprecher.

Seit der Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben konzentriert sich die LGBTI-feindliche Rechte in den USA vor allem auf die Einschränkung der Rechte von Transpersonen. Nicht nur Regionalregierungen in den Bundesstaaten, auch die Regierung von Präsident Donald Trump setzt sich mit mehreren Initiativen dafür ein, Transpersonen Rechte zu entziehen. So unterzeichnete der Präsident vergangenes Jahr ein Memo, wonach Trans-Personen der Dienst im US-Militär verboten werden solle (queer.de berichtete). Vor wenigen Tagen machte die "New York Times" zudem einen Plan der Regierung öffentlich, nachdem die Behörden künftig die Existenz von Transpersonen leugnen wollen (queer.de berichtete). (dk)

Twitter / Caitlyn_Jenner | Caitlyn Jenner war bis letztes Jahr ein großer Fan von US-Präsident Trump. Erst nachdem dieser Transpersonen im Militär den Dienst untersagte, wandte sie sich von ihm ab. Nun kritisiert sie öffentlich seine gegen Transpersonen gerichteten Initiativen