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Nordic Temptation gewinnt schwules Fußballturnier

Ingo Zamperoni: "Natürlich ist Fußball schwul!"

Beim schwulen Fußballturnier Startschuss Masters erklärte Journalist Ingo Zamperoni, dass es beim Thema Homosexualität und Fußball noch viel zu tun gebe.


Die Siegermannschaft Nordic Temptation mit Schirmherr Farid Müller (ganz links) und Ehrengast Ingo Zamperoni (ganz rechts) (Bild: Torsten v. Beyme-Wittenbecher)

Eines der größten deutschen Freizeitturniere für schwule Fußballer, die Startschuss Masters, ist am Wochenende mit einem Sieg des schwedischen Teams Nordic Temptation zu Ende gegangen. Wie die Veranstalter des Startschuss SLSV Hamburg mitteilten, hatten insgesamt 16 Teams aus fünf europäischen Ländern teilgenommen – neben deutschen Teams waren auch Mannschaften aus England, Dänemark, Schweden und Slowenien dabei.

Im Finale am Samstag setzte sich Nordic Temptation gegen PAN Fodbold aus Kopenhagen mit 6:2 durch. Platz drei belegte Vorjahressieger Quadratekicker Mannheim, auf den Plätzen vier und fünf folgten die beiden Teams der Hamburger Gastgeber (alle Platzierungen hier). Gäste der Siegerehrung waren der Bürgerschaftsabgeordnete Farid Müller (Grüne), der die Schirmherrschaft der Veranstaltung übernommen hatte, sowie der "Tagesthemen"-Moderator Ingo Zamperoni.


Ingo Zamperoni moderiert seit 2014 im wöchentlichen Wechsel mit Caren Miosga das ARD-Nachrichtenmagazin "Tagesthemen" (Bild: NDR / Thomas Jander)

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"Fußball ist alles", sagte Journalist Zamperoni am Abend bei der Siegerehrung, "und weil Fußball alles ist, ist Fußball natürlich bunt, und natürlich ist Fußball schwul!" Dass es bis heute keinen gänzlich offenen Umgang damit gebe, hänge unter anderem mit der Fankultur zusammen.

Angesichts aggressiver Rufe aus den Fankurven sagte Zamperoni: "Eine Menge geht ungefiltert nach draußen, ohne darüber nachzudenken, was es bedeutet." Das gelte auch dafür, wie Menschen über Homosexualität reden oder in der Fankultur mit ihr umgehen. "Worte haben Bedeutung. Sie prägen unser Bewusstsein und unser Unterbewusstsein", so der 44-Jährige. "Ich glaube, darum gibt es noch viel zu tun bei der Frage, wie wir über Homosexualität reden – besonders in den Fußballstadien, aber auch im Sport im Allgemeinen."

Direktlink | Rede von Ingo Zamperoni (auf Englisch)

Der schwul-lesbische Sportverein Startschuss als Veranstalter des Turniers bietet in Hamburg nicht nur Fußball an, sondern mehr als 15 weitere Sportarten. Über 750 Mitglieder sind dort nach Vereinsangaben aktiv. (pm/cw)



#1 HagenAnonym
  • 05.11.2018, 13:46h
  • Ein super Journalist, charmanter Bursche. Sein Statement ein Knaller. Mein Mann und ich lieben ihn.
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#2 Patroklos
#3 3wtertsfgAnonym
  • 05.11.2018, 18:33h
  • Ich finde, dass alle aktiven homosexuellen Fußballprofis aus der 1. Bundesliga oder der Nationalmannschaft, die sich nicht outen und stattdessen bewusst und mit der Absicht die Homosexualität zu verschleiern eine Scheinbeziehung oder gar Scheinehe mit einer Frau vor den Augen der Öffentlichkeit führen, keine Achtung vor sich und ihrer eigenen Identität haben.

