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Diskriminierung in der Community
Berliner Gay Hostel soll sich entschuldigen
Die Bundesinteressenvertretung schwuler Senioren (BISS) fordert die Aufhebung der Altersgrenze von 38 Jahren für Übernachtungsgäste. Im August war ein 42-Jähriger als zu alt abgewiesen worden.

Das Gay Hostel in der Berliner Kalckreuthstraße: Der Banner oben links informiert auf der Homepage über die Altersbegrenzung
- 24. Oktober 2018, 16:10h 2 Min.
Die Bundesinteressenvertretung schwuler Senioren (BISS) hat das Gay Hostel im Berliner Regenbogenkiez am Mittwoch in einer Pressemitteilung dazu aufgefordert, seine umstrittene Altersgrenze von 38 Jahren aufzuheben. Zudem sollen sich die Inhaber bei abgewiesenen Gästen entschuldigen.
In der letzten Woche hatte queer.de exklusiv berichtet, dass das Gay Hostel im August die Übernachtung des 42-jährigen Partners des renommierten Professors und Sexualforschers Heinz-Jürgen Voß aufgrund seines Alters abgelehnt hatte. Das Paar hatte sich wegen des Vorfalls an die Antidiskriminierungsstellen in Land und Bund gewandt.
"Auch wir sehen hier einen Verstoß gegen das AGG"
Die schwulen Senioren zeigten sich entsetzt über die Abweisung: "Auch wir sehen hier einen Verstoß gegen das AGG", erklärte der BISS-Vorsitzende Georg Roth. "Wir sind dankbar, dass beide den Mut haben, diesen Fall öffentlich zu machen und eine Beschwerde zu führen."
Innerhalb des Verbands älterer schwuler Männer finde man "drastische Worte" für den Vorfall, so die Pressemitteilung. "Ausgerechnet jene älteren Generationen auszuschließen, die die Zeiten der Strafverfolgung und das gesellschaftliche Stigma der Aidskrise miterlebten, macht uns fassungslos", sagte Roth. "Wir sollten niemals die vergessen, die vor uns für unsere Freiheit gekämpft haben."
Derzeit Ausstellung eines 57-jährigen Fotografen
Derzeit ist im Gay Hostel die Foto-Ausstellung "Naked Berlin" des Aktivisten Henning von Berg zu sehen. Es werden sechs jüngere Schwule gezeigt, die nackt in Berlin posieren. "Der Fotograf selbst dürfte mit 57 Jahren nicht im Hostel übernachten", so Georg Roth. "Stattdessen wird mit der Ausstellung und dem Ausschluss von Älteren im Hostel ein Bild gezeichnet, dass selbstbewusste Sexualität auf Jugendlichkeit reduziert und im Alter stigmatisiert ist."

Der BISS-Vorsitzende Georg Roth 2017 am Kölner Gedenkstein für homosexuelle NS-Opfer. Bild: nb
In der Pressemitteilung positioniert sich BISS klar "gegen ein antisexuelles Bild des Alters". Auch weist der Verband das Argument zurück, das Hostel wolle Jüngere vor sexuellen Belästigungen durch Ältere schützen. "Mit dem Pauschalausschluss von Älteren befördert das Gay Hostel das Vorurteil, dass ältere Schwule grenzüberschreitend gegenüber jüngeren Schwulen sind", kritisierte Roth. "Dabei ist grenzüberschreitendes Verhalten ebenso wie Rassismus, Sexismus und andere Diskriminierungsformen keine Frage des Alters."
Der schwule Seniorenverband erinnerte zudem daran, dass es in den über 500 Jugendherbergen des Deutschen Jugendherbergswerks (DJH) keine Altersgrenze für Übernachtungsgäste gibt. (cw/pm)
Links zum Thema:
» BISS-Webseite
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Und solange werden wir auch niemals voll gleichgestellt sein...
Ich muss nicht mit jedem anderen Schwulen ins Bett wollen. Aber ich kann dennoch jedem anderen Schwulen mit demselben Respekt und derselben Würde begegnen, die ich auch selbst von allen erwarte.
Und das Abweisen von Gästen in einem Hostel ist nun mal eindeutig diskriminierend.