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Wahlkampf um CDU-Chefposten

Kramp-Karrenbauer verteidigt Ablehnung der Ehe-Öffnung

Jens Spahn zeigte sich empört, dass seine Konkurrentin um den CDU-Parteivorsitz gleichgeschlechtliche Ehen mit Polygamie gleichsetzt. Kramp-Karrenbauer beharrt aber auf ihrer Position.


Als saarländische Ministerpräsidentin startete Annegret Kramp-Karrenbauer ihren Kreuzzug gegen die Ehe-Öffnung (Bild: Staatskanzlei Saarland)

Die Kandidatin für den CDU-Vorsitz, Annegret Kramp-Karrenbauer, hat nach scharfer Kritik ihres Mitbewerbers Jens Spahn ihre Ablehnung der Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben im Ehe-Recht verteidigt. Sie habe immer dazu gestanden, "dass es Verpartnerung gibt, dass Diskriminierungen abgebaut werden, aber ich habe beim Thema 'Ehe für alle' eben einen sehr traditionellen Ehebegriff", sagte Kramp-Karrenbauer am Donnerstag im Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB).

Dieser Ehebegriff sei "vielleicht nicht mehr mehrheitsfähig, aber ist meine persönliche Überzeugung und dazu stehe ich". Kramp-Karrenbauer hob hervor, sie wolle niemanden persönlich verletzen. "Aber es ist eben eine Diskussion, die viele persönlich berührt."

Der mit einem Mann verheiratete Spahn hatte Kramp-Karrenbauer eine rückwärtsgewandte Gesellschaftspolitik vorgeworfen. Wenn seine Ehe "in einem Atemzug mit Inzest oder Polygamie genannt wird", treffe ihn das persönlich, sagte der Gesundheitsminister den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland vom Mittwoch (queer.de berichtete).

Kramp-Karrenbauer hatte 2015 als saarländische Ministerpräsidentin eine Attacke gegen die Forderung nach Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben gestartet und behauptet, es gebe bisher eine klare Definition der Ehe als Gemeinschaft von Mann und Frau: "Wenn wir diese Definition öffnen in eine auf Dauer angelegte Verantwortungspartnerschaft zweier erwachsener Menschen, sind andere Forderungen nicht auszuschließen: etwa eine Heirat unter engen Verwandten oder von mehr als zwei Menschen" (queer.de berichtete). Erst vergangenen Donnerstag verteidigte sie den Vergleich in der ZDF-Talkshow "Maybrit Illner" (queer.de berichtete). (AFP/dk)



#1 PfuiAnonym
  • 15.11.2018, 11:17h
  • "habe ... eben einen sehr traditionellen Ehebegriff"

    Hoffentlich wird Ihre Bewerbung als
    CDU-Vorsitzende ein Griff ins Klo.
    Sie eine völlig lernresistente Person.

    So was darf nie Deutschland regieren!
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#2 goddamn liberalAnonym
  • 15.11.2018, 11:35h
  • Antwort auf #1 von Pfui
  • Na ja, CDU halt.

    Das Problem ist ja, dass diese reaktionäre Person, die anscheinend die Zivilehe nicht von der Ehe in ihrer kath. Kirche unterscheiden kann (und das als Saarländerin!), in den Medien als 'liberal' verkauft wird.

    Die allgemeine Gleichgültigkeit in Gleichheitsfragen zeigt immer noch die strukturelle Homophobie in der postfaschistischen deutschen Gesellschaft.
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#3 LixenAnonym
  • 15.11.2018, 11:45h
  • " Wenn seine Ehe "in einem Atemzug mit Inzest oder Polygamie genannt wird", treffe ihn das persönlich"

    Das verstehe ich als Abwertung Spahns. Haben polygame Menschen oder Menschen die nahe Verwandte lieben kein Recht auf Selbstbestimmung? In dieser ganzen Debatte kommt mir dieser Aspekt zu kurz. Denn während Spahn Homosexualität in die neue Normalität der Gesellschaft rücken will, sondert er diese Gruppen aus.