    Warum Angst haben, wenn man auch mutig sein und damit etwas gutes bewirken kann. Es wäre so gut, wenn homosexuelle Jugendliche sehen würden, dass man als offen homosexueller Mensch Fußballprofi sein kann. Denn: Man kann als offen homosexueller Mensch Fußballprofi sein.

    Die Tatsache, dass KEIN EINZIGER sich traut offen mit dem, wer er ist, umzugehen, ist traurig, nicht nur für den Fußball, der doch weltoffen sein sollte, sondern auch für die Gesellschaft.

    Boah ey, wenn ich ein Fußballprofi wäre und man mir anbieten würde eine Scheinbeziehung mit einer Frau zu organisieren, dann würde ich das sowas von hochkant ablehnen und denjenigen, der mir das anbieten würde, auslachen. Denn: Wieso sollte ich mich belügen? Wieso sollte ich die Öffentlichkeit belügen? Ich bin schwul, ich liebe meinen Freund, meinen Partner, meinen Lebensgefährten. Wenn nach dem Spiel meine heterosexuellen Teamkollegen ihre jeweilige Freundin küssen, dann küsse ich als schwuler Mann ganz selbstverständlich meinen Freund. Denn so bin ich nunmal, ganz natürlich! Sofern eine Kamera das einfängt: Sehr gut! Sollen alle sehen, dass zwei Männer sich lieben. Daran ist nichts schlecht, daran ist alles gut. Ganz natürlich. Liebe!

    Mit meiner Homosexualität habe nicht ich ein Problem, sondern Teile der Gesellschaft haben damit ein Problem. Und das ist ehrlich gesagt nicht mein Problem. Wer mich wegen meiner Homosexualität angreift, den würde ich nur müde belächeln oder, besser noch, einfach ignorieren. Denn: Warum sollte ich mir die Mühe machen Dummheit überhaupt Beachtung zu schenken? Ich habe so viel Selbstbewusstsein, so viel Selbstwertgefühl, so viel Achtung vor mir selbst, dass ich niemals über einen so wichtigen Teil meiner Identität lügen würde, weil ich mich dann selbst belügen würde und zeigen würde, dass ich Angst vor dummer Homophobie hätte. Hab ich aber nicht. Denn: Homophobie ist dumm, sehr sehr dumm. Homophobe Menschen tun mir leid, weil sie offenbar psychische Probleme mit sich selbst haben, wenn sie einen anderen Menschen allein wegen seiner Identität, also allein wegen etwas, was dieser Mensch sich nicht hat aussuchen können, runtermachen. Mich kann niemand runtermachen, dazu habe ich zu viel Selbstbewusstsein, zu viel Selbstwertgefühl, zu viel Achtung vor mir selbst. Ich kann aber solche, die mich runtermachen, ignorieren. Weil das ganz einfach ist. Weil ich meinen Freund LIEBE! Und wer damit ein Problem hat, hat damit halt ein Problem, welches aber glücklicherweise nicht mein Problem ist.

    Mich würde es so stolz machen, wenn ich ein aktiver schwuler Bundesligaprofi wäre, mich als erster öffentlich zu outen. Leider bin ich kein Bundesligaprofi.

    Ich hoffe, dass das ein schwuler Bundesligaprofi liest und sich einen Ruck gibt, einen positiven Ruck, der ihn befreit, ihm mehr Selbstbewusstsein gibt, ihm die Freiheit gibt in der Öffentlichkeit der zu sein, der er ist. Das würde ich mir von ganzem Herzen wünschen.

