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Vor allem Schwule betroffen

Syphilis-Zahlen in Deutschland steigen weiter an

Die Rückkehr der Syphilis kann dem Robert-Koch-Institut zufolge mit einem häufigeren Kondom-Verzicht beim Sex unter Männern zu tun haben.


Syphilis-Präventionsflyer aus San Francisco (Bild: torbakhopper / flickr)

Der Anstieg bei der Zahl der Syphilis-Infektionen in Deutschland setzt sich weiter fort. Im vergangenen Jahr wurden knapp 7.500 Fälle der sexuell übertragbaren Krankheit gemeldet, wie aus einem aktuellen Bericht (PDF) des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin hervorgeht. Das sei ein Anstieg um 4,2 Prozent im Vergleich zum Jahr 2016. Insbesondere in Berlin und Hamburg erkrankten laut dem Bericht im Verhältnis zur Einwohnerzahl überdurchschnittlich viele Menschen.

Bereits seit 2010 beobachten die RKI-Experten wieder einen kontinuierlichen Anstieg der Fallzahlen, betroffen sind häufig schwule Männer. Insbesondere in den Achtzigerjahren war die bakterielle Infektion mit der Ausbreitung von HIV/Aids und Safer Sex zurückgedrängt worden. Inzwischen ist eine HIV-Infektion wie eine chronische Krankheit behandelbar, wenn auch nicht heilbar. Die Rückkehr der Syphilis kann den Experten zufolge mit einem häufigeren Kondom-Verzicht beim Sex unter Männern zu tun haben. Das komme auch bei wechselnden Partnern vor, hieß es unter Berufung auf Befragungen.

Anstieg auch wegen besserer Testangebote

Die Syphilis-Zahlen steigen auch international an. In ihrem Bericht betonen die Fachleute, Maßnahmen zur Vorbeugung, Diagnostik und Therapie sollten weiter ausgebaut werden. Der Anstieg gehe aber in Teilen auch auf bessere Testangebote zurück. HIV-Infizierte etwa wurden häufig diagnostiziert – wohl auch deshalb, weil regelmäßig ein Screening angeboten wird.

Oftmals verläuft Syphilis ohne Symptome. In anderen Fällen tritt meist wenige Tage oder Wochen nach der Ansteckung ein Geschwür zum Beispiel am Penis auf, das keine Schmerzen verursacht. Unbehandelt können weitere Anzeichen folgen – von Fieber, Müdigkeit, Kopf-, Gelenk- oder Muskelschmerzen und geschwollenen Lymphknoten bis hin zu Hautveränderungen. Jahre nach der Infektion sind etwa Schädigungen des Gehirns und der Blutgefäße möglich. Bislang wird Syphilis nur bei einem Bruchteil der Patienten frühzeitig erkannt. (cw/dpa)



#1 BetroffenerAnonym
  • 16.11.2018, 08:37h
  • Leute, regelmäßig testen lassen! Wer seinen Status kennt, verbreitet Syphilis nicht weiter.
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#2 GastAnonym
  • 16.11.2018, 09:11h
  • Die Leute wähnen sich in falscher Sicherheit. Durch die "vorbeugende Schutzwirkung vor HIV" von Truvada vergessen sie, dass dieses Medikament andere sexuell übertragbaren Krankheiten nicht verhindern kann.
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#3 Patroklos
#4 Zweiter GastAnonym
  • 16.11.2018, 09:48h
  • Naja, "selbst schuld", wenn man meint durch Möglichkeiten wie Prep und co. auf Kondome verzichten zu können und dadurch gerne das Risiko eingehen. Mir bleibt das ein Rätsel wie blöd man doch nur sein kann.
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#5 Ith__Ehemaliges Profil
  • 16.11.2018, 11:43h
  • Antwort auf #4 von Zweiter Gast
  • Würde ich mal zustimmen, und davon ausgehend finden: PrEP sollte man eher so als notwendigste Absicherung betrachten.
    Die Einstellung "alles andere ist heilbar, daher braucht man nicht drüber nachdenken" kann ggf. auch fatal sein, wenn man sich in falscher Sicherheit wiegt. Und Überträger für allen möglichen Mist kann man sehr wohl sein, ohne selbst je irgendwelche Symptome wahrgenommen zu haben.

    Sache ist halt ... wenn man mal nen Top erlebt hat, der lieber auf den Konsens verzichtet als dass er sich das Gummi antun würde, wär's schon gut, zumindest für den übelsten Fall vorgesorgt zu haben.
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#6 BewegungsschwesterAnonym
  • 16.11.2018, 12:11h
  • Antwort auf #5 von Ith_
  • Für mich spricht das eher dafür, routinemäßig einmal im Jahr die Testangebote für die gängigen Geschlechtskrankheiten in Anspruch zu nehmen, wenn ich Sex mit wechselnden Partnern habe. Dann wird das wenigstens rechtzeitig entdeckt und nicht verschleppt.

    Selbst wenn beim Ficken ein Gummi benutzt wird, kenne ich doch niemanden, der mit Kondom bläst. Und oral fängt man sich Sachen wie die Syphilis oder den Tripper eben auch ein. Deshalb sollte der Begriff "safer sex" uns nicht in einer falschen Sicherheit wiegen. Er bezog sich immer nur auf die Vermeidung von HIV.
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#7 SchlüssigAnonym
  • 16.11.2018, 12:20h
  • Es hat ja nicht lange gedauert, bis die PrEP wieder ins Fadenkreuz fadenscheiniger Argumente gerückt ist.
    Das der Gebrauch von Kondomen bei MSM wieder sinkt, ist nicht vor allem auf die PrEP zurückzuführen, deren Nutzung noch lange nicht so verbreitet ist, solche Anstiege zu erklären, als vielmehr auf die insgesamt gesunkene Angst vor einer HIV Infektion.
    Es ist auch im Bewusstsein der meisten MSM mittlerweile angekommen, dass eine HIV Infektion heute dank antiretroviraler Therapie im Großen und Ganzen gut zu behandeln ist und damit einen Teil ihres Schreckens verloren hat.

    Was die Verbreitung der klassischen STD's bei Teilnehmern der PrEP angeht, ist es ein immenser Vorteil, dass diese Teilnehmer, um das Rezept zu erhalten, in sehr regelmäßigen Abständen auf HIV und alle anderen STD's getestet werden und damit der Verbreitung eben dieser keinen Vorschub geleistet wird.

    Das wurde hier auch schon häufigst angemerkt,

    Kondome sind nicht der einzige Weg zu "Safer Sex" und auch nicht für jedermann geeignet.
    Für den passiven Partner kann die PrEP darüber hinaus eine große zusätzliche Sicherheit darstellen, die weit besser funktioniert, als lediglich dem aktiven Part, den korrekten Gebrauch des Kondomes anzuvertrauen.

    Der Kondomgebrauch ist nichtsdestotrotz jedem weiter anzuraten, der weder selbst noch seine potentiellen Partner, psychische oder physische Probleme mit dem Gebrauch von Kondomen hat.

    Die Verteufelung der PrEP selbst und/oder der MSM die den Gebrauch von Kondomen eher unangenehm oder sexuell beeinträchtigend empfinden und sich daher für eine Alternative wie PrEP oder Schutz durch Therapie entscheiden, ist weder zielführend im Sinne der Gesundheitsvorsorge ( auch nicht aus Kostengesichtspunkten ) noch angemessen im Umgang mit diesen Menschen ist.
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#8 TheDadProfil
  • 16.11.2018, 12:43hHannover
  • Antwort auf #2 von Gast
  • ""Die Leute wähnen sich in falscher Sicherheit. Durch die "vorbeugende Schutzwirkung vor HIV" von Truvada vergessen sie, dass dieses Medikament andere sexuell übertragbaren Krankheiten nicht verhindern kann.""..

    Der Satz aus dem Artikel
    ""Der Anstieg gehe aber in Teilen auch auf bessere Testangebote zurück.""
    umreißt die Krux nicht vollständig, denn Fakt ist, wenn bislang nicht bekannte Infizierte durch verbesserte Test-Angebote nun erfasst werden, dann steigt die Zahl der Infizierten insgesamt nicht wirklich..
    Durch die verbesserten Test-Angebote verschieben sich nur Infizierte aus der Gruppe der Dunkelziffer in die Gruppe der bekannt Infizierten..

    Das hat aber weder etwas mit einer unterstellten "Sorglosigkeit" in Punkto Einnahme von Präventiv-Medikationen zu tun, noch mit der Idee man könne mit einer Präventiv-Maßnahme gleich alle STI's bekämpfen, denn das ist durchaus im Bewußtsein der Menschen vorhanden..
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#9 mediagayAnonym
  • 16.11.2018, 19:02h
  • Heterosexuelle sind auch nicht besser ! Jedenfalls nicht was HIV /Aids betrifft ! Von den 12700 Menschen die nichts von Ihrer HIV-Infektion wissen sind vor allem Heterosexuelle betroffen !

    bit.ly/2DIut1Z

    Und das sind auch keine Unschuldslämmer , ganz einfach deshalb ,weil AO-Sex (Alles Ohne mit Prostituierten) meistens getrieben wird !
    Die AO-Sex -Szene bei Heterosexuellen ist ja schon riesig , gewisse Seiten wo man Prostituierte finden kann die ohne Kondom Sex mit einem machen, gibt es überall , in Österreich, Deutschland, Schweiz, England usw.

    Und auch in Österreich lassen sich Heterosexuelle zu spät testen :
    bit.ly/2OJLcmA
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#10 mediagayAnonym