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Midterm-Wahlen

Erster offen schwuler Gouverneur der USA

Der Selfmade-Millionär und Regenbogenvater Jared Polis konnte sich in Colorado klar gegen den Republikaner Walker Stapleton durchsetzen.


Der offen homosexuelle Demokrat Jared Polis erzielte bei den Gouverneurs-Wahlen in Colorado über 51 Prozent der Stimmen (Bild: Office of Congressman Jared Polis)

Die Zwischenwahlen in den USA haben nicht nur die politischen Kräfteverhältnisse im US-Parlament verschoben. Bei der Abstimmung auf verschiedenen Ebenen haben auch mehrere Politiker Geschichte geschrieben: als "erste Vertreter ihrer Art" im US-Parlament oder in ihrem Bundesstaat.

So rückt der Demokrat Jared Polis als erster offen schwuler Mann auf einen Gouverneurs-Posten in den USA auf – und zwar in Colorado. Der 43-Jährige erzielte über 51 Prozent der Stimmen und liegt damit klar vor dem Republikaner Walker Stapleton, für den nur rund 45 Prozent der Wähler stimmten.

Polis hat mit seinem Partner zwei Kinder

Der Self-Made-Millionär, der um die Jahrtausendwende mit Internetfirmen wie ProFlowers.com enorme Gewinne erzielen, ist bereits seit 2009 Kongressabgeordneter. Im Wahlkampf machte er sich insbesondere gegen die von der Republikanern geforderten Steuersenkungen mobil und setzte sich für eine weitere Liberalisierung von der Nutzung der in Colorado legalen Droge Cannabis stark. Im Parlament hatte sich Polis stets für LGBTI-Rechte engagiert. Mit seinem Partner hat er zwei Kinder.

Zwei weitere demokratische LGBTI-Kandidaten scheiterten am Dienstag dagegen bei Gouverneurswahlen. Demoskopen hatten der Transfrau Christine Hallquist in Vermont und der lesbische Kandidatin Lupe Valdez in Texas ohnehin nur Außenseiterchancen gegen die republikanischen Amtsinhaber eingeräumt. Hallquist, die erste Transkandidatin einer großen Partei bei Gouverneurswahlen in der US-Geschichte, unterlag dem beliebten Regierungschef Phil Scott mit 39 gegenüber 57 Prozent. Valdez musste sich dem homophoben Gouverneur Greg Abbott mit 42 zu 57 Prozent geschlagen geben.

Bislang war erst einmal ein offen schwuler Kandidat zu Gouverneurswahlen angetreten: 2014 unterlag Mike Michaud im Bundesstaat Maine dem LGBTI-feindlichen republikanischen Amtsinhaber Paul LePage mit 43 zu 48 Prozent.

Außerdem war der schwule Politiker Jim McGreevey von 2002 bis 2004 Gouverneur des Bundesstaates New Jersey. Der damals mit einer Frau verheiratete Demokrat outete sich allerdings erst, als die Presse über seine Affäre berichtete ("Die Wahrheit ist, dass ich ein schwuler Amerikaner bin") – und erklärte am gleichen Tag seinen Rücktritt (queer.de berichtete).

Auch bisexuelle Gouverneurin gewinnt Wahl

Erste und bislang einzige LGBTI-Gouverneurin, die ihre sexuelle Orientierung nicht versteckte, ist die bisexuelle Demokratin Kate Brown, die 2015 nach dem Rücktritt von John Kitzhaber das Amt als Regierungschefin des Bundesstaates Oregon übernahm. Sie muss sich alle zwei Jahre Wahlen stellen: Bei den Wahlen 2016 erhielt 51 Prozent der Stimmen, ihr republikanischer Kontrahent Bud Pierce kam auf nur 43 Prozent. Am Dienstag verteidigte sie ihren Posten gegen den Republikaner Knute Buehler mit 50 zu 44 Prozent. (cw/dpa)


Kate Brown ist die erste und bislang einzig offen bisexuelle Gouverneurin der Vereinigten Staaten (Bild: oregon.gov)



#1 Patroklos
#2 alter schwedeAnonym
  • 07.11.2018, 08:22h
  • Eine schöne und aufbauende Nachricht, die dem dicken Mann mit der Kaugummistimme, an der Spitze des Landes, gar nicht gefallen wird. Manchmal überraschen einen die Amerikaner doch noch. Ich wünsche Gouverneur Polis für sein Amt viel Glück, eine gute Hand und alles Gute.
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#3 FOX NewsAnonym
#4 DominikAnonym
  • 07.11.2018, 12:41h
  • Eigentlich sollten wir langsam mal dahin kommen, dass nicht die sexuelle Orientierung, sondern die Politik, für die jemand steht, im Mittelpunkt steht. So gibt es ja auch immer mal wieder homosexuelle Politiker*innen (Alice Weidel, Pim Fortuyn, z.B.), die für eine menschenverachtende Politik stehen und für deren Erfolg sich niemand aus der LGBT-Community wirklich freuen kann.

    In diesem Fall darf man sicher trotzdem guten Gewissens gratulieren. Nur sollte eben nicht immer wieder die Homosexualität selbst als Aushängeschild dargestellt werden, sondern die politischen Inhalte, für die jemand steht. Das ist viel wichtiger!
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#5 Ningende SonneAnonym
#6 gatopardo
  • 07.11.2018, 15:13h
  • Gut, natürlich freue ich mich über den Sieg dieses schwulen Demokraten. Dann aber überlegt man sich, wie es denn möglich ist, dass ein so vulgärer Mensch wie Trump immer noch so haushoch gewinnen kann. Soeben las ich einen journalistischen Kommentar, dass wir uns nicht unbedingt Illusionen über eine Abwahl Trumps in 2 Jahren machen müssen.
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#7 Bonifatius49Anonym
#8 TheDadProfil
  • 07.11.2018, 21:57hHannover
  • Antwort auf #4 von Dominik
  • ""In diesem Fall darf man sicher trotzdem guten Gewissens gratulieren. Nur sollte eben nicht immer wieder die Homosexualität selbst als Aushängeschild dargestellt werden, sondern die politischen Inhalte, für die jemand steht. Das ist viel wichtiger!""..

    Dem könnte man dann zustimmen, wenn es sich bei den Politiker*innen um Menschen handelte die fern eigener Interessen für die Interessen Anderer streiten und eintreten..
    Von denen es definitiv zu wenige gibt..

    Im Gegensatz dazu handelt es sich bei Politiker*innen wie Weidel und Fortuyn um Menschen die gegen die eigenen Interessen handeln, und von denen haben wie neben denen die sowieso nur gegen die Interessen Anderer agieren auch schon genügend..
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