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Petition gestartet
Fans wollen Aus der "Lindenstraße" verhindern
Im März 2020 soll Schluss sein mit der Mutter aller deutschen Soaps. Nun rufen Zuschauer dazu auf, an der Serie als "Kulturgut" festzuhalten.

Dass Robert Engel (Martin Armknecht) und Carsten Flöter (Georg Uecker) im deutschen Fernsehen Zärtlichkeiten austauschten, brachte katholische Bischöfe und konservative Politiker vor rund 30 Jahren zur Weißglut (Bild: WDR)
- 19. November 2018, 11:25h 3 Min.
Die Einstellung der "Lindenstraße" hat zu scharfer Kritik geführt. Auf openpetition.de haben bis Montagmittag etwa bereits mehr als 6.000 Personen die Petition "Lindenstraße muss auch nach März 2020 weitergehen" unterzeichnet.
Der WDR hatte am Freitag bekannt gegeben, dass in 16 Monaten die letzte Folge der 1985 gestarteten und in Köln-Böcklemund produzierten Dauerserie ausgestrahlt werden soll (queer.de berichtete). ARD-Programmdirektor Volker Herres begründete den Schritt mit Sparzwängen des öffentlich-rechtlichen Fernsehens und den zurückgehenden Einschaltquoten.
"Wir Fans fordern, dass dieses Stück Kulturgut fortgesetzt wird"
In der Petition gegen die Absetzung heißt es: "Wir Fans fordern, dass dieses Stück Kulturgut fortgesetzt wird, trotz aller Sparzwänge." Die Autoren zitierten außerdem eine erste Reaktion zum "Lindenstraßen"-Aus von Serien-Erfinder Hans W. Geißendörfer und seiner Tochter Hanna, die 2015 die Produktion übernahm. Nach der WDR-Ankündigung veröffentlichten sie eine Stellungnahme auf der Twitter-Seite ihrer Produktionsgesellschaft: "Lindenstraße steht für politisches und soziales Engagement, für Meinungsfreiheit, Demokratie, gleiche Rechte für alle und Integration, was in Zeiten von Rechtsruck und Ausländerfeindlichkeit wichtiger ist denn je", heißt es darin. Die Geißendörfers erklärten weiter, sie seien über die Entscheidung, die Serie abzusetzen, "bestürzt".
/ gff_movie#Lindenstrasse #ARD #WDR pic.twitter.com/JScwSmiGCq
Geißendörfer Film (@gff_movie) November 16, 2018
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Die "Lindenstraße" setzte Zeichen bei der Darstellung homosexueller Figuren. Fast seit Anfang an dabei ist der offen schwule Carsten Flöter (Georg Uecker). 1987 küsste er seinen damaligen Freund Gerd Weinbauer (Günter Barton), was ein Novum im deutschen Vorabendprogramm darstellte. Drei Jahre später sorgte Carsten mit einer heißen Liebesnacht mit seinem damaligen Lover Robert Engel (Martin Armknecht) für Säckeweise Beschwerden beim WDR und sogar Morddrohungen gegen die Schauspieler. Die Szene schrieb Geschichte – und wurde später zum Museumsobjekt im Bonner "Haus der Geschichte" (queer.de berichtete).
1997 heiratete Carsten – vier Jahre vor Einführung der eingetragenen Partnerschaft – seinen Freund Theo. 2003 dann verpartnerte er sich schließlich mit Käthe (Claus Vinçon) und adoptierte den HIV-positiven Felix. Seit der Trennung von Käthe lebt er seit 2017 allein in der Straße.
Einschaltquoten bleiben schwach
Die erste nach der Absetzungsankündigung ausgestrahlte Folge konnte am Sonntag um 18.50 Uhr einschaltquotenmäßig nicht von der Publicity profitieren: Mit 2,44 Millionen Zuschauern lag die Quote etwas höher als in den letzten Wochen (Durchschnitt dieses Jahr: 2,16 Millionen). Allerdings lag der Marktanteil mit 8,6 Prozent unter dem ARD-Schnitt. Beim jungen Publikum zwischen 14 und 49 Jahren schalteten sogar nur 6,1 Prozent am frühen Abend die "Lindenstraße" ein. In den Achtzigerjahren wollten noch über 15 Millionen Menschen die Abenteuer von Mutter Beimer und Co. verfolgen. (dk)
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