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Wahlkampf um CDU-Parteivorsitz

Spahn attackiert Kramp-Karrenbauer wegen Polygamie-Vergleich

Der offen schwule CDU-Politiker Jens Spahn sagte, ihn treffe es persönlich, wenn seine Konkurrentin um den Parteivorsitz seine Ehe mit Inzest oder Polygamie gleichsetzt. Unterdessen erklärte Friedrich Merz, er halte die Ehe-Öffnung für "richtig".


Bundesgesundheitsminister Jens Spahn greift seine Konkurrentin Annegret Kramp-Karrenbauer für homophobe Äußerungen an (Bild: Deutscher Bundestag / Achim Melde)

Vor der ersten Vorstellungskonferenz mit den Kandidaten für den CDU-Vorsitz hat sich Jens Spahn deutlich von seinen Mitbewerbern Annegret Kramp-Karrenbauer und Friedrich Merz abgesetzt. "Wir brauchen einen echten Neustart", sagte der 38-jährige Bundesgesundheitsminister den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. "Mit einem Generationenwechsel und einen neuen, offeneren Debattenstil."

Seiner Mitbewerberin Kramp-Karrenbauer warf Spahn eine rückwärtsgewandte Gesellschaftspolitik vor. "Ich habe aus voller Überzeugung für die Öffnung der Ehe gestimmt", sagte der mit einem Mann verheiratete Spahn. Wenn seine Ehe "in einem Atemzug mit Inzest oder Polygamie genannt wird, trifft mich das persönlich".

Kramp-Karrenbauer hatte 2015 als saarländische Ministerpräsidentin gesagt, es gebe bisher eine klare Definition der Ehe als Gemeinschaft von Mann und Frau: "Wenn wir diese Definition öffnen in eine auf Dauer angelegte Verantwortungspartnerschaft zweier erwachsener Menschen, sind andere Forderungen nicht auszuschließen: etwa eine Heirat unter engen Verwandten oder von mehr als zwei Menschen" (queer.de berichtete). Erst vergangenen Donnerstag verteidigte sie den Vergleich in der ZDF-Talkshow "Maybrit Illner" (queer.de berichtete).

Merz: Ehe für alle ist "richtig"

In der "Bild"-Zeitung äußerte sich Merz derweil erstmals seit seiner Rückkehr in die Politik zur Ehe-Öffnung für gleichgeschlechtliche Paare. Der 63-Jährige sagte, er halte die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare für "richtig". Er erklärte aber auch, dass er sich eine intensivere Debatte und eine Grundgesetzänderung gewünscht hätte. Als CDU-Fraktionschef hatte er um die Jahrtausendwende noch die Einführung von eingetragenen Lebenspartnerschaften abgelehnt und sich verpartnernden Homosexuellen vorgeworfen, den Schutz von Ehe und Familie "auszuhöhlen" (queer.de berichtete).

Merz äußerte sich im Interview zu einer Vielzahl von Themen. So sprach er sich für einen größeren Einsatz Deutschlands für Europa aus. "Ich bin dafür, dass wir uns stärker engagieren in der EU", sagte er. Mittelfristig sollte die EU nach dem Willen von Merz ein eigenes Steueraufkommen zur Verfügung haben.

Zu seinen eigenen Finanzen sagte der frühere Unionsfraktionschef auf die Frage, ob er Millionär sei: "Ich liege jedenfalls nicht drunter." Er bezeichnete sich als Mitglied der "gehobenen Mittelschicht". Zur "kleinen Oberschicht" in Deutschland gehöre er "mit Sicherheit nicht". Merz ist unter anderem Aufsichtsratschef bei der deutschen Tochtergesellschaft des weltgrößten Vermögensverwalters Blackrock.