    Aus welchem Grund sollte es ihn denn persönlich treffen, dass auch andere Menschen Anerkennung für ihre selbstgewählten Lebensentwürfe fordern?
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#4 stephan
  • 15.11.2018, 12:01h
  • Ach Frau KK, ich kann Sie so gut verstehen. Mir geht es ähnlich: Ich habe auch einen traditionellen Politikerbegriff. Politiker, Ärzte, Akademiker etc. sind nach meiner Meinung nun einmal Männer. Ich bin gegen Diskriminierung, aber Frauen haben in Familie und Haushalt eine so wichtige Aufgabe, die ich leider vernachlässigt sehe, wenn Frauen - wie Sie - arbeiten oder sich gar in politische Debatten und Geschehen einmischen. Ich hoffe, Sie können wenigstens gut kochen und ihre Familie verwöhnen und den Haushalt gut erledigen - wie es sich gehört! Nicht übel nehmen, aber das ist mein konservatives Frauen- und Familienbild, wie es nun einmal seit Jahrtausenden tradiert wurde!
    IRONIE OFF
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#5 IronikerAnonym
#6 hugoAnonym
  • 15.11.2018, 12:35h
  • Ehe ist die Verantwortungsgemeinschaft von Erwachsenen Menschen.
    Nicht umsonst spricht die Verfassung von dem besonderen Schutz von Ehe UND Familie.
    Heirat unter Verwandten ist, sofern dadurch Nachwuchs erzeugt werden kann, mit Recht aus erbbiologischen Gründen (Inzucht) verboten.
    Eine Verantwortungsgemeinschaft unter nicht unterhaltspflichtigen Verwandten ist aber durchaus denkbar und wird ja schon jetzt durch Adoption angeweandt.
    Eine Verantwortungsgemeinschaft von mehreren erwachsenen Personen ist ebenfalls denkbar-Wird ja im Sozalrecht unter der Bezeichnung "Bedarfsgemeinschaft" ja bereits angewendet. Hier jedoch nur zum Nachteil der beteiligten.
    Um den Konstruk der "Ehe" auch auf mehrere Personen auszudehnen, wäre es erforderlich, die dabei betroffenen Gesetze und Vorschriften(z.B. Steuerrecht, Erbrecht etc) dahingehend zu ertüchtigen, daß ein gesunder Ausgleich zwischen Rechten und Pflichten (Belastungen) hergestellt wird.
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#8 Simon HAnonym
  • 15.11.2018, 12:56h
  • Frau Kramp-Karrenbauer,

    Sie sagen, dass es eben Ihre persönliche Meinung ist, die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare abzulehnen und dass das ihr Recht ist, auch wenn das (längst) nicht mehr Mehrheitsmeinung ist.

    Ja, in einer Demokratie darf man auch anderer Meinung als die Mehrheit sein.

    ABER:

    1. Dennoch entscheidet nun mal die Mehrheit in einer Demokratie und für den Posten, den Sie anstreben, ist es auch wichtig, dass man dieses demokratische Prinzip achtet. Wie kann man denn von den Bürgern Rechtstreue und Achtung demokratische beschlossener Gesetze erwarten, wenn selbst Spitzenpolitiker dies nicht tun?

    2. Bei der Eheöffnung ging es auch um den demokratischen Gleichheitsgrundsatz. Das war nicht die Entscheidung, ob eine Steuer 2 Prozentpunkte mehr oder weniger betragen sollte. Sondern hier geht es um das Fundament der Demokratie. Wer die Eheöffnung ablehnt, lehnt den Gleichheitsgrundsatz und damit die Demokratie ab. Und das disqualifiziert halt für diesen Posten.

    3. Es ist ein Unterschied, ob man die Eheöffnung ablehnt oder diese sogar mit Inzest, Polygamie, etc. vergleicht. Solange Sie sich dafür nicht entschuldigen, geht es eben nicht nur um Meinung, sondern um Beleidigung.
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#9 ArchäologeAnonym
  • 15.11.2018, 13:22h
  • Antwort auf #6 von hugo
  • Nur eine Kleinigkeit: auch Eheschließungen zwischen Verwandten sind nicht generell verboten, weder nach heutigem noch nach vorherigem Recht.

    Inzest ist ausschließlich heterosexueller Geschlechtsverkehr unter leiblichen Verwandte in gerader Linie:

    Eltern, Großeltern, Urgroßeltern etcetera;
    Kinder, Enkel/innen, Urenkel/innen etcetera;
    Geschwister und Halbgeschwister.

    Alles andere (Cousins, Onkel, Neffen, Nichten, Tanten, Stief- oder Adoptivverwandte, generell Homosexuelle, alle anderen Sexualpraktiken usw.) hat nichts mit Inzest zu tun.
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#10 SchlüssigAnonym
  • 15.11.2018, 13:44h
  • Antwort auf #6 von hugo
  • Ich sagte es schon in einem anderen Thread.
    Die Aussage " mit Recht aus erbbiologischen Gründen (Inzucht) verboten." ist wissenschaftlich nicht mehr so haltbar.
    Es gibt Risiken, die aber eine Strafandrohung für Sex unter nahen Verwandten bei weitem nicht rechtfertigt.
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