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Hessischer Landtag

Aids-Hilfe: Wahl von HIV-positivem Politiker ist ein "starkes Signal"

Die Aids-Hilfe Hessen begrüßt, dass mit Felix Martin ein HIV-positiver Politiker ins Landesparlament gewählt wurde – der 23-Jährige ist erst der zweite offen Positive unter bundesweit mehr als 1.800 Landtagsabgeordneten.


Felix Martin wird künftig als einer von 137 Mitgliedern des Hessischen Parlaments die Geschicke seines Bundeslandes mitgestalten (Bild: promo)

Die Wahl des 23-jährigen Auszubildenden Felix Martin in den Landtag von Wiesbaden ist nach Ansicht der Aids-Hilfe Hessen ein "starkes Signal für die Teilhabe von Menschen mit HIV". Das teilte Landesvorstandsmitglied Barbara Passolt am Dienstag mit. Der schwule Grünenpolitiker aus dem Werra-Meißner-Kreis im Nordosten Hessens wird nach der Landtagswahl vom Sonntag der erste offen HIV-Positive im Wiesbadener Parlament sein. Seinen Einzug verdankt das zweitjüngste Mitglied des neuen Landtags dem starken Ergebnis der Grünen, die mit 19,8 Prozent zweitstärkste Kraft wurden.

Deutschlandweit ist bislang nur ein einziger anderer offen HIV-Positiver in ein Landesparlament eingezogen: Der Linkspolitiker Carsten Schatz ist seit 2013 Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses (queer.de berichtete).

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Passolt: HIV-Positive werden grundlos diskriminiert

Aids-Hilfe-Vorstandsmiglied Passolt beklagte, es gebe leider nach wie vor zu wenige Menschen in gesellschaftlichen Spitzenpositionen, die offen mit HIV lebten. Überhaupt sei HIV im Berufsleben ein Tabuthema. Die Gründe: Angst der Betroffenen vor Stigmatisierung, Diskriminierung und Ausgrenzung sowie diffuse Ängste vor Menschen mit HIV. "Dabei gibt es kein Berufsfeld, in dem HIV-positive Menschen aufgrund ihrer Erkrankung nicht arbeiten könnten. Sie sind genauso leistungsfähig und nicht häufiger krankgeschrieben als Menschen ohne HIV. Ein Ansteckungsrisiko hat in Alltags- und Berufssituationen noch nie bestanden", so Passolt.

Auch ein Ausschluss, der mit Verletzungsrisiken begründet wird, wie im Bereich der Chirurgie, sei unter der Bedingung der aktuellen HIV-Therapie unbegründet. Denn HIV-positive Menschen in guter Therapie seien selbst nicht mehr infektiös. Passolt kritisierte, dass mancher Arbeitgeber im Gesundheitswesen trotz dieser Fakten bei der Einstellung einen "freiwilligen" HIV-Test verlange. "HIV-Tests gehören nicht in das Berufsleben", so das Vorstandsmitglied der Aids-Hilfe.

Noch wichtiger als die Beendigung solcher Praktiken sei aber der aktive Einsatz gegen Diskriminierung. Insbesondere große Arbeitgeber und die öffentliche Verwaltung seien als Vorbilder hierzu aufgerufen. Die Wahl Martins könnte ein "starkes Signal für ein diskriminierungsfreies Berufsleben" sein.

Martin: "Ich wil zeigen, dass man heute auch mit HIV ein ganz normales Leben führen kann"

Felix Martin hatte erst vergangenes Jahr von seiner HIV-Infektion erfahren. Der Neuabgeordnete erklärte am Dienstag, dass ihm zunächst der Bezug zum Thema gefehlt habe. "Es hätte mir damals sehr geholfen, Betroffene zu kennen. Deshalb habe ich mich entschieden, selbst offen mit meiner eigenen Infektion umzugehen", so Martin.

"Durch die Politik stehe ich immer wieder in der Öffentlichkeit, das will ich nutzen, um den Menschen zu zeigen, dass man heute auch mit HIV ein ganz normales Leben führen kann." Er wolle auch dazu beitragen, "dass der Landtag genauso bunt und vielfältig ist wie unsere Gesellschaft".

Neben Martin gehört der neuen 29-köpfigen Landtagsfraktion der Grünen mit Antidiskriminierungsstaatssekretär Kai Klose ein weiterer offen schwuler Politiker an. Auch die 29-jährige lesbische Politikerin Vanessa Gronemann schaffte den Einzug ins Parlament. Sie war bislang in der Kasseler Stadtverordnetenversammlung grüne Sprecherin für Sport, Gesundheit, Tourismus und LSBTTIQ. (dk)

Twitter / FexMartin



#1 TimonAnonym
  • 31.10.2018, 13:05h
  • Ich danke Herrn Martin und den Grünen dafür, dass sie sich nicht einschüchtern lassen und das tun, was richtig ist.
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#2 AuntieBioticEhemaliges Profil
  • 31.10.2018, 15:17h
  • "der 23-Jährige ist erst der zweite Positive unter bundesweit mehr als 1.800 Landtagsabgeordneten."

    Wissen wir das so sicher?
    Wie viele ungeoutete Positive mag es dort geben?

    Wohl eher könnte zutreffen, dass er erst der zweite OFFEN Positive unter den Landtagsabgeordneten ist...
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  • Anm. d. Red.: Danke für den Hinweis. Wir haben den Fehler korrigiert.
#3 ChrisJaAnonym
  • 01.11.2018, 13:02h
  • Mit Lukas Schauder, Grüne, 21, ist sogar noch jemand jünger. Die Grünen gehen hier mit gutem Beispiel voran. Die beiden jüngsten Abgeordneten werden als Schriftführer den Ältesten (wen wundert es, einen AFDler) in der konstituierenden Sitzung unterstützen.
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#4 ursus