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Gründung in Berlin

Erster Verein für queere Juden in der Bundesrepublik

"Keshet Deutschland" will sich dafür einsetzen, dass LGBTI und ihre Familien in den jüdischen Gemeinden selbstverständlich werden.


Die Gründungsmitglieder von Keshet Deutschland (Bild: Keshet Deutschland)

Eine Gruppe junger Juden hat Anfang November in Berlin den Verein "Keshet Deutschland" gegründet – "keshet" ist das hebräische Wort für Regenbogen. Die Initiative wolle "die Rechte von und den Umgang mit LGBTQI*-Juden* in Deutschland fördern", erklärte sie am Sonntag in einer Pressemitteilung.

Das jüdische Leben in Deutschland sei vielfältig, doch habe es bislang an einem Angebot für queere Menschen gefehlt. "Wir werden gemeinsam dafür kämpfen, dass sich niemand mehr zwischen seiner jüdischen und seiner queeren Identität entscheiden muss", sagte der Keshet-Vorsitzende Monty Ott zu den Zielen des Vereins.

Mit Empowerment und Bildungsarbeit gegen Vorurteile

Neben LGBTI will der Verein auch nicht-queere Unterstützer einbinden. "Wir wollen gemeinsam dafür sorgen, dass offen queeres Leben und auch queere Familien in den jüdischen Gemeinden selbstverständlich werden", so der stellvertretende Vorsitzende Leo Schapiro. Dalia Grinfeld, ebenfalls stellvertretende Vorsitzende, hat dabei klare Vorstellungen über die Vorgehensweise: "Wir setzen bei der Jugend an, schaffen ein Bewusstsein und empathisches Verständnis für Lebensrealitäten von LGBTQI*-Personen, um gesamtgesellschaftlich zu agieren."

Vorbehalte und Ressentiments gegenüber queeren Menschen will Keshet Deutschland mit Empowerment und Bildungsarbeit bekämpfen: "Ersteres soll Freiräume schaffen, damit queere Juden* ein positives Selbstverständnis zu ihrer sexuellen Identität entwickeln können", heißt es dazu in der Pressemitteilung. "Letzteres soll die Integration von queeren Menschen und ihren Familien innerhalb aller Aspekte des jüdischen Lebens ermöglichen."

Konkret wolle man "Shabbatot, Seminare, Shiurim, Veranstaltungen zu den Feiertagen" und weitere Treffen anbieten. Über die Facebook-Seite hält der Verein Interessierte auf dem laufenden. (cw)

Facebook / Keshet Deutschland | Keshet Deutschland stellt sich vor



#1 MeirAnonym
  • 11.11.2018, 18:29h
  • Es hat sehr lange gedauert bis Keshet zustande gekommen ist. Ich wünsche euch viel Erfolg, weil in der Community nicht eifach ist, sich zur eigenen Sexualität zu bekennen.
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#2 Gerlinde24Ehemaliges Profil
  • 12.11.2018, 03:59h
  • Auch von mir alles Gute für Euren schweren Weg! Masel tov. In orthodoxen/Ultraorthodoxen Synagogen werdet ihr es schwer haben, vor allem, da der Oberrabiner von Jerusalem gegen Euch sein wird.
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#3 YannickAnonym
  • 12.11.2018, 10:40h
  • Sehr wichtig, da jüdische LGBTI doppelten Anfeindungen ausgesetzt sind. Erstens weil sie Juden sind und zweitens weil sie LGBTI sind.

    Und die Politik unternimmt gegen beides viel zu wenig oder besser gesagt gar nichts.
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#4 Lars MAnonym
  • 12.11.2018, 10:59h
  • Antwort auf #3 von Yannick
  • Natürlich unternimmt die Regierung nichts.

    Wegsehen ist doch das Regierungsprogramm der schwarz-roten Bundesregierung. Egal ob es um dringend nötige Reformen, Klimawandel, soziale Spaltung, etc. geht. Oder eben auch massive Zunahme von Hass und Gewalt gegen LGBTI und gegen Juden.

    Und das bei der deutschen Geschichte...

    Angela Merkel hat es eh perfektioniert, Deutschland ins Koma zu regieren. Und die SPD hat sich längst als eigenständige Partei aufgegeben und schluckt alles, was die Union ihnen vorsetzt, nur um sich irgendwie an der Macht zu halten...
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#5 TimonAnonym
  • 12.11.2018, 13:09h
  • Dass ausgerechnet im Land des rosa Winkels und des gelben Sterns Homohass und Judenhass wieder salonfähig werden, ist ein Armutszeugnis.

    Und dass die Regierung tatenlos zusieht ein Skandal.
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#6 TheDadProfil
  • 12.11.2018, 20:08hHannover
  • Antwort auf #2 von Gerlinde24
  • ""In orthodoxen/Ultraorthodoxen Synagogen werdet ihr es schwer haben, vor allem, da der Oberrabiner von Jerusalem gegen Euch sein wird.""..

    Ich sehe hier keinen Zusammenhang, denn der ist in Jerusalem, der Verein arbeitet aber an der Erlebniswelt innerhalb der BRD..

    Hier würde mich dann mal interessieren, wieso eigentlich sowohl viele jüdische als auch muslimische Menschen "denken", sie müßten sich "zwischen zwei Lebensweisen" entscheiden ?

    LGBTTIQ*-Mensch zu sein ist keine "Lebensweise", weil nicht "selbstgewählt"..
    Aus dem LGBTTIQ*-Mensch-sein kann man im Gegensatz zu einer "Religion" nicht austreten..
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#7 PeerAnonym