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Zensur

Malaysia schneidet LGBTI-Szenen aus "Bohemian Rhapsody"

Die staatliche Zensur schnitt fast eine halbe Stunde aus dem Film über die Band Queen, um jeglichen Hinweis auf die Bisexualität von Freddy Mercury zu tilgen. Zuschauer beschwerten sich, dass der Film dadurch unverständlich sei.


Viele Szenen mit Rami Malek sind für Malaysia zu schwul (Bild: 20th Century Fox)

Die dem malaysischen Innenministerium unterstellte nationale Filmzensurbehörde hat "Bohemian Rhapsody" laut einem Bericht der "Malay Mail" um 24 Minuten geschnitten. Grund sei die "homosexuelle Natur" dieser Szenen.

Der Schnittschere zum Opfer fiel beispielsweise das Musikvideo "I Want to Break Free", in dem Freddie Mercury im Fummel zu sehen ist. Außerdem fehlt die Szene, in der Mercury seiner Verlobten Mary Austin erzählt, dass er bisexuell ist.

Kritik am "Straightwashing"

In sozialen Netzwerken beschwerten sich Nutzer über das "Straightwashing" des Films. Zudem seien viele Zusammenhänge wegen der Schnitte unverständlich. Filmfans machten sich auch lustig darüber, dass die britisch-amerikanische Produktion trotz der Schnitte in Malaysia erst ab 18 Jahren freigegeben wurde. Der ungeschnittene Film ist dagegen in den USA ab 13 Jahren freigegeben, in Deutschland sogar ab sechs. Filmkritiker kritisierten im Westen sogar teilweise, dass der LGBTI-Bezug bei "Bohemian Rhapsody" ein wenig zu kurz gekommen sei, um die amerikanischen Zensoren zu einer Jugendfreigabe zu bewegen.

Der Grund für die Zensur im südostasiatischen Land, das Homosexualität mit bis zu 20 Jahren Haft bestraft: In Malaysia darf gleichgeschlechtliche Liebe im Kino nur gezeigt werden, "solange das Gute über das Böse siegt und man so etwas in dem Film lernen kann", wie 2010 der Präsident der malaysischen Gesellschaft der Filmproduzenten die Regel erläuterte. Als Beispiel für eine angemessene Behandlung des Themas nannte er eine "schwule Figur, die zum heterosexuellen Mann wird" (queer.de berichtete).

Die Regel führte in der Vergangenheit bereits mehrfach zu Auseinandersetzungen: Vergangenes Jahr weigerte sich etwa der Disney-Konzern, einen "schwulen Moment" aus dem Musicalfilm "Die Schöne und das Biest" zu schneiden, was zu einem vorläufigen Aufführungsverbot führte (queer.de berichtete). Nach internationaler Kritik lenkten die Zensoren doch noch ein (queer.de berichtete). (dk)



#1 SchwulbiheteroAnonym
  • 13.11.2018, 18:11h
  • Etwas offtopic
    Weibliche Verlobte/ Ehefrauen hatten damals auch einige/ viele schwule Männer. Geoutet war zu der Zeit die Minderheit.
    Mercury hat seiner Verlobten von seiner Bisexualität berichtet, worauf hin sie ihm antwortete no, you are gay. Selbst seine Verlobte ging also davon aus dass die beiden zwar einen engen Bund und eine starke, platonische Liebe verband, seine Orientierung aber auf Männer ausgerichtet war.
    Man weiß nun nicht was die Wahrheit ist, aber in Anbetracht des zeitlichen Aspekts kann man rückblickend genauso gut von einer Homosexualität wie einer Bisexualität ausgehen.

    Heteros haben es da einfacher, diese werden fast immer als Hetero gelesen, selbst wenn die eine Bineigung haben, wird sie von den Personen verschwiegen oder aber am Rande erwähnt.

    Bei Schwulen sieht es schon deswegen anders aus, als das diese durch die Heteronormativität gar nicht so selten Freundinnen/ Frauen hatten und erst einmal ihr coming In haben mussten.

    Auch Kinsey 5 Schwule mit Bineigung werden viel häufiger als bisexuell betrachtet, da diese selbstverständlich zu ihrer heterosexuellen Vergangenheit stehen, da diese die Norm darstellt, während Kinsey 2 Heteros mit Bineigung fast immer als rein Hetero wahrgenommen werden.

    Sicher gibt es mittlerweile auch so etwas wie Homonormativität, aber aus diversen Gründen ist diese nicht so allumfassend ausgeprägt wie die Heteronorm. Denn jeder Mensch wächst in einer heteronormen Welt auf.
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#2 TimonAnonym
  • 13.11.2018, 18:33h
  • In dem Fall sollte das Aufführen durch den Verleiher komplett untersagt werden.

    Zensur sollte der Verleiher von vornherein verbieten. Entweder ganz zeigen oder gar nicht.
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#3 Gerlinde24Ehemaliges Profil
#4 Gerlinde24Ehemaliges Profil
  • 14.11.2018, 02:39h
  • "Als Beispiel für eine angemessene Behandlung des Themas nannte er eine "schwule Figur, die zum heterosexuellen Mann wird"

    Oder sich umbringt, oder von einem gläubigen Muslim umgebracht wird, damit das "Gute über das Böse siegt".
    Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte!
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#5 Gerlinde24Ehemaliges Profil
#6 alter schwedeAnonym
  • 14.11.2018, 09:17h
  • Hilfreicher Tip für die Zensoren. Den Original-Film einfach komplett aus dem Programm nehmen und durch ein zweistündiges Home-Video von Donald Trump beim Üben an der Heimorgel ersetzen. (I have my Heart in Heidelberg verlouren - in einer louwen Summernacht) Dazu Gebäck servieren und fertig ist die Blaupause für alle Kinos in populistisch geführten Staaten.
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#7 MandalorianAnonym
  • 14.11.2018, 09:56h
  • Antwort auf #2 von Timon
  • Warum denn??? Wenn man ein kontroverses Werk aus Trotz gegenüber der Zensur nicht veröffentlicht, dann haben die Zensoren gewonnen.
    In Gesellschaften die an Zensur gewöhnt sind, gibt es Stilmittel die Zensur zu umgehen. Das fehlt in einem westlichen Werk natürlich. In diesem Fall wird ein stark geschnittenes und dadurch teils unverständliches Werk präsentiert. Damit stellen sich die Zensoren selbst bloß. Die Leute wissen , dass dort etwas fehlt und hinterfragen diese Praxis. Es wird in den Medien über die Zensur berichtet und ggf. darüber diskutiert. Einige suchen evtl. nach der Originalversion, gerade weil sie dieses unvollkommene Werk gesehen haben. Das ist in der Summe schlechter für das Zensursystem als ein vollständiges Verbot

    Übrigens glaube ich auch, dass nach der westlichen Kritik an den mangelnden Bezügen zur Homosexualität und anderen fehlenden Momenten in Mercury´s Leben in der Originalfassung, einige hier im Westen ebenfalls recherchiert haben um Antworten zu finden. In meinem Fall war es so
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