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FBI-Bericht schreckt auf

USA: Steiler Anstieg der Hasskriminalität

Hassverbrechen sind in Amerika auf dem Vormarsch, insbesondere Antisemitismus. In fast jedem fünften Fall sind die Opfer LGBTI. Aktivisten machen die Rhetorik von Präsident Trump für den Anstieg verantwortlich.


17 Prozent mehr Hassverbrechen wurden im ersten Regierungsjahr von Präsident Donald Trump in den USA gemessen. (Bild: Jobs For Felons Hub / flickr)

Die Zahl der Verbrechen, die aus Hass gegen eine bestimmte Gruppe verübt werden, ist im Jahr 2017 in den Vereinigten Staaten um 17 Prozent gestiegen. Das geht aus einem FBI-Bericht hervor, der am Dienstag veröffentlicht wurde. Im Gegensatz zu Hassverbrechen ging die Zahl der Straftaten insgesamt leicht zurück – um 0,2 Prozent.

Die lokalen Polizeibehörden meldeten der Bundespolizei für das ganze Jahr 7.175 Fälle von Hasskriminalität. Im vergangenen Jahr waren es noch 6.121 gewesen (queer.de berichtete).

16 Prozent der Fälle wurden aus Hass auf die sexuelle Orientierung einer Person begangen. Damit ist die Zahl im Vergleich zum Vorjahr um einen Prozentpunkt gesunken, wegen des starken Anstiegs in absoluten Zahlen aber real um fünf Prozent nach oben gegangen. Verbrechen aus Hass gegen die Geschlechtsidentität gingen laut der Statistik leicht zurück auf 1,6 Prozent aller Fälle.

Rassistische Verbrechen machen mehr als die Hälfte aus

Die meisten Hassverbrechen wurden aus Rassismus begangen – entsprechende Taten machen 60 Prozent aller "Hate Crimes" aus. In 21 Prozent der Fälle war Hass auf die Religionszugehörigkeit des Opfers der Grund für einen Übergriff. Besonders Antisemitismus ist hier auf dem Vormarsch: Die Zahl der Fälle erhöhte sich binnen eines Jahres um 37 Prozent.

Der Anstieg könnte laut FBI zum Teil daran liegen, dass mehr Polizeidienststellen Hassvergehen an das FBI gemeldet haben, aber auch ein realer Anstieg sei wahrscheinlich. Die Bundespolizei erklärte weiter, dass die Fälle nur die Spitze des Eisberges ausmachten: Es gebe immer noch eine große Anzahl von Dienststellen, die gar keine Hassverbrechen meldeten.

Bürgerrechtler hatten bereits kurz nach der Amtsübernahme von Präsident Donald Trump vor einem Anstieg der Hasskriminalität gewarnt, da die aggressive Rhetorik des republikanischen Politikers geradezu zu Straftaten gegen unliebsame Minderheiten animiere. Nach Veröffentlichung der Zahlen schlagen sie jetzt erneut Alarm. Jonathan Greenblat, der Chef der Anti-Defamation League, die gegen Diskriminierung und Diffamierung von Juden eintritt, erklärte etwa gegenüber der "Washington Post": "Der Bericht zeigt, dass mehr gegen das polarisierende Klima des Hasses in Amerika unternommen werden muss." Die LGBTI-Organisation Human Rights Campaign beklagte den "alarmierenden Anstieg" der Hassgewalt. (dk)

Twitter / HRC



#1 Simon HAnonym
  • 14.11.2018, 17:17h
  • Das wundert mich gar nicht.

    Auch wenn man nicht direkt zu Gewalt aufruft, so führen Hetze, Aufwiegelung und Spaltung indirekt zu Gewalt.

    Und die Täter der Worte sind keinen Deut besser als die Ausführer der Tat.
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#2 Albaboy
#3 StiflerAnonym
  • 14.11.2018, 18:01h
  • Trump für die antisemtitische Hassverbrechen verantwortlich zu machen, halte ich für schwierig. Seine Politik ist sehr pro-israelisch und seine Tochter ist Jüdin. Deshalb hat der antisemitische Attentäter von Pittsburgh Trump auch so verabscheut.

    Dieser Anstieg ist wohl eher auf die starke Polarisierung der amerikanischen Gesellschaft zurückzuführen, die aber schon vor Trump begonnen hat. Trump ist ein Symptom der Spaltung der Gesellschaft, nicht ihre Ursache.
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#4 Ith__Ehemaliges Profil
  • 15.11.2018, 21:29h
  • Permanente verbale Entmenschlichung soll plötzlich dazu führen, dass die Entmenschlichten häufiger nicht mehr gemäß der hypothetischen menschlichen Würde behandelt werden?
    Oh Wunder. Wer hätte mit so etwas rechnen können?
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