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Kündigung von Vereinsräumlichkeiten

Sachsen-Anhalt: LSVD und CSD-Organisatoren im Clinch

Ein Streit zwischen dem CSD Magdeburg und dem LSVD Sachsen-Anhalt wird öffentlich ausgetragen.


Der letzte CSD in Magdeburg fand am 25. August statt (Bild: Facebook / CSD Magdeburg)

  • 31. Oktober 2018, 14:40h, noch kein Kommentar

Der CSD der Landeshauptstadt Magdeburg hat sich durch eine Entscheidung der Mitgliederversammlung Ende September vom Lesben- und Schwulenverband Sachsen-Anhalt abgespalten – und fährt nun scharfe Geschütze gegen die ehemalige Mutterorganisation auf: In einer Pressemitteilung vom Dienstag beschuldigt der CSD Magdeburg e.V. den LSVD-Landesverband, "unerwartet" die gemeinsam genutzten Vereinsräumlichkeiten zum 31. Januar 2019 gekündigt und Kooperationsgespräche verschleppt zu haben. Damit, so der Vorwurf der CSD-Veranstalter, interessiere sich der LSVD-Vorstand "nicht mehr für das Wohl der Community in Magdeburg".

"Im Vorfeld der Kündigung wurde der LSVD mehrmals schriftlich über die schlechten Zustände der Räumlichkeiten informiert", heißt es in der Pressemitteilung weiter. CSD-Mitorganisator Gabriel Rücker formulierte die Forderungen seines Verbandes: "Wir erwarten vom LSVD ein Mindestmaß an Platz für unsere Materialien, funktionierendes Internet sowie Sauberkeit und Ordnung in den von der Stadt mitfinanzierten Räumlichkeiten. Dieses ist leider nicht so."

Allein mit Spenden könne der CSD-Verein die neuen Räumlichkeiten nicht finanziert werden. Daher hoffe man auf Unterstützung durch die Stadt.

PRESSEMITTEILUNG Kündigung der Vereinsräumlichkeiten des CSD Magdeburg e.V.

Gepostet von CSD Magdeburg am Dienstag, 30. Oktober 2018
Facebook / CSD Magdeburg

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LSVD kritisiert "unsachgemäße Darstellung"

Der LSVD will diese Vorwürfe nicht auf sich sitzen lassen: In einer ausführlichen Pressemitteilung, die sechs Stunden nach der CSD-Aussendung verbreitet wurde, beklagte der Verband eine "unsachgemäßen Darstellung der Sachzusammenhänge" durch die CSD-Organisatoren.

Zur Frage des Mietvertrages erklärte der Verband, dass der CSD Magdeburg seit seiner Gründung im Oktober 2011 die Räumlichkeiten mitnutze – bis Anfang 2013 kostenlos, danach für eine "geringfügige Nutzungsgebühr" von 100 Euro pro Monat. "Diese entspricht ca. 1/6 der normalen Miete des LSVD, die vom Land Sachsen-Anhalt für die Unterhaltung der Projekt- und Beratungsleistungen gefördert wird", so der LSVD. Der Vertrag sei zunächst nur aus formalen Gründen gekündigt worden. "Dies geschah aber mit der Information an den CSD, im Zuge der anvisierten Verhandlungen über die weitere gemeinsame Zusammenarbeit beider Vereine einen vollkommen neuen Untermietvertrag auszuhandeln, der ab dem 01.02.2019 in Kraft tritt", erklärte der Verband.

"Im Zuge der neuen Eigenständigkeit des CSD Magdeburg" müsse eine neue Kooperationsvereinbarung ausgehandelt werden. Für Gespräche habe der LSVD Terminvorschläge unterbreitet. Man wolle die Zusammenarbeit mit den CSD-Organisatoren fortsetzen, die nach der Unterzeichnung einer Vereinbarung möglich sei, "die auf gleichen Werten, gegenseitigen Respekt der agierenden Mitmenschen und die gegenseitige Akzeptanz der Eigenständigkeit beider Organisationen basiert".

Gepostet von LSVD Sachsen-Anhalt am Dienstag, 30. Oktober 2018
Facebook / LSVD Sachsen-Anhalt

Die CSD-Organisatoren hatten vor einem Monat mitgeteilt, dass ihr Verein mit der Abspaltung vom LSVD "erwachsen geworden" sei (PDF). (dk)