https://queer.de/?32323
Outsport
LGBTI-Sportler klagen über Homo- und Transphobie
90 Prozent von sportlich aktiven Angehörigen sexueller oder geschlechtlicher Minderheiten sehen Homo- oder Transsexuellenfeindlichkeit als Problem im Sport an.

Die Studie wurde in Glasgow, der bevölkerungsreichsten Stadt in Schottland, vorgestellt (Bild: Outsport)
- 12. November 2018, 11:18h 2 Min.
Homophobie ist in Europa nach wie vor ein großes Problem im Sport. Das geht aus den ersten Ergebnissen der EU-weiten Studie zu Erfahrungen von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transpersonen und intersexuellen Menschen im Sport hervor, die Anfang des Monats im Rahmen der Outsport-Konferenz im schottischen Glasgow vorgestellt wurde. Die Studie wird unter der Leitung von der Sportsoziologin Dr. Ilse Hartmann-Tews erstellt, einer Professorin an der Deutschen Sporthochschule in Köln.
Laut der Präsentation sind neun von zehn Befragten der Ansicht, dass es im Sport ein Problem mit Homophobie und Transphobie gibt. Zwölf Prozent derjenigen, die in den letzten zwölf Monaten sportlich aktiv waren, berichten in Bezug auf ihre Hauptsportart von negativen Erfahrungen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder ihrer Geschlechtsidentität. Dieser Anteil ist unter den Transfrauen (männlich zu weiblich) mit 31 Prozent am höchsten.
Körperliche Gewalt und Grenzüberschreitungen
Die häufigsten negativen Erfahrungen beziehen sich auf homophobe und transphobe Verunglimpfungen (82 Prozent) sowie Diskriminierungen (75 Prozent), wie zum Beispiel ungleiche Chancen. Erschreckend häufig wurden auch physische Formen von Gewalt (20 Prozent) und physische Grenzüberschreitungen (36 Prozent) genannt.
Insgesamt hatten mehr als 5.500 Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transpersonen und intersexuellen Menschen aus allen 28 EU-Staaten an der Studie teilgenommen – 13 Prozent der Teilnehmer definierten sich als trans oder nicht-binär. Das Alter der Befragungsteilnehmer liegt zwischen 16 und 78 Jahren und beträgt im Durchschnitt 27 Jahre, bei einer sehr hohen Beteiligung von unter 25-Jährigen.
Der umfangreiche Datensatz, der auch Auskunft über die Sporterfahrungen von aktuell nicht mehr sportlich aktiven LGBTI-Personen gibt, wird derzeit weiter ausgewertet. Ein ausführlicher Ergebnisbericht wird Anfang des nächsten Jahres unter www.out-sport.eu veröffentlicht.
Outsport wird über das Förderprogramm Erasmus+ durch die Europäische Kommission finanziert. (pm/dk)














