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Kritik an Trump-Regierung
Schwuler CNN-Moderator: Weiße Männer sind "die größte Terrorgefahr"
Don Lemon, einer der Lieblingsfeinde von US-Präsident Donald Trump, sorgt mit einer umstrittenen Äußerung für Aufregung.

Don Lemon arbeitet seit 2006 für den Nachrichtensender CNN. Seine Sedndung "CNN Tonight" läuft wochentäglich zwischen 22 und 24 Uhr (Ostküstenzeit) (Bild: CNN)
- 2. November 2018, 13:23h 3 Min.
Der offen schwule CNN-Journalist Don Lemon hat diese Woche mit Kritik an der Trump-Regierung teils heftige Reaktionen hervorgerufen: Der 52-jährige Moderator der Abendsendung "CNN Tonight" behauptete, weiße Männer würden "die größte Terrorgefahr" in den Vereinigten Staaten von Amerika darstellen.
Lemon kommentierte in seiner Sendung vom Montag eine Schießerei in einem Supermarkt in Kentucky, in dem ein Weißer zwei Schwarze mit einer Feuerwaffe tötete, sowie die scharfe Rhetorik von Präsident Donald Trump wegen eines Flüchtlingstrecks aus Mittelamerika in Richtung USA. "Ich versuche immer wieder deutlich zu machen, dass niemand eine andere Gruppe oder Angehörige einer anderen Ethnie dämonisieren sollte. Aber wir denken immer noch, die größte Terrorgefahr kommt von woanders her". Der Moderator verwies dann auf die Debatte um den Flüchtlingstreck.
"Wir müssen damit aufhören, Menschen zu dämonisieren, und feststellen, dass die größte Terrorgefahr von weißen Männern ausgeht, von denen die meisten von Rechts radikalisiert worden sind. Und wir müssen etwas dagegen tun. Es gibt kein Reiseverbot für weiße Männer", so Lemon unter Bezugnahme auf das von Präsident Trump angekündigte und teilweise umgesetzte Einreiseverbot für Muslime.
/ RealSaavedraCNN's Don Lemon: "We have to stop demonizing people and realize the biggest terror threat in this country is white men, most of them radicalized to the right, and we have to start doing something about them." pic.twitter.com/OFu9fL3eHn
Ryan Saavedra (@RealSaavedra) October 31, 2018
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Trump Jr.: Lemon ist ein Schwachkopf
An den Äußerungen gab es scharfe Kritik auf rechten Blogs. Präsidentensohn Donald Trump Jr. heizte die Debatte an, als er Lemon auf Twitter als "Moron" (Schwachkopf) bezeichnete. "Leider denken viele Linke so. Widerlich! Man denke nur daran, wenn man 'weiße Männer' durch eine andere Gruppe ersetzt." Viele Trump-Anhänger warfen Lemon gegen Weiße gerichteten Rassismus und gegen Männer gerichteten Sexismus vor.

Trump hatte insbesondere unter weißen Männern bei den Wahlen punkten können. Viele von ihnen fühlen sich diskriminiert: Laut einer aktuellen Umfrage glauben Fans des Präsidenten etwa, dass Männer in den USA eher diskriminiert werden würden als LGBT (queer.de berichtete).
Lemon ließ sich von der Kritik nicht beeinflussen. Am Mittwoch sagte der Moderator in seiner Sendung: "Ich habe behauptet, dass die größte Terrorgefahr in diesem Land von radikalen Rechten kommt, hauptsächlich weißen Männern. Das hat einige Menschen wütend gemacht. Aber lasst uns die Emotionen beiseite legen und auf die Fakten schauen. Die Indizien für diese These sind überwältigend."
Präsident Trump hat sich bereits mehrfach abfällig über Lemon geäußert. So bezeichnete der Staatschef den Journalisten vergangenes Jahr als "dümmsten Mann im Fernsehen" (queer.de berichtete).
Lemon hatte sich 2011 öffentlich als schwul geoutet – und auch erklärt, dass zu seiner sexuellen Orientierung zu stehen für ihn als Schwarzen viel schwerer gewesen sei als für viele Weiße. Damals sagte er der "New York Times": "Schwulsein ist so ziemlich das schlimmste, was man in der schwarzen Kultur tun kann. Einem wird schon von Kindesbeinen gelehrt, dass man ein echter Mann sein muss. In der schwarzen Community wird gerne das Schwulsein weggebetet." Diese Macho-Kultur habe ihren Ursprung in der Unterdrückung von Afro-Amerikanern, beklagte der Journalist. (dk)













