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Afrika

Tansania distanziert sich von Hetzjagd auf Homosexuelle

Der Gouverneur der größten Stadt Daressalam erstellt Rosa Listen und will bis zu 200 Schwule verhaften lassen. Nach Abzug des EU-Botschafters reagiert nun die nationale Regierung.


Junge Männer in Tansania (Bild: Adam Jones / wikipedia)

Die Regierung Tansanias hat sich von einer Kampagne des Gouverneurs der größten Stadt des ostafrikanischen Landes gegen Homosexuelle distanziert. Das Vorhaben des Gouverneurs von Daressalam, Paul Makonda, stehe nicht für die Politik der Regierung, erklärte Außenminister Augustine Mahiga am Sonntagabend.

Makonda hatte auf der Basis anonymer Hinweise eine Liste von 200 angeblich homosexuellen Menschen erstellen lassen. Sollte sich deren Homosexualität beweisen lassen, würden sie angeklagt werden, sagte der Gouverneur vergangene Woche (queer.de berichtete). Das Vorgehen war international heftig kritisiert worden. Die EU rief sogar ihren Botschafter zu Konsultationen nach Brüssel zurück. Ein Kommissionssprecher erklärte, die Beziehungen zu Tansania würden auf den Prüfstand gestellt.

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Das Homo-Verbot wurde von den Deutschen eingeführt

Männliche Homosexualität ist in Tansania, wie in vielen afrikanischen Ländern, verboten. In dem ostafrikanischen Staat drohen bei Verurteilung bis zu 30 Jahre Haft, dies kommt aber selten vor. Lesbischer Sex ist in den meisten Regionen des multi-religiösen Landes erlaubt, nur in Sansibar droht eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren.

Seit 2016 haben die tansanischen Behörden laut Human Rights Watch allerdings den Druck auf Lesben und Schwule erhöht. Immer wieder kommt es seitdem vor allem in Daressalam und auf der Urlaubsinsel Sansibar zu Festnahmen von angeblichen Homosexuellen. Die Schritte der Regierung gegen Homosexualität schlossen unter anderem ein Verbot von Gleitgel ein (queer.de berichtete).

In vielen afrikanischen Ländern geht das Homo-Verbot auf britische Kolonialherren zurück, in Tansania waren aber die Deutschen schuld: Deutsch-Ostafrika hatte Ende des 19. Jahrhunderts männliche Homosexualität untersagt. Nach der Machtübernahme der Briten in Folge des ersten Weltkrieges wurde das Homo-Verbot beibehalten. (cw/dpa)



#1 Gerlinde24Profil
  • 06.11.2018, 04:56hBerlin
  • Interessant ist, dass vor der Kolonialisierung durch die Europäer, in vielen Ländern Afrikas (auch auf Sansibar), man offen und natürlich mit Homosexualität umging. Erst die "christlichen" Kolonialherren haben alles versaubeutelt.
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#2 schwarzerkater
  • 06.11.2018, 08:50h
  • a) ohne politischen druck, bewegen sich politische fanatiker nie und nimmer. endlich hat die EU zeitnah reagiert.
    b) alle länder, die in der kolonialzeit "merkwürdige gesetze" bekommen haben, die hatten nun gut 100 jahre zeit, diese abzuschaffen.
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#3 schwarzerkater
  • 06.11.2018, 08:53h
  • Antwort auf #1 von Gerlinde24
  • sansibar ist inzwischen islamisiert und welches islamische land weltweit steht für eine liberale gesellschaft? also bitte mal die realität betrachten und nicht nur die schuld bei den kolonialherren von vor über 100 jahren suchen.
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#4 Patroklos
  • 06.11.2018, 09:00h
  • Die EU hat also ihren Botschafter aus Tansania zurückgeholt - hätte ich nicht erwartet!
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#5 Gerlinde24Profil
  • 06.11.2018, 10:10hBerlin
  • Antwort auf #3 von schwarzerkater
  • Ich rede von der Zeit lange vor den Kolionalherren, und dem Islamismus heutiger Prägung. Da war Homosexualität auf Sansibar toleriert, teilweise (je nach Ort) auch akzeptiert. Allgemein galt damals, das H. Privatsache sei. Frauen und Männer durften einander heiraten, wie eine Historikerin auf Arte in einer Reportage über Homosexualität im Islam sagte.
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#6 Simon HAnonym
#7 Religioten-WatchAnonym
#8 Alice
  • 06.11.2018, 20:40h
  • Antwort auf #3 von schwarzerkater
  • "Islam = gegen LSBT"
    nette, griffige Formel, ganz in der Denke von, ihr wisst schon wem!
    aber: Sie ist falsch.
    Das wissen die meisten "Islamisierten" ('witziges' Wort, nicht wahr) und wollen nicht, dass ihre Religion dazu missbraucht wird.
    Es ist wie bei vielen christlichen Religionen und deren "Christianisierten" auch, es gibt welche die wollen damit ihren Wahnsinn verbreiten dennoch wäre "Christ = LSBT-feindlich" zwar nett und griffig und so schön S/W aber auch das ist falsch.
    Danke EU. Wir müssen, wie auch zum Kolonialismus, zu anderen Fehlern heute nicht mehr halten und sie ggf sanft korrigieren. Leider versuchen manche Gruppen derartiges als "Neue Kolonialisierung" hinzustellen - hat der aktuell amtierende Pabst nicht auch etwas in der Richtung getutet? Und das kommt von einer Organisation, die ihre Fänge tief ins Afrika eingegraben hat und viele der heutigen Probleme mitverschuldet hat und noch weiter verschuldet. Wen wundert es, dass sich viele Menschen und Staaten "islamisieren" ließen?
    "Islam = LSBT-feindlich" und "Christentum = LSBT-feindlich" ist sehr gemein gegen alle von "uns" die einer solchen Religion angehören.
    Zwischenruf: "Ich nicht!" - ja ich auch nicht, aber dennoch:
    Bei 7 669 109 080 Menschen die zum Jahresende auf der Erde leben sollen und geschätzten 12% LSBTTIQ sind "wir" rechnerisch 920293089 oder aufgerundet 1 Milliarden LSBTTIQ.
    Zahlen von 2010 zu den Weltreligionen (
    de.wikipedia.org/wiki/Weltreligion)

    Christentum (etwa 2,3 Mrd. Anhänger)
    Islam (etwa 1,6 Mrd. Anhänger)
    Hinduismus (etwa 940 Mio. Anhänger)
    Buddhismus (etwa 460 Mio. Anhänger)
    Judentum (etwa 15 Mio. Anhänger)
    seit "damals in 2010" sind etwa 2,4 Milliarden (35%) Menschen hinzugekommen.
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#9 EternalAlmanAnonym
  • 06.11.2018, 21:36h
  • Antwort auf #8 von Alice
  • Entweder haltet ihr euch an die Gebrauchsanleitung euer Religionen, oder ihr heuchelt euren Göttern etwas vor. In euren heiligen Büchern stehen ganz klar Sätze gegen Homo und Transsexuelle, das könnt ihr nicht wegdiskutieren.

    Wenn euch das nicht passt, verlasst diese Religionen endlich. Was hält euch da, außer Selbstbetrug?
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#10 TheDadProfil
  • 06.11.2018, 22:56hHannover
  • Antwort auf #2 von schwarzerkater
  • ""b) alle länder, die in der kolonialzeit "merkwürdige gesetze" bekommen haben, die hatten nun gut 100 jahre zeit, diese abzuschaffen.""..

    Wie kommst Du denn auf die 100 Jahre ?
    Tansania ist erst seit 1961 von GB unabhängig geworden..

    Und wie weitreichend Britische Gesetzgebung funktioniert konnte man unlängst an dem seit 1948 unabhängigem Indien erleben..
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