    Lieber schwuler Bundesligaprofi, wenn du das hier liest, bitte denk daran, dass die überwältigende Mehrheit der Menschen dahinter steht, dass jeder Mensch in der Öffentlichkeit derjenige sein darf, der er ist. Ich würde mir wünschen, dass du den Mut hast dich zu outen, auch weil du damit homosexuellen Jugendlichen, die in der Schule gemobbt werden, ein großes Vorbild wärst. Natürlich kannst du dich auch entscheiden dich zu verleugnen, deine Identität öffentlich zu verleugnen und eine Scheinbeziehung mit einer Frau zu führen, die du nicht liebst. Das ist ok. Aber es sei dir gesagt: Das macht dich in deinem tiefsten Innern nur unglücklich. Und denk dran: Du hast nur dieses eine Leben. Du bist nur einmal im Leben jung, später nie wieder. Und du wirst als offen schwuler Fußballprofi weiterhin so viel Geld verdienen wie bisher, eher noch mehr, weil Sponsoren sich um dich reißen werden. Denn wir leben im Jahr 2018.
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#4 Traurig aber wahrAnonym
  • 05.11.2018, 19:09h
  • Antwort auf #3 von 3wtertsfg
  • Recht hast Du.
    Aber für viele Menschen ist die Angst vor einem Karriereknick oder finanziellen Einbußen leider wichtiger als ein ehrliches offenes Leben als stolzer schwuler Mann.
    Es gibt sogar (hier) Leute die als Erwachsener noch Angst davor haben, ihre Freunde zu verlieren, wenn sie sich outen.
    Mit wären solche Freunde nichts wert.
    Wirkliche Freunde haben kein Problem damit wenn man schwul ist.
    Aber es gibt noch genug Menschen die eine Scheinwelt bevorzugen.
    Traurig aber wahr.
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#5 HagenAnonym
#6 Homonklin44Profil
  • 05.11.2018, 21:32hTauroa Point
  • Antwort auf #3 von 3wtertsfg
  • ""Mich würde es so stolz machen, wenn ich ein aktiver schwuler Bundesligaprofi wäre, mich als erster öffentlich zu outen. Leider bin ich kein Bundesligaprofi.""

    Das Ding ist es ja, so, wie Du Dich hier gibst, würdest Du Dich im realen Leben geben. Und deshalb würdest Du erst gar nie Pro-Fußballer werden. Weil man Dich so weit gar nicht kommen lässt. Die Schein-Ische musst Du Dir vielleicht nicht unbedingt antun, aber wenn sie mitkriegen, oh, der steht auf Kerle, arbeiten sämtliche Zahnräder in der Talentschmiede so zusammen, dass man Dir die Chancen verbaut. Mit ganz komischen Begründungen, keiner wird Dir sagen, dass es am Schwulsein liegt. Es werden immer andere Gründe gefunden. Dann haben sie halt ein besseres Talent für Deine Skills gefunden, oder die Mannschaft kann nicht sooo mit Dir, man findet Mittel und Wege, Dich auszusondern. Natürlich versuchen die auch, Dir durch die Blume zu bedeuten, dass alles kein Ding ist, wenn Du den Mund hältst. Vorausgesetzt, Du wärst ein Ausnahme-Talent und hättest Fähigkeiten wie Messi oder Ibrahimovic.
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#7 QwerzuiopüAnonym
#8 Ach wasAnonym
  • 06.11.2018, 02:12h
  • Antwort auf #6 von Homonklin44
  • Und auch hier wieder.
    Immer ist das Glas halb leer.
    Nein eigentlich schon ganz leer.
    Ich empfinde Deine Ausführungen als destruktiv.
    Geradezu als schädlich für alle jungen LGBTI die sich den Schuh anziehen.
    Das absolute Gegenteil von Mutmachen ist das, was Du aus Verbitterung betreibst.
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#9 HörnchenAnonym
#10 Homonklin44Profil
  • 06.11.2018, 22:42hTauroa Point
  • Antwort auf #8 von Ach was
  • Und Du verkennst das Motiv, wo ist das besser?

    Zufällig bin ich svjon eine ganze Zeit in der Sportwelt unterwegs und habe solche Aussonderungen schon miterlebt. Es ist also kein Mutmachen, wenn man aussagt, wie es läuft.

    Was soll das bringen, wenn man den Leuten eine Traumwelt vorlügt?
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