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Tansania

Zehn Schwule auf Urlaubsinsel Sansibar festgenommen

Die verhafteten Männer sollen nach Angaben von Amnesty International im tansanischen Strandort Pongwe eine gleichgeschlechtliche Hochzeit gefeiert haben.


Kein Paradies für Schwule und Lesben: Strandort Pongwe auf Sansibar

  • 7. November 2018, 08:32h 14 2 Min.

Die Polizei auf der Urlaubsinsel Sansibar vor der Küste Tansanias hat Amnesty International zufolge zehn mutmaßlich homosexuelle Männer festgenommen. Die "schockierenden" Festnahmen zeigten, dass Tansania Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung verfolge, erklärte der stellvertretende Ostafrika-Direktor der Menschenrechtsorganisation, Seif Magango.

Den Männer werde vorgeworfen, im Strandort Pongwe eine gleichgeschlechtliche Hochzeit gefeiert zu haben, wie Amnesty International am Dienstagabend weiter erklärte. Die Insel Sansibar ist auch bei europäischen Urlaubern ein beliebtes Reiseziel. Eine Woche vor den Festnahmen habe ein prominenter tunesischer Politiker die Bevölkerung aufgefordert, mutmaßliche Homosexuelle der Polizei zu melden, so Amnesty.

Bis zur 30 Jahre Haft auf Homosexualität

Männliche Homosexualität ist in Tansania, wie in vielen afrikanischen Ländern, verboten. In dem ostafrikanischen Staat drohen bei Verurteilung bis zu 30 Jahre Haft, dies kommt aber selten vor. Lesbischer Sex ist in den meisten Regionen des multi-religiösen Landes erlaubt, nur in Sansibar droht eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren. Die Regierung von Präsident John Magufuli nahm zuletzt eine immer intolerantere Position zur Homosexualität ein (queer.de berichtete).

Ende Oktober hatte der Gouverneur der Wirtschaftsmetropole Daressalam erklärt, er habe eine Liste von 200 angeblich homosexuellen Menschen erstellen lassen. Sollte sich deren Neigung beweisen lassen, würden sie angeklagt werden, kündigte er an (queer.de berichtete). Nach internationaler Kritik distanzierte sich die Regierung von dem Vorhaben (queer.de berichtete). Die Europäische Union bedauerte die "Verschlechterung der Menschenrechtssituation" und rief ihren Botschafter zu Konsultationen nach Brüssel zurück. (cw/dpa)

-w-

#1 ReisekaufmenschAnonym
  • 07.11.2018, 09:42h
  • Tourismus-Boykott! Jeder Schwule, der jetzt noch dorthin reist, kommt mit Blut an den Händen zurück. D.h. wenn er überhaupt zurückkommt und nicht 25 Jahre lang in einem versifften Gefängnis verrottet.
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#2 FOX NewsAnonym
  • 07.11.2018, 10:02h
  • Antwort auf #1 von Reisekaufmensch
  • Schön wäre es, aber wenn ich lese, dass sogar schwule Reiseblogs Tipps für Urlaube in Ländern geben, in denen HS unter Strafe steht, dann bezweifel ich, dass der große Teil der Community dies befolgen wird. Und fröhlich sprudeln die Devisen weiter.
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#3 Taemin
  • 07.11.2018, 12:08h
  • Vor ein paar Monaten gab es in der Sonntagsausgabe der hiesigen Regionalzeitung einen begeisterten Artikel über Sansibar und seinen Tourismus. Ich schrieb daraufhin einen Leserbrief, in dem ich darauf aufmerksam machte, dass Schwule, die sich von diesem Artikel zur Reise dorthin inspirieren lassen, möglicherweise statt zwei Wochen Urlaub 20 Jahre Gefangenschaft in einem afrikanischen Knast riskieren und dass es journalistische Aufgabe ist, neben den Naturschönheiten und den kulturellen Sehenswürdigkeiten auch die Menschenrechtslage zu beleuchten. Immerhin wurde der Brief ungekürzt abgedruckt. Im Übrigen ist es Sache jedes Schwulen, sich rechtzeitig über die Zustände im geplanten Urlaubsland zu unterrichten und Länder wie Sansbar zu meiden - zur eigenen Sicherheit und um diese Barbaren nicht auch noch finanziell zu unterstützen. Wen der Indische Ozean lockt, der kann auch auf die Seschellen fahren, die die Verfolgung jüngst abgeschafft haben.
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