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Kommentare zu:
20. internationales Gedenken an Opfer transphober Gewalt


#1 AmurPrideProfil
  • 20.11.2018, 12:54hKöln
  • Man soll zwar coming outs nicht in der Hinsicht vergleichen "Der hatte es aber schwerer als der..", weil jedes coming out für jeden Betroffenen ein mit großen individuellen Ängsten angefüllter Weg ist und daher jedes coming out grundsätzlich meinen Respekt genießt. Aber ich muss auch ganz ehrlich sagen, das ich das coming out eines Trans unheimlich viel schwieriger finde als jetzt z. B. mein eigens.
    Als ich mein äußeres coming out anging, sah man mir nicht an, das ich schwul bin. Ich konnte mir also sowohl die Personen als auch den Zeitpunkt, an denen ich mich outet, aussuchen.
    Dazwischen, wenn meine Angst für den nächsten Schritt noch zu groß war oder ich nach dem letzten Gefechten noch nicht wieder genügend Kraft oder Zuversicht getankt hatte, konnte ich mir eine Auszeit genehmigen, in der ich quasi den Schutz der Heteronormativität genoss, die ja grundsätzlich jedem Heterosexualität unterstellt und hinter der ich mich auf diese Weise "verstecken" konnte.
    Und diesen "Schutz" könnte ich auch heute noch in Anspruch nehmen, in dem ich z. B. jederzeit vor einem rechtem Mob unerkannt unter den anderen Männern untertauchen könnte.

    Diesen Luxus einer "Auszeit", oder gar den "Schutz" in der eigenen Gruppe unerkannt abtauchen zu können, haben Trans nicht!
    Jedenfalls nicht ohne sich selbst zu verleugnen! Denn wer sich entschließt nach seinem gender zu leben, outet sich automatisch, mal mehr, mal weniger offensichtlich, vor jedem, dem er begegnet. Ob er will oder nicht!
    Ununterbrochen... 24/7 lang...

    Ich stelle mir das unfassbar schwer vor!

    Und weil inzwischen selbst die größten Dumpfbacken unter den ganzen hater a la AfD, Nazis, pegida usw. gemerkt haben, dass sie im Moment mit ihrer Hetze gegen uns Homosexuelle nicht mehr großartig "punkten" können, konzentriert sich ihr Hass im Augenblick auf eine noch kleinere und damit vermeintlich noch schutzlosere Gruppe, auf die Trans.

    Und daher gilt meine Solidarität uneingeschränkt allen Trans und ihrem Kampf für ihre Rechte!

    Und Gewalt in der Zivilgesellschaft - außer zur Selbstverteidigung oder als Nothilfe - geht schon mal überhaupt nicht! Niemals!
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#2 Ith__Ehemaliges Profil
#3 Simon HAnonym
  • 20.11.2018, 14:25h
  • Schlimm.

    Wir müssen alle Formen von Hass und Gewalt kompromisslos bekämpfen - egal ob Hass gegen Schwule, Lesben, Bisexuelle, Trans-Menschen, Intersexuelle oder wen auch immer...

    Da wegzusehen und nicht alles menschenmögliche dagegen zu tun, ist nicht Teil einer zivilisierten Gesellschaft.
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#4 MitleserinAnonym
  • 20.11.2018, 15:31h
  • Antwort auf #3 von Simon H
  • "Da wegzusehen und nicht alles menschenmögliche dagegen zu tun, ist nicht Teil einer zivilisierten Gesellschaft."

    Das stimmt.
    Aber was das Wegsehen angeht, ist auch der Kommentarbereich hier leider nicht gerade vorbildlich.
    Die Meisten scheinen sich für trans Themen überhaupt nicht zu interessieren, und wenn zum hundertsten Mal z. B. eine trans Frau als "er" angesprochen wird, dann stört das vielleicht ein oder zwei User_innen. Meistens nur die, die selbst trans sind.
    Und der Rest: sieht weg.
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#5 SarahAnonym
  • 20.11.2018, 16:24h
  • Antwort auf #3 von Simon H
  • "Da wegzusehen und nicht alles menschenmögliche dagegen zu tun, ist nicht Teil einer zivilisierten Gesellschaft."

    Die "zivilisierte Gesellschaft" bewährt sich nicht einmal in diesem Forum oder der "community".

    Termini wie "er", "Mann", "Transe" oder "Ladyboy" bei Transfrauen, und "sie" und "Frau" bei Transmännern sind hier Normalität.

    Gelegentlich wird Transmenschen dann auch noch ihre pure Existenz oder gleich ihre Menschlichkeit abgesprochen.

    Wie bereits von meiner*m Vorredner*in erwähnt, findet Widerspruch dagegen mit steter Regelmäßigkeit ausschließlich von Trans statt.
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#6 MitleserinAnonym
  • 20.11.2018, 17:30h
  • Antwort auf #5 von Sarah
  • "Wie bereits von meiner*m Vorredner*in erwähnt, findet Widerspruch dagegen mit steter Regelmäßigkeit ausschließlich von Trans statt."

    Von "ausschließlich" habe ich ganz bewusst nicht geschrieben. Pauschalisierende