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Projekt der Hirschfeld-Stiftung

Online-Seminar soll DFB bei Kampf gegen Homophobie helfen

Der Deutsche Fußballbund will verstärkt gegen Homosexuellenfeindlichkeit vorgehen und erhält Unterstützung von der Bundesstiftung Magnus-Hirschfeld.


Der DFB will Homosexuellenfeindlichkeit in seinen Reihen bekämpfen (Bild: Brickset / flickr)

Vertreter der 21 Landesverbände des Deutschen Fußballbundes haben sich am Mittwoch in Frankfurt am Main zu einem Erfahrungsaustausch "Homophobie" getroffen. Der offen schwule frühere Nationalspieler Thomas Hitzlsperger schaltete in der DFB-Zentrale ein internes Web-Seminar ("Webinar") für die Mitgliedsvereine frei, das von der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld (BMH) in Auftrag gegeben und von Professor Dr. Martin Schweer von der Universität Vechta entwickelt wurde. Der Psychologe ist wissenschaftlicher Leiter der Bildungs- und Forschungsinitiative "Fußball für Vielfalt – Fußball gegen Homophobie und Sexismus" der Hirschfeld-Stiftung.

Das vierteilige, 40-minütige Webinar informiert über Ursachen und Erscheinungsformen von Sexismus und Homophobie im Fußball. Zugleich gibt es Anstöße, um das eigene Handeln zu reflektieren. Zudem werden Hinweise zur Förderung der Verhaltenssicherheit in schwierigen Situationen gegeben, beispielsweise im Umgang mit Diskriminierungen gegenüber lesbischen Spielerinnen oder schwulen Spielern.


Das Webinar will Fußballer aufklären, die sich noch nicht mit dem Thema Homosexualität auseinandergesetzt haben (Bild: DFB)

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Justizministerin begrüßt Kampf gegen Homophobie

Bundesjustizministerin Katarina Barley begrüßte das Bildungsprojekt als Anstoß für einen kulturellen Wandel: "Der Fußballsport hat sich lange schwer getan mit dem Thema Homosexualität. Bis heute ist der Umgang mit Homosexualität leider viel zu häufig von Tabuisierung und Ausgrenzung geprägt", sagte die SPD-Politikerin, die auch Kuratoriumsvorsitzende der BMH ist. "Dabei hat der Sport eine enorme Integrationskraft, um gesellschaftliche Vorurteile zu überwinden."

Immer wieder gibt es Berichte über Defizite beim DFB-Kampf gegen Homophobie. So gibt es noch immer in den deutschen Profiligen keinen einzigen offen schwulen Spieler. Dafür wird die internalisierte Homophobie im Fußball verantwortlich gemacht. Ein Beispiel für homosexuellenfeindliches Verhalten: Vergangenes Jahr berichtete ein schwule Amateur-Fußballer, dass der DFB einen Schiedsrichter nach 30 Jahren Berufserfahrung beurlaubt habe, weil dieser homosexuell ist (queer.de berichtete). (pm/cw)