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Bündnis gegen Homophobie Berlin

Von CDU und AfD kritisierte Kita-Broschüre mit Respektpreis ausgezeichnet

Im Rahmen der Preisverleihung berichtete die Berliner Polizeipräsidentin auch von anhaltend hoher Gewalt gegen Homosexuelle und Transpersonen in der Bundeshauptstadt.


Die Broschüre sorgte in Berlin für einen Shitstorm von Rechtsaußen (Bild: EnergieAgentur.NRW / flickr - Kinder verändert)

Die umstrittene Handreichung "Murat spielt Prinzessin, Alex hat zwei Mütter und Sophie heißt jetzt Ben" ist am Freitag bei einer Veranstaltung im Park-Inn-Hotel am Berliner Alexanderplatz mit dem Respektpreis 2018 ausgezeichnet worden. Der Preis des Bündnisses gegen Homophobie wurde von Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) überreicht.

Im Rahmen der Initiative "Berlin tritt ein für Selbstbestimmung und Akzeptanz sexueller Vielfalt" war die Handreichung Anfang des Jahres erschienen (queer.de berichtete). Sie richtet sich an Fachkräfte, Teams und Einrichtungen der frühkindlichen Bildung. Die Autoren der Broschüre (Mari Günther, Tomas Kugler, Stephanie Nordt und Fee von Radetzky) hätten laut dem Bündnis gegen Homophobie mit dem 140-seitigen Werk einen "wichtigen Schritt unternommen, mussten dafür jedoch heftigste Diffamierungen" aushalten.

Kritik war insbesondere von den Oppositionsparteien CDU und AfD gekommen, aber auch von der Boulevardzeitung B.Z. (queer.de berichtete). Die Gegner warfen den Autoren vor, die "Frühsexualisierung" von Kindern voranzutreiben. LGBTI-Aktivisten erklärten, dass diese Kritik keine Grundlage in der Realität habe und schlicht auf Homophobie beruhe.

Laut dem Bündnis gegen Homophobie könne der inklusionspädagogische Ansatz der Broschüre dabei helfen, dem hohen Suizidrisiko unter nicht-heterosexuellen Jugendlichen und dem Schulmobbing entgegenzuwirken. Es sei wichtig, Kindern so früh wie möglich Akzeptanz zu vermitteln und Regenbogen-Kinder damit beim Kennenlernen ihrer Identität zu unterstützen. "Die Broschüre leistet dazu einen wichtigen Beitrag", so das Bündnis.

Für den Preis nominiert waren neben den Broschürenautoren die Kabarettistin Idil Baydar, das Internetportal Queer History sowie die Faninitiative Tennis Borussia Aktive Fans (queer.de berichtete).

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Weiterhin viele homo- und transphobe Übergriffe

Im Rahmen der Preisverleihung stellte die Berliner Polizeipräsidentin, Dr. Barbara Slowik, die aktuelle Kriminalitätsstatistik homophober und transphober Übergriffe vor. Im Bereich der Hasskriminalität gegen die sexuelle Orientierung beziehungsweise gegen die geschlechtliche Identität wurden für Berlin in den ersten drei Quartalen diesen Jahres insgesamt 105 Fälle statistisch erfasst, darunter 30 Gewaldelikte. Die Tatorte lagen hierbei vorwiegend in den Bezirken Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg, Neukölln und Tempelhof-Schöneberg. Die Aufklärungsquote der angezeigten Taten liegt im Moment bei 43 Prozent. Aufgrund von derzeitigen Erfassungsrückständen ist eine Vergleichbarkeit zu den Zahlen des Vorjahres nur eingeschränkt möglich. 2017 waren im Vergleichszeitraum 139 Fälle registriert worden.

Um aktiv gegen Homophobie einzutreten, setzt der LSVD Berlin-Brandenburg im Auftrag der Landesantidiskriminierungsstelle das von ihm initiierte Bündnis gegen Homophobie im Rahmen der Initiative "Berlin tritt ein für Selbstbestimmung und Akzeptanz sexueller Vielfalt" um. Das Bündnis gegen Homophobie wird als eine "Allianz der heterosexuellen Mehrheitsgesellschaft für die gesellschaftliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher Lebensweisen" beschrieben. Ihm gehören mehr als 100 Mitglieds-Organisationen an, darunter die Berliner Polizei, Coca-Cola und die Evangelische Kirche. (dk)



#1 Freut-michAnonym
  • 02.11.2018, 14:16h
  • Toll, dass die Kita-Broschüre den Preis gewonnen hat :-) Nun haben Wähler die Chance, unter anderem auch diese Broschüre in Kitas wahr werden zu lassen, indem entsprechend eine Partei gewählt wird, die soziale Politik umsetzt.
    Diese Broschüre sollte bundesweit zum Bildungsplan dazu gehören. Alles andere wäre rückständig und nicht der aktuellen Situation in der Gesellschaft angemessen.
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#2 Simon HAnonym
  • 02.11.2018, 16:12h
  • Diese verdiente Auszeichnung zeigt 3 Dinge:

    1. Union und AfD liegen voll auf einer Linie. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die koalieren.

    2. Union und AfD liegen sachlich falsch.

    3. Am Ende wird die Wahrheit immer siegen... Es lohnt sich, dafür zu kämpfen.
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#3 Ith_Anonym
  • 02.11.2018, 19:03h
  • Ich bin irgendwie richtig froh, dass es diese Broschüre gibt, und dankbar für die Leute, die dafür kämpfen, und auch dafür, dass die Wahrheit darüber gesagt/geschrieben wird.
    Wünsche nämlich keinem Kind, in dem Wissen aufzuwachsen, das mich noch heute begleitet: Einfach nicht so existieren zu dürfen, wie man ist.
    Wäre alles leichter, wenn es weniger Erwachsene gäbe, die einem genau das unter die Nase reiben. Wenn also in der kommenden Generation junger Erwachsener mehr Menschen heranwachsen, die einen wirklich einfach so akzeptieren können, weil ihnen selbst von vornherein weniger Schubladen aufgezwungen wurden, und sie diese Schubladen dementsprechend auch nicht weitergeben.. das wär schon echt super.

    Gratulation zum Preis!
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#4 ursus
#5 Patroklos
#6 Homonklin44Profil
  • 03.11.2018, 06:01hTauroa Point
  • "" Die Gegner warfen den Autoren vor, die "Frühsexualisierung" von Kindern voranzutreiben. ""

    Eigentlich ist es unrühmlich, dass sich inzwischen wohl auch die Union diesem Schwachsinn zuwendet, wenn auch gewissermaßen nachvollziehbar, weil "christlich" und Bildung sich nicht vertragen.

    Sachlich falsch, genau das trifft diese Idee.

    Glückwunsch zum Preis!
    Es ist schon viel Grund gewonnen, wenn Trans*Kinder erfahren, dass auch sie das Recht haben, sein zu dürfen, wer sie sind! Wahrgenommen werden, nicht länger ausgeblendet zu werden, das ist gelebte Vielfalt.
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#7 So SoAnonym