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Mariana Harder-Kühnel

AfD nominiert erbitterte LGBTI-Gegnerin als Vizepräsidentin des Bundestages

Die Abgeordneten am rechen Rand des Plenums starten einen neuen Anlauf auf das Bundestagspräsidium – dieses Mal mit einer Kandidatin, die ständig über "Frühsexualisierung" klagt.


Nach dem Willen der AfD soll LGBTI-Gegnerin Mariana Harder-Kühnel mehr Macht im Bundestag bekommen (Bild: Screenshot Parlamentsfernsehen)

  • 7. November 2018, 10:38h 22 2 Min.

Die hessische AfD-Bundestagsabgeordnete Mariana Harder-Kühnel soll nach dem Willen ihrer Partei Bundestagsvizepräsidentin werden. In einer innerfraktionellen Abstimmung setzte sich Harder-Kühnel am Dienstagabend mit 35 zu 16 Stimmen gegen Karsten Hilse durch. Die 44 Jahre alte Juristin tritt an, weil die anderen Fraktionen den bisherigen Kandidaten der AfD auf den Vizeposten, Albrecht Glaser, wegen dessen extremistischer Aussagen nicht wählen wollte. Glaser hatte etwa den Entzug des Grundrechts auf Religionsfreiheit für Muslime gefordert.

Harder-Kühnel ist in ihrem Äußerungen in Bezug auf den Islam ein wenig moderater, konzentriert aber als Gründungsmitglied des AfD-Bundesfachausschusses Familie auf die Diffamierung von LGBTI-Lebensweisen. So nutzt sie regelmäßig den Kampfbegriff "Frühsexualisierung", um gegen gegen schulischen Aufklärungsunterricht zu polemisieren, in dem auch Homo- oder Transsexualität erwähnt werden. Als Sprecherin des Landesarbeitskreises Familie hatte Harder-Kühnel Parteimitglieder zur Teilnahme an der homofeindlichen "Demo für alle" in Wiesbaden aufgerufen.

Gegen "staatlich aufgezwungene unnatürliche Frühsexualisierung"

In Interviews und Bundestagsreden bekräftigte Harder-Kühnel ihre Position mehrfach. So sagte sie vergangenes Jahr vor der Bundestagswahl im Hessischen Rundfunk: "Ab zehn Jahren steht Homo-, Bi- und Transsexualität auf dem Lehrplan. Das ist in dem Alter einfach noch zu früh." In einer Bundestagsrede forderte sie im März diesen Jahres die Regierung auf, "die staatlich aufgezwungene unnatürliche Frühsexualisierung unserer Kleinsten in Kitas und Grundschulen [zu] verhindern". Pädagogen verweisen dagegen darauf, dass derartiger Unterricht Mobbing gegen Minderheiten verhindern und die hohen Selbstmordraten unter queeren Schülern bekämpfen könne.

Jeder Fraktion steht seit 1994 laut der Geschäftsordnung mindestens ein Bundestagsvizepräsidentenposten zu. Die wichtigste Funktion dieses Postens besteht in der Leitung der Plenarsitzungen. Alle Bewerber müssen nach der Nominierung durch ihre Partei von der Mehrheit der Abgeordneten gewählt werden. Der Vorgänger-Kandidat Albrecht Glaser war vergangenes Jahr drei Mal bei derartigen Abstimmungen durchgefallen. Die AfD hatte bis jetzt an Glaser festgehalten, offenbar weil sich die Partei wegen der Nicht-Wahl in sozialen Netzwerken als System-Opfer darstellen wollte. (dk)

-w-

#1 wrap7
  • 07.11.2018, 12:45hFrankfurt
  • Diese Strategie kann man gesellschaftskritisch gut kontern, und sogar zurück zu schlagen. Man darf hier nicht in die AfD Falle treten, ständig zu kontern im Sinne von: "Das stimmt doch gar nicht!" Das ist der Köder. Darauf ist die AfD vorbereitet. Und es spielt KEINE Rolle.
    Die Strategie dahinter: Die Menschen sollen sich vorstellen wie unschuldige Kindern SadoMaso/Sex/Fetisch-Spiele beigebracht werden. Natürlich stimmt das nicht, aber das ist egal. Die Menschen sollen sich vorstellen wenn sie das hören oder lesen. Und an diese Vorstellung sollen sie sich gewöhnen. Die Strategie ist Emotionen zu verankern. Irgendwann vergisst man woher man etwas gehört oder gelesen hat. Aber die Emotionen bleiben und sie lenken wie wir uns entscheiden.

    Gegen-Strategie:
    Methode 1:
    Man stellt die AfD als Befürworter von Helikopter-Eltern da die ihre Kinder überbehüten und verhätscheln. "Bloß nicht zu viel sexuelle Aufklärung! Bloß nicht zu viel Biologie! Das arme Kind soll doch bitte in seiner über behüteten Blase bleiben und nur das aller aller Beste bekommen und in einer immer sauber sterilen Umgebung aufwachsen!"
    Man stellt die AfD als jemanden da, der keine Ahnung von der Realität hat. Man dreht den Spieß um und stellt die AfD als jemanden dar, der Kinder und Jugendliche nicht sie selbst sein lassen möchte sondern sie verhätschelt, überbehütet, etc.

    Methode 2:
    Man stellt die AfD als jemanden dar, der keine Verantwortung übernehmen möchte. Der Kinder nicht erziehen will, ihnen nichts beibringen will.
    Man kann spitz formuliert fragen: Wir können ignorieren dass es die menschliche Sexualität gibt und die Kinder werden sich die Informationen aus dem Internet oder auf anderem Wege holen. Oder wir können ihnen mit etwas auf dem Weg geben, dass sie auf ihrem Weg begleitet, welche Gefahren es gibt, auf was man achten sollte, etc.
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#2 Homonklin44
  • 07.11.2018, 12:51hTauroa Point
  • Gegen staatlich aufgezwungenen Schwachsinn in Falschinformation unter ideologischer Brunz-Berieselung scheint die Dame zumindest nicht viel zu haben.

    Und LGBTIQ*-Kinder sind ihr schnurzpiepegal. Na so eine wünscht man sich nicht als Rechtsbeistand.

    Hätte man seinerzeit als 6-Jähriger schon eine wenigstens neutrale Rückenstärkung zum Soseindürfen an KiGa oder Grundschule erhalten, wer weiß, ob man den durch Religion vermittelten Selbstablehnungsdruck überhaupt je verinnerlicht hätte. Mit Leuten, die LGBTIQ*-Kinder weiterhin im Stich lassen, werden sich jedenfalls die Depressionsraten unter diesen Kindern nicht zurückdrängen lassen.
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#3 RubinsAnonym
  • 07.11.2018, 13:09h
  • Antwort auf #1 von wrap7
  • Finde ich sehr gute Methoden.

    Ich hatte eher krassere Antworten, dass der AFD der Schutz von Kindern egal ist und das sie Selbstmord etc. von Kindern und Jugendlichen befürworten und in Kauf nehmen, wenn diese Homosexuell sind.
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