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Streit um homofreundlichen Rektor

Lösung im Fall Wucherpfenning in Sicht?

Der Vatikan will den Rektor der katholischen Universität Sankt Georgen nun offenbar doch nicht wegen seiner homofreundlichen Ansichten feuern.


Kann Ansgar Wucherpfennig trotz seiner liberalen Haltung gegenüber Schwulen und Lesben Chef einer katholischen Uni sein? (Bild: Hochschule St. Georgen)

Im Konflikt mit Rom um die Unbedenklichkeitserklärung für den gewählten Rektor der Jesuitenhochschule Sankt Georgen in Frankfurt, Ansgar Wucherpfennig, könnte sich nach Medienangaben eine Lösung abzeichnen. Die katholische Zeitschrift "Herder Korrespondenz" berichtete unter Berufung auf Quellen in der römischen Kurie, im Vatikan erwäge man einen Kompromiss. Der Vatikan ist demnach bereit, grünes Licht für Wucherpfennig zu geben, wenn der Generalobere des Jesuitenordens, Arturo Sosa, die Verantwortung für die "Rechtgläubigkeit" von Wucherpfennig übernehme.

Vom Vatikan gab es dazu am Mittwoch zunächst keine Stellungnahme. Eine Sprecherin der Deutschen Provinz der Jesuiten erklärte, man könne nichts sagen, "da das Verfahren noch offen" sei.

Der Fall hatte in Deutschland für Empörung gesorgt: Wegen liberaler Äußerungen zu Homosexualität und Frauen in der Kirche hatte der Vatikan Wucherpfennig bisher die notwendige Unbedenklichkeitserklärung ("Nihil obstat") für eine dritte Amtszeit nicht ausgestellt (queer.de berichtete). Dabei handelt es sich um eine Lehrerlaubnis. Wird sie nicht erteilt, müsste der zurzeit beurlaubte Rektor seinen Posten endgültig räumen. Selbst hochrangige Vertreter deutschen Bistümer äußerten Unverständnis für die Entlassung des Rektors (queer.de berichtete). Wucherpfennig kritisierte im ZDF, dass der Vatikan mit der Ablehnung seiner Person die Annäherung an Homosexuelle torpediere (queer.de berichtete).

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Vatikan ist sich keiner Schuld bewusst

Laut "Herder Korrespondenz" ist die Affäre eine unglückliche Verkettung von Umständen. Man sei in den zuständigen Vatikanbehörden der Auffassung, nichts anderes getan zu haben, als sich an das vorgeschriebene Prozedere gehalten zu haben. Verzögerungen aufgrund der Sommerferien hätten ihr Übriges getan, dass die Unbedenklichkeitserklärung für Wucherpfennig beim Semesterbeginn am 1. Oktober nicht vorlag. (dpa/cw)



#1 qwertzuiopüAnonym
  • 24.10.2018, 16:29h
  • Die Kirche scheint sich tatsächlich zu bewegen. Krasse Sache.
    Andererseits muss man auch sagen, dass Wucherpfennig nicht die Lehrmeinung der Kirche bezweifelt hat, sondern lediglich eine Bibelinterpretation (dass die Bibel nichts gegen Homosexualität sage) vertreten hat. Das sind wahrscheinlich nochmal zwei verschiedene Paar Schuhe, aber am Ende zählt, dass der Vatikan auf die Kritik aus der unteren Hierarchie reagiert, das ist auf jeden Fall ein Signal Richtung Reform.
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#2 Danny387Profil
#3 panzernashorn
#4 qwertzuiopüAnonym
  • 24.10.2018, 17:48h
  • Antwort auf #3 von panzernashorn
  • Jeder, der immer sagt, sie könne sich gar nicht verändern, sollte mal ein bisschen in die Kirchengeschichte schauen und nach Veränderungen der Kirche suchen, das hat sie nämlich schon ziemlich oft getan.
    Wir neigen nunmal dazu, Veränderungen erst im Nachhinein zu erkennen, aber die Chance besteht definitiv.
    Ich bin kein Katholik und auch kein Freund der katholischen Kirche btw, grade was die Folgen ihrer Sexualmoral angeht, hat sie auch heutzutage einiges zu verantworten. Ich bin aber auch gegen diese Art von Kulturrevolution, die die Welt in gut und böse einteilt. Wenn liberale Menschenbilder bei genügend Leuten ankommen, dann wird sich irgendwann auch die Kirche ändern, und ich denke, dass das bereits passiert.
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#5 panzernashorn
  • 24.10.2018, 18:44h
  • Antwort auf #4 von qwertzuiopü
  • Zitat: "Wenn liberale Menschenbilder bei genügend Leuten ankommen, dann wird sich irgendwann auch die Kirche ändern,"

    >>>eher geht die Sonne künftig im Westen auf!

    Hoffentlich geht dieser marode Verbrecherverein endlich den Weg alles Irdischen - zum Wohle der Menschheit.
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#6 stephan
  • 24.10.2018, 20:50h
  • "... die Verantwortung für die "Rechtgläubigkeit" ..."
    echt zum Lachen! Sich einen Sermon zurecht dichten und jeden Irren, der das glaubt, als rechtgläubig bezeichnen ... und falls nicht, ist er resp. sie wohl eine Ausgeburt der Hölle! So einfach kann die Welt sein, wenn man es nicht mit Fakten und Realitäten zu tun hat, sondern bloß 'herumspintisieren' muss!
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#7 Homonklin44Profil
  • 25.10.2018, 04:13hTauroa Point
  • Antwort auf #4 von qwertzuiopü
  • Du meinst wahrscheinlich die Konzile - ja, da wurde u. A. festgelegt, was wie zukünftig interpretiert werden soll, welche Teile biblischer Bestimmungen gefördert, und welche weggelassen werden, oder welche Glaubensströmungen legitim zu nennen sind, und welche nicht länger. Ein gewisser Anteil des Hassvermögens gegen Homosexuelle wurde da auch verfestigt. Zudem haben diverse Päpste immer wieder Neu-Auslegungen ersonnen und was ihnen nicht in den Kram passte, abgeschafft oder umschreiben lassen. Solche Dinge, wann POC als richtige Menschen anerkannt wurden, zum Beispiel, oder vor etwa 50 Jahren, als die Menschenwürde/Menschenrechte anerkannt wurden. Wie herum der Hass gegen Menschen aufgrund ihrer gemeinsamen Merkmale nun anzuwenden sei, Solches sicher auch. Die Menschenwürde fällt in der Kirche schließlich nicht alle gleichwertig zu. LGBTIQ*, Frauen und Kindern enthält man sie häufig.
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#8 Gerlinde24Profil
  • 25.10.2018, 04:27hBerlin
  • Der Vatikan sieht, dass es wegen Wucherpfennig eine schlechte Presse gibt (die sie wegen der Missbrauchsfälle eh schon hat), und sucht nach einem Ausweg, ohne das Gesicht und die strenggläubigen Katholiken zu verlieren. In meinen Augen Heuchelei.
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#9 Gerlinde24Profil