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Polizeibericht

Toter Schüler in Wenden wurde Opfer einer Beziehungstat

Ein schwuler 14-Jähriger hat bei der richterlichen Vernehmung gestanden, seinen 16-jährigen Freund erwürgt zu haben, weil dieser ihn habe verlassen wollen.

  • 2. November 2018, 02:17h 32 2 Min.

Der zunächst vermisste und am Mittwoch aufgefundene 16-jährige Schüler aus Wenden im Sauerland wurde Opfer eines Tötungsdeliktes. Nach umfangreichen Ermittlungen gestand ein 14-Jähriger bei der richterlichen Vernehmung die Tat, vermeldeten die Staatsanwaltschaft Siegen, die Mordkommission aus Hagen sowie der Kreispolizeibehörde Olpe am Donnerstag.

Der homosexuelle Jugendliche hatte sich bei einer polizeilichen Vernehmung in Widersprüche verwickelt, so dass er in den Fokus der Ermittler geriet. Gleichzeitig wurden die Durchsuchungsmaßnahmen in den Bereich des Schulzentrums in Wenden verlagert. Dort wurde der Leichnam schließlich am Mittwochabend aufgefunden. Den 14-Jährigen nahmen die Beamten vorläufig fest.

Mit eigenen Händen erwürgt

Bei der Obduktion des Opfers hatten die Gerichtsmedizin Gewalteinwirkung auf dem Hals festgestellt. Bei der Vorführung vor dem Amtsgericht Lennestadt gab der Schüler zu, seinen Freund mit seinen Händen erwürgt zu haben. Nach Aussage des Tatverdächtigen kam es zwischen den beiden Jugendlichen zu einem Streit, weil der 16-Jährige die Beziehung habe beenden wollen. Anders als beim Opfer war das Schwulsein des 14-Jährigen schon vor der Tat bekannt. Wie lange die beiden Jugendlichen zusammen waren, konnten die Ermittler nicht sagen.

Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass die Tat im Affekt begangen wurde. Der 14-Jährige sei trotz des Altersunterschieds dem Opfer körperlich überlegen gewesen. Nach dem Geständnis habe der Tatverdächtige, der bislang nicht auffällig geworden sei und aus einem "geordneten Elternhaus" stamme, "Reue in gebotenem Umfang" gezeigt, so die Ermittler.

Der 14-Jährige wurde in eine Justizvollzugsanstalt gebracht. Ihn erwarten eine Anklage wegen Totschlags und bis zu zehn Jahre Haft. (cw/ots)

#1 NiklsAnonym
  • 02.11.2018, 06:50h
  • Trotz körperlicher Überlegenheit: Jemanden mit den bloßen Händen zu erwürgen, zumal sich das Opfer sicher wehrt, dauert seine Zeit. Da noch von Affekt sprechen hört sich zynisch an.
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#2 habemus_plemplem
  • 02.11.2018, 07:51h
  • Ich hatte es heute zuerst aus dem Spiegel unter
    spon.de/aflNc
    erfahren und gemutmaßt, ob es vielleicht eine Beziehungstat sein könnte, allerdings nur wegen diesem einen Satz: "Kurz vor der Tat soll es ein klärendes Gespräch über die Zuneigung des 14-Jährigen zum späteren Opfer gegeben haben." Ansonsten blieb der Spuegel-Artikel mit Formulierungen wie "Freund" und "Mitschüler" aber sehr uneindeutig.

    Ganz offensichtlich wollte der Spiegel es vermeiden, explizit von einer Beziehungstat und von Homosexualität zu sprechen oder das Wort "schwul" zu benutzen. Stattdessen fällt verstohlen das Wort "Zuneigung" - und damit soll alles gesagt sein?

    Ich fühle mich auf sehr beklemmende Weise an längst vergangene Zeiten erinnert, als man nur hinter vorgehaltener Hand darüber gesprochen und bloß nicht das Kind beim Namen genannt hat. Wenn es so eindeutig eine Beziehungstat war, wie queer.de es darstellt, dann sollte der Spiegel sich für seine heimlichtuerische Formulierung schämen!

    Vielleicht hat das ja ein homophober Polizeibeamter so in seinen drögen Bericht geschrieben und die Formulierung wurde unreflektiert von der dpa und dem Spiegel übernommen. Vielleicht waren sie ja alle noch nicht richtig wach. Leider liest es sich aber eher so, als hätte da jemand ganz absichtlich mal lieber nicht zu deutlich werden wollen.
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#3 Gerlinde24Ehemaliges Profil
  • 02.11.2018, 07:53h
  • Ich bin mir nicht sicher, ob das Tatmotiv wirklich "Angst vorm Verlassen werden" war, jedenfalls in dem Sinne, in dem es gemeint ist. Ich würde zuerst klären, ob das Opfer wirklich schwul oder bi war, und, ob beide eine Beziehung hatten?
    Denn es gibt auch Fälle, wo eine Person sich in eine andere verliebt, diese die Gefühle nicht erwidert, und wegen der dauernden Belästigung mit Anzeige oder Outing droht. Und darum getötet wird.
    Also vorschnell mit Schnellschüssen, bevor nicht alle Ergebnisse auf dem Tisch sind!
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