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Petition gestartet

Fans wollen Aus der "Lindenstraße" verhindern

Im März 2020 soll Schluss sein mit der Mutter aller deutschen Soaps. Nun rufen Zuschauer dazu auf, an der Serie als "Kulturgut" festzuhalten.


Dass Robert Engel (Martin Armknecht) und Carsten Flöter (Georg Uecker) im deutschen Fernsehen Zärtlichkeiten austauschten, brachte katholische Bischöfe und konservative Politiker vor rund 30 Jahren zur Weißglut (Bild: WDR)

Die Einstellung der "Lindenstraße" hat zu scharfer Kritik geführt. Auf openpetition.de haben bis Montagmittag etwa bereits mehr als 6.000 Personen die Petition "Lindenstraße muss auch nach März 2020 weitergehen" unterzeichnet.

Der WDR hatte am Freitag bekannt gegeben, dass in 16 Monaten die letzte Folge der 1985 gestarteten und in Köln-Böcklemund produzierten Dauerserie ausgestrahlt werden soll (queer.de berichtete). ARD-Programmdirektor Volker Herres begründete den Schritt mit Sparzwängen des öffentlich-rechtlichen Fernsehens und den zurückgehenden Einschaltquoten.

"Wir Fans fordern, dass dieses Stück Kulturgut fortgesetzt wird"

In der Petition gegen die Absetzung heißt es: "Wir Fans fordern, dass dieses Stück Kulturgut fortgesetzt wird, trotz aller Sparzwänge." Die Autoren zitierten außerdem eine erste Reaktion zum "Lindenstraßen"-Aus von Serien-Erfinder Hans W. Geißendörfer und seiner Tochter Hanna, die 2015 die Produktion übernahm. Nach der WDR-Ankündigung veröffentlichten sie eine Stellungnahme auf der Twitter-Seite ihrer Produktionsgesellschaft: "Lindenstraße steht für politisches und soziales Engagement, für Meinungsfreiheit, Demokratie, gleiche Rechte für alle und Integration, was in Zeiten von Rechtsruck und Ausländerfeindlichkeit wichtiger ist denn je", heißt es darin. Die Geißendörfers erklärten weiter, sie seien über die Entscheidung, die Serie abzusetzen, "bestürzt".

Die "Lindenstraße" setzte Zeichen bei der Darstellung homosexueller Figuren. Fast seit Anfang an dabei ist der offen schwule Carsten Flöter (Georg Uecker). 1987 küsste er seinen damaligen Freund Gerd Weinbauer (Günter Barton), was ein Novum im deutschen Vorabendprogramm darstellte. Drei Jahre später sorgte Carsten mit einer heißen Liebesnacht mit seinem damaligen Lover Robert Engel (Martin Armknecht) für Säckeweise Beschwerden beim WDR und sogar Morddrohungen gegen die Schauspieler. Die Szene schrieb Geschichte – und wurde später zum Museumsobjekt im Bonner "Haus der Geschichte" (queer.de berichtete).

1997 heiratete Carsten – vier Jahre vor Einführung der eingetragenen Partnerschaft – seinen Freund Theo. 2003 dann verpartnerte er sich schließlich mit Käthe (Claus Vinçon) und adoptierte den HIV-positiven Felix. Seit der Trennung von Käthe lebt er seit 2017 allein in der Straße.

Einschaltquoten bleiben schwach

Die erste nach der Absetzungsankündigung ausgestrahlte Folge konnte am Sonntag um 18.50 Uhr einschaltquotenmäßig nicht von der Publicity profitieren: Mit 2,44 Millionen Zuschauern lag die Quote etwas höher als in den letzten Wochen (Durchschnitt dieses Jahr: 2,16 Millionen). Allerdings lag der Marktanteil mit 8,6 Prozent unter dem ARD-Schnitt. Beim jungen Publikum zwischen 14 und 49 Jahren schalteten sogar nur 6,1 Prozent am frühen Abend die "Lindenstraße" ein. In den Achtzigerjahren wollten noch über 15 Millionen Menschen die Abenteuer von Mutter Beimer und Co. verfolgen. (dk)

Wöchentliche Umfrage

» Die "Lindenstraße" wird 2020 abgesetzt. Deine Meinung?
    Ergebnis der Umfrage vom 19.11.2018 bis 26.11.2018