Merz, Kramp-Karrenbauer und Spahn gelten als Favoriten für die Nachfolge von Angela Merkel für den CDU-Parteivorsitz. Die Wahl findet Anfang Dezember auf einem Bundesparteitag in Hamburg statt. (AFP/dk)



#1 Ralph
  • 14.11.2018, 15:59h
  • Natürlich ist AKKs erneuter Ausfall nicht nur allgemein eine Demonstration ihrer reaktionären Gesinnung, sondern auch eine persönliche Diffamierung eines Gegenkandidaten. Sollte diese Frau in Zukunft eine bestimmende Rolle in der Politik spielen, dann dürfen wir uns auf einen Umgangsstil einrichten, wie er in der Weimarer Republik von Seiten der völkisch-nationalistischen Parteien, insbesondere der NSDAP, üblich war. - Dass Merz so plötzlich einen Totalschwenk vollzieht, dürfte nur der Abgrenzung zu AKK dienen nach dem Motto: Schaut her, ich akzeptiere die Grundrechte, gegen die AKK agitiert. Inhaltlich glaubwürdig erscheint mir das aber nicht. Immerhin hat er sich neu festgelegt und sich dabei für die Sache der Vernunft entschieden. Wenn er allerdings von einer fehlenden breiten Debatte faselt, muss ihm doch vorgehalten werden, dass 20 Jahre Herumgeeiere wirklich genug sein müssen.
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#2 tchantchesProfil
  • 14.11.2018, 16:43hNaseweishausen
  • Ich möchte lieber nicht wissen, wie vehement der auf allen anderen Gebieten so reaktionäre Kahrs gegen die Ehe für alle gewesen wäre, wenn er nicht ganz zufällig selbst schwul wäre.
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#3 Simon HAnonym
  • 14.11.2018, 17:09h
  • Da hat er vollkommen recht:
    eine wie Kramp-Karrenbauer, die selbst über 1 Jahr nach Eheöffnung immer noch zu ihren Vergleichen gleichgeschlechtlicher Paare mit Inzest, Polygamie und was weiß ich noch alles, steht, ist im Jahr 2018 als Parteichefin ungeeignet.

    Und erst recht als Kanzlerin, was sie ja dann als nächstes würde. Denn es ist kein Geheimnis, dass Merkel sie als ihre Nachfolgerin aufbauen will...
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#4 FOX NewsAnonym
  • 14.11.2018, 18:07h
  • Ist genauso, als wenn AKK sagen würde: Juden oder Schwarze dürfen nicht heiraten. Sie nimmt einem Teil der Gesellschaft ihre Grundrechte. O Ton AKK "Gerade diese Frage dürfen wir nicht daran festmachen, ob sich jemand diskriminiert fühlt oder nicht."

    Sie ist in dem Sinne AfD, genau wie eine Abschiebung nach Syrien AfD Sprech ist. Eine ganz böse Frau, kann sich mit von Storch die Hand geben

    Danke an Herrn Spahn und Herrn Merz, ich hoffe nur dass einer der beiden die Wahl gewinnt. Ein Mann am Steuer ist auch mal wieder notwendig.
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#5 TomDarkProfil
  • 14.11.2018, 18:08hHamburg
  • Antwort auf #1 von Ralph
  • "Sollte diese Frau in Zukunft eine bestimmende Rolle in der Politik spielen, dann dürfen wir uns auf einen Umgangsstil einrichten, wie er in der Weimarer Republik von Seiten der völkisch-nationalistischen Parteien, insbesondere der NSDAP, üblich war."

    Naja, ich finde, da sollte man die Kirche im Dorf lassen.

    Das könnte man eher bei Politikern dessen heutiger Nachfolge-Partei behaupten. Die hoffentlich schnell an Zustimmung verliert, sobald Merz Parteichef der CDU wird!
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#6 tchantchesProfil
  • 14.11.2018, 18:41hNaseweishausen
  • Hat natürlich kein Aas gemerkt, dass ich in Nr. 2 versehentlich Kahrs statt Spahn geschrieben habe. Ich verwechsle die ständig. Einer fieser als der Andere und beide der wandelnde Beweis, dass Schwulsein allein niemand zu einem besseren Menschen macht.
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#7 FOX NewsAnonym
#8 remixbeb
  • 14.11.2018, 19:52h
  • Ne, klar..als Millionär gehört man "nicht" zur Oberschicht. Sorry, aber so eine Aussage geht mal gar nicht.
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#9 Patroklos
#10 stromboliProfil
  • 14.11.2018, 20:07hberlin
  • Antwort auf #2 von tchantches
  • kicher, da ließe sich noch so manche politikermaske hinzufügen.
    Und wer erinnert sich nicht mit schaudern an die schwesterwelle
    .
    Ob kahrs, ob spahn ob kauch.. alle im politischen spektrum ihrer jeweiligen parteien, zum rechten flügel gehörend.

    " erst kommt das fressen , dann die moral"
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