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Hamburg

Monika Treut an S-Bahn-Station attackiert

Die Gendernauts"-Regisseurin und Special-Teddy-Award-Gewinnerin wurde von einer Frau in Hamburg auf die S-Bahn-Gleise geschubst und verletzt.


Monika Treut hat sich bei der Attacke einen Beckenbruch zugezogen (Bild: Monika Treut, Hyena Films / wikipedia)

Die Filmregisseurin und -produzentin Monika Treut ist am vergangenen Donnerstagmorgen in ihrer Heimatstadt Hamburg Opfer einer Attacke einer 56-jährigen Frau geworden. Die mutmaßliche Täterin soll Treut von einem Bahngleis am S-Bahnhof Sternschanze auf das Schienenbett an Gleis 2 gestoßen haben, wie das "Hamburger Abendblatt" meldet (Artikel hinter Bezahlschranke). Treut zog sich dabei einen Beckenbruch zu und liegt seither im Krankenhaus. Die 64-Jährige muss starke Schmerzmittel einnehmen.

Die mutmaßliche Täterin soll Treut ohne Vorankündigung mit einem Schulterstoß von hinten attackiert haben. Zum Glück für die Regisseurin sollen ihr dann zwei Männer sofort aus dem Gleisbett geholfen haben. Zu diesem Zeitpunkt fuhr keine Bahn ein.

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Täterin offenbar psychisch krank

Die Bundespolizei nahm die Angreiferin noch vor Ort fest. Sie soll zunächst die Tat abgestritten haben, allerdings überführten Aufnahmen aus der Überwachungskamera die 56-Jährige ohne jeglichen Zweifel. Ein Bundespolizist habe laut "Abendblatt" erklärt, dass die Frau einen verwirrten Eindruck gemacht habe. Ein Amtsarzt habe sie nach einer Untersuchung noch am Tattag in eine Psychiatrie eingewiesen.

Derzeit ermittelt die Bundespolizei wegen gefährlicher Körperverletzung. Versuchter Mord werde der Beschuldigten gegenwärtig nicht zur Last gelegt, da zum Tatzeitpunkt keine S-Bahn eingefahren und damit keine unmittelbare Lebensgefahr bestanden habe. Die Beamten suchen derzeit noch nach den Männern, die Treut geholfen habe, um weitere Details des Tathergangs klären zu können. Diese sollen sich bei der Bundespolizei melden (Tel. 040/66 88 50 55 55).

Treut gilt als Vorreiterin des "New Queer Cinema". Besonders einflussreich war ihre Dokumentarfilm "Gendernauts – eine Reise durch das Land der Neuen Geschlechter" aus dem Jahr 1999, der damals mit dem Spezialpreis der Teddy-Jury ausgezeichnet wurde. Auf mehreren anderen Filmfestivals erhielt die 86-minütige Produktion über die genderqueere Szene in San Francisco weitere Preise. Vergangenes Jahr erhielt Treut auch den Special-Teddy-Award für ihr Lebenswerk (queer.de berichtete). (dk)



#1 marcocharlottenburgAnonym
  • 06.11.2018, 19:29h
  • Gut, meine Strafrechtsvorlesungen sind lange her und ich bin sicherlich nicht mehr auf dem Stand der Dinge, wenn ich aber jemanden von hinten irgendwo runterstoße, ich würde doch hier zumindest mal prüfen, ob hier nicht ein bedingter Tötungsvorsatz vorliegt... bisweilen wird mir das immer ein wenig vorschnell ausgeschlossen.
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#2 KomischAnonym
  • 06.11.2018, 20:25h
  • Aha, die Frau machte also einen verwirrten Zustand, aber eine Tötungsabsicht war angeblich nicht dahinter, weil keine Bahn einfuhr.

    Und wenn diese Frau gar nicht auf den Bahnverkehr achten konnte, weil sie ja "verwirrt" war? Kann es dann ein bedingtes Tötungsdelikt sein, sehr geehrte Ermittler und sehr geehrter Herr Staatsanwaltschaft?
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#3 Homonklin44Profil
  • 06.11.2018, 22:37hTauroa Point
  • Ein Problem ist, dass man sich mit der Einordnung "verwirrt" oder psychisch krank auch so Einiges erlauben kann. Psychosen, Borderline, schizoide Elemente - dann wurde da halt der Teufel oder die ausgetauschte Person gestoßen.

    Kann trotzdem nur ein dummer Zufall gewesen sein, und die Verwirrte kannte Frau Treut gar nicht ... wer weiß?

    Hoffentlich kann Frau Treut das Erlebnis verarbeiten und genesen, aber natürlich bleiben Narben, die tiefer als bis Hüfte gehen. Gute Besserung!
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#4 PatroklossAnonym
#5 Simon HAnonym
  • 07.11.2018, 11:09h
  • Jemanden auf Bahngleise zu schubsen ist eindeutig Mordversuch und sollte auch so geahndet werden.
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#6 PizzaPizzaAnonym