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Appell
Macron: Homophobe Gewalt ist "Frankreichs unwürdig"
Der Staatschef zeigt sich beunruhigt, dass Homophobie zu Gewalt gegen sexuelle Minderheiten führe.

Präsident Emmanuel Macron kündigt an, gegen homophobe Gewalt vorgehen zu wollen (Bild: OFFICIAL LEWEB PHOTOS / flickr)
- 30. Oktober 2018, 13:13h 2 Min.
Der französische Präsident Emmanuel Macron hat sich am Montag auf Twitter besorgt über homosexuellenfeindliche Übergriffe gezeigt. "Die homophoben Gewalttaten müssen unsere gesamte Gesellschaft beunruhigen. Sie sind Frankreichs unwürdig", erklärte der 40-jährige Staatschef.
Macron kündigte in dem Tweet auch "konkrete Maßnahmen" an, die allerdings kein Ersatz für "Menschlichkeit und Toleranz sind, die im Herzen unserer Kultur liegen". Um welche Maßnahmen es sich dabei konkret handle, gab der Präsident nicht bekannt.
/ EmmanuelMacronLes violences homophobes doivent être une préoccupation pour notre société tout entière. Elles sont indignes de la France. Des mesures concrètes seront annoncées mais ne sauraient remplacer lhumanité et la tolérance qui sont au cur de notre culture.
Emmanuel Macron (@EmmanuelMacron) October 29, 2018
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Anlass für den Tweet waren offenbar mehrere Meldungen französischer Medien über homosexuellenfeindliche Übergriffe in den vergangenen Monaten und speziell den letzten Wochen. Erst vor wenigen Tagen wurde etwa ein schwuler Mann in der nordfranzösischen Hafenstadt Rouen von zwei Unbekannten zusammengeschlagen und homophob beleidigt. Die Behörden ermitteln wegen eines durch Hass motivierten Übergriffs.
?Effroyable agression #homophobe à Rouen contre un jeune homme gay insulté, séquestré, roué de coups rapportée par…
Gepostet von SOS homophobie am Sonntag, 28. Oktober 2018
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Pariser demonstrierten gegen homophobe Gewalt
Am 21. Oktober demonstrierten 3.000 Menschen in der Hauptstadt Paris gegen homophobe Gewalt. Zur Demonstration kam auch Franck Riester, der erst wenige Tage zuvor zum französischen Kulturminister ernannt worden war (queer.de berichtete).
/ franckriester | Kulturminister Franck Riester bei einer Protestaktion gegen homophobe Gewalt in ParisMobilisons nous contre les #LGBTphobies. On ne peut accepter que des femmes et des hommes soient agressés pour ce quils sont. Luttons tous ensemble contre lintolérance, les discriminations et les violences. @SOShomophobie #VivreSansHaine cc @MarleneSchiappa @BGriveaux @mounir pic.twitter.com/cSAy3aCCaB
Franck Riester (@franckriester) October 21, 2018
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Joël Deumier, der Chef der LGBTI-Organisation SOS Homophobie, fordert bereits seit längerem eine "nationale Kampagne" im Kampf gegen homophobe Gewalt. Dazu müsse gegen homosexuellenfeindliche Rhetorik angegegangen werden, die für diesen Hass verantwortlich sei, "egal, ob sie vom Papst, von der 'Demo für alle' oder [dem homophoben Geschäftsmann] Marcel Campion" komme, so Deumier vergangene Woche.
Erst Anfang des Monats forderte die Staatsanwaltschaft von Paris eine Geldstrafe gegen Jean-Marie Le Pen, den Gründer und ehemaligen Chef der rechtsextremen Partei "Front National", weil dieser sich homophob geäußert habe. In ihrem Strafantrag erklärte die Anklägerin, der 90-Jährige habe "klar zur Ächtung von Homosexuellen aufgerufen" (queer.de berichtete). (dk)














Aber Union und SPD schwurbeln immer rum und versuchen so wenig konkret wie möglich zu werden, um es sich mit niemandem zu verscherzen.
Aber Politiker müssen auch mal klar Position beziehen und können es nicht allen recht machen. Wo dieses Verbleiben im Ungefähren hin führt, sehen wir ja momentan: nicht nur zum Abstürzen von Union und SPD (was mir noch egal wäre, weil die eh nichts auf die Reihe kriegen), sondern vor allem auch zum Erstarken der Rechten, was niemandem egal sein kann.