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Haushaltsentwurf

Die Altenpflege wird für LGBTI sensibilisiert

Im Haushaltsausschuss des Bundestags setzte die SPD eine halbe Million Euro für ein Pilotprojekt durch, das ältere queere Menschen vor Diskriminierung schützen soll.


Seniorin bei der Pflege (Bild: Andreas Bohnenstengel / wikipedia)

Im Rahmen der Haushaltsberatungen beschloss der Haushaltsausschuss des Bundestags am Freitag auf Initiative der SPD auch ein Modellprojekt, das älteren LGBTI ein diskriminierungsfreies Umfeld anbieten soll. Für die kommenden beiden Jahre sind dafür jeweils 250.000 Euro im Einzelplan 17 des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend vorgesehen.

"Alterswürdiges Leben macht nicht an der sexuellen Identität halt", erklärten die beiden SPD-Abgeordneten Karl-Heinz Brunner und Johannes Kahrs in einer Pressemitteilung. "Wir hoffen, dass dieses Projekt den ersten Schritt darstellt zu einer gesamtgesellschaftlichen Entwicklung im Umgang mit homosexuellen Menschen älteren Semesters. Gerade sie haben in der Vergangenheit oft Diskriminierung, Ausgrenzung, Stigmatisierungen, Repressionen, sogar Gewalt und Verfolgung erfahren."

In drei Schritten zur flächendeckenden Sensibilisierung

Im Rahmen des Pilotprojekts soll zunächst ein Musterkonzept erstellt werden, das Fakten und Herausforderungen ausarbeitet und die Besonderheiten der Lebensweisen und Erfahrungen der LGBTI-Community und ihrer spezifischen Belange und Bedarfe berücksichtigt. Multiplikatoren sollen anschließend in Modellstandorten geschult werden, wie ein sensibles, respektvolles und offenes Betreuungsklima in der stationären und ambulanten Pflege geschaffen werden kann. Von dort soll schließlich eine flächendeckende Sensibilisierung für das Thema LGBTI in ganz Deutschland erreicht werden.

Die zweite und dritte Lesung des Haushaltsentwurfs im Bundestag findet in der Woche vom 19. bis 23. November statt. (cw)



#1 DominikAnonym
  • 11.11.2018, 09:36h
  • Ein sehr wichtiges Thema und stark von der SPD, dieses Thema anzupacken! Auch allgemein muss die Politik noch sehr viel mehr tun, um die Pflege und auch die gesellschaftliche Teilhabe von älteren Menschen zu verbessern. Das Ideal sind sicher Mehrgenerationen-Netzwerke, wo jeder für jeden da ist und es keine Rolle spielt, wie jung oder alt, gesund oder krank, reich oder arm man ist, wo man her kommt oder was für ein soziales und sexuelles Leben man geführt hat. Sehr wichtige Sache, dran bleiben!
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#2 jochenProfil
  • 11.11.2018, 12:11hmünchen
  • Ein sehr gutes Ansinnen.

    Gerade auch, weil wir in Zukunft vermutlich viel mehr Pfleger haben werden, die aus homophoben Ländern stammen und deren Einstellung und Verhalten Probleme machen könnten, wenn sie plötzlich offen schwul oder lesbisch lebende Menschen zu pflegen haben.

    Aufklärung (dass z. B. Schwule nicht vom Teufel besessen sind, und auch nicht psychisch krank sind) und entsprechende Anweisungen könnten vielleicht Gutes bewirken und helfen.

    Die oben im Artikel beschriebene Vorgehensweise erscheint mir ziemlich bürokratisch, und wirft bei mir Bedenken auf, ob das auch wirklich bei dem einzelnen Menschen ankommt. Ich denke persönliche Aufklärung von Mensch zu Mensch ist oft wirkungsvoll(er).
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#3 MarteAnonym
  • 12.11.2018, 11:48h
  • Oh boi, die Kommentare.
    Was denkt ihr denn was in den Pflegeheimen passiert?

    Sollte das einem Pfleger unangenehm sein, kann er einen Wechsel der Bewohner erfragen.
    Wenn er aufgrund dessen seine Tätigkeit vernachlässigt, ablehnt oder dem Bewohner gegenüber ausfällig ist, wird er gekündigt.

    Wäre schön, wenn man das Pilotprojekt eventuell näher beschreibt. Ansonsten sehe ich ehrlich gesagt nicht die Sinnigkeit, da mögliche Problemfälle bereits in vorhandene Kategorien fallen.
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#4 ParadoxAnonym
  • 13.11.2018, 16:41h
  • Hilfreich dabei wäre, wenn es Altenpfleger/innen gibt, die selbt schwul oder lesbisch etc. sind.
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