#1 Thom_ass1973
  • 19.11.2018, 12:29h
  • Der Gaul ist tot - lieber Sauerbraten draus machen, statt einen neuen Sattel zu kaufen!
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#2 MandalorianAnonym
  • 19.11.2018, 12:55h
  • Die Öffentlichen verschwenden unser Gelder ohnehin für zuviel Unnötiges. Warum müssen die eine Serie produzieren? Dafür gibts genug andere Anbieter. Immer wieder ein Aufreger
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#3 FOX NewsAnonym
  • 19.11.2018, 13:33h
  • Die Gebühren für den Unfug sollten lieber in den Ausbau von DAB + gesteckt werden.
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#4 Alexander_FAnonym
  • 19.11.2018, 14:28h
  • Sicher war die Lindenstraße damals ein wichtiges Medium, um auf unsereinen aufmerksam zu machen. Das war damals der Denver-Clan wohl auch, und ich meine wohl, das gesamte Schaffen von Stephen Fry war international fast noch etwas wirkungsvoller, und niemand fordert nun eine Endlosschleife des Denver-Clans oder würde Herrn Fry verbieten, in den Ruhestand zu gehen.

    Ich gebe zu, dass ich hier nicht als Fan spreche, sondern als jemand, dem diese Serie am Gluteus Maximus vorbeigeht, und ich kann natürlich verstehen, dass die Fans darum trauern. Aber irgendwann ist halt nunmal mit allem Schluss, auch mit einer noch so lang laufenden Kultserie.
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#5 qwertzuiopüAnonym
  • 19.11.2018, 14:33h
  • Möglicherweise ist die Langweiligkeit des öffentlich-rechtlichen Programms ebenfalls ein schützenswerter kultureller Schatz. :D
    Weg damit und Sturm der Liebe etc. bitte gleich mit. Und statt dessen vllcht mal bisschen mehr politische Bildung.
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#6 FrageAnonym
#7 Alexander_FAnonym
  • 19.11.2018, 15:28h
  • Antwort auf #6 von Frage
  • Was tut das bitte zur Sache? Ich habe Vergleiche mit anderen Promis und Serien gewählt, die zur Bewusstwerdung der Existenz von unsereinem beigetragen haben, die aber möglicherweise aktuell nicht mehr so können, wie sie es einst getan haben. Ob deren Schaffen nun aus eigenem Zutun oder aufgrund der Entscheidung anderer endet, ist zweitrangig. Irgendwann ist nunmal mit allem Schluss, auch wenn es sich um eine Serie handelt, die die ganze Ära Kohl, Schröder und Merkel überdauert hat. Allein dadurch und als erste deutschsprachige Soap hat sie sich als Kulturgut hinreichend einen Namen gemacht.

    Und bei der Lindenstraße handelt es sich eben doch um ein in die Jahre gekommenes Format. Dessen Verdienste in der Vergangenheit will ich nicht schmälern.
    Ich glaube aber, dass die Community den Verlust dieser Soap verkraften wird, weil es mittlerweile durchaus zahlreiche andere Serien, Filme, Computerspiele etc. mit Charakteren gibt, die unsereinem zugeordnet werden können.
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#8 gatopardo
  • 19.11.2018, 15:41h
  • Gebe zu, dass ich die "Lindenstrasse" niemals auslasse. Sie behandelt Homosexualität und Genderprobleme wie etwas ganz Normales, was mir immer wieder gefällt. Hinzu kommt für mich persönlich, dass ich nicht in Deutschland lebe und mich gern über aktuelle Stimmungen zu sozialpolitischen Dingen bei Euch informiere, die bildlich mit der Serie herüberkommen und mir in Form dieses progressiven Lehrstücks verständlicher erscheinen.
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#9 Gerlinde24Ehemaliges Profil
  • 19.11.2018, 16:04h
  • Als regelmäßige Zuschauerin der Lindenstraße sehe ich seit längerem, dass die Geschichten langsam unglaubwürdig werden. Und als Drehbuchautorin sehe ich, dass diese Geschichten immer weniger Menschen anziehen, weil es keine wirklich guten Storylines mehr gibt. Übrigens, ich hatte der Produktionsfirma vor Jahren geschrieben, dass sie das Thema Transsexualität behandeln sollten. Und erst Jahre später haben sie es getan. Das zeigt, auch wenn diese Serie lange vorher geplant werden muss, wie langsam sie darin sind, Neues zu behandeln.
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#10 Gerlinde24Ehemaliges Profil