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Tansania

Regierungschef von Daressalam erstellt Rosa Liste

In der bevölkerungsreichsten Stadt Tansanias erhöht der Gouverneur den Druck auf Homosexuelle.


Paul Makonda will in seiner Stadt keine Schwulen dulden

  • 31. Oktober 2018, 12:20h 27 2 Min.

Der Gouverneur der größten tansanischen Stadt, Daressalam, hat nach anonymen Hinweisen eine Liste von 200 angeblich homosexuellen Männern erstellt, denen er nun mit strafrechtlicher Verfolgung droht. Männliche Homosexualität ist in Tansania, wie in vielen afrikanischen Ländern, verboten. In dem ostafrikanischen Staat drohen bei Verurteilung bis zu 30 Jahre Haft, dies kommt aber selten vor. Lesbischer Sex ist in den meisten Regionen des multi-religiösen Landes erlaubt, nur in Sansibar droht eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren.

"Ich weiß, dass diese Aktion einigen Ländern nicht gefallen wird", sagte Gouverneur Paul Makonda am Mittwoch. Doch er könne sich nicht zurücklehnen und Menschen erlauben, sich falsch zu verhalten, nur weil einige Länder diese Art von Verhalten billigten.

Gouverneur droht Schwulen mit Gefängnis

Makonda hatte zuvor die Öffentlichkeit in Daressalam gebeten, die Namen von angeblich homosexuellen Menschen einzureichen. Er habe bislang fast 19.000 Namen erhalten, sagte der gläubige Christ. Daraus habe er die Liste der 200 Menschen erstellt. Wenn sich durch Ermittlungen die Homosexualität beweisen lasse, würden sie angeklagt werden, so der Politiker, der bereits in der Vergangenheit zur "Eindämmung" von Homosexualität Razzien in Bars und Clubs veranlasst und Online-Netzwerke verboten hatte.

Die Regierung von Tansania geht laut Human Rights Watch seit 2016 hart gegen Homosexualität vor. Immer wieder kommt es seitdem vor allem in Daressalam und auf der Urlaubsinsel Sansibar zu Festnahmen von angeblichen Homosexuellen. Die Schritte der Regierung gegen Homosexualität schlossen unter anderem ein Verbot von Gleitgel ein. Auch in anderen afrikanischen Ländern, viele davon christlich geprägt, gehen Regierungen ähnlich gegen Homosexualität vor.

In vielen afrikanischen Ländern geht das Homo-Verbot auf britische Kolonialherren zurück, in Tansania waren aber die Deutschen schuld: Deutsch-Ostafrika hatte Ende des 19. Jahrhunderts männliche Homosexualität untersagt. Nach der Machtübernahme der Briten in Folge des ersten Weltkrieges wurde das Homo-Verbot beibehalten. (dpa/dk)

-w-

#1 Religioten-WatchAnonym
  • 31.10.2018, 13:46h
  • "Ich weiß, dass diese Aktion einigen Ländern nicht gefallen wird"

    Stimmt. Darunter Länder, die Tansania Geld schenken. Deutschland z.B. 158,5 Millionen Euro (2015-2017). Also: Geldgeschenke streichen und nachdenken lassen!
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#2 TimonAnonym
  • 31.10.2018, 14:13h
  • Antwort auf #1 von Religioten-Watch
  • Volle Zustimmung!

    Die Zahlung von "Hilfsgeldern" (wovon die Armen eh nichts haben und die nur den Machthabern helfen, sich im Amt zu halten) sollte an die Achtung von Menschenrechten geknüpft sein. Das ist ja wohl nicht zu viel verlangt und sollte ja wohl das Mindeste sein.
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#3 ursusEhemaliges Profil
  • 31.10.2018, 14:37h
  • Antwort auf #2 von Timon
  • "entwicklungshilfe" ist genau genommen kein "geschenk", sondern ganz offiziell eine investition, von der man sich profite für die deutsche wirtschaft erhofft - und oft auch bekommt.

    statt diese ersatzlos zu streichen, wäre ich eher dafür, sie zumindest teilweise in gezielte hilfen für lgbttiq*-projekte vor ort umzuwandeln.

    wäre diese idee hier einigermaßen konsensfähig? oder ist der paternalistische bestrafungsgedanke einfach zu verlockend, um mal einen schritt weiterzudenken?
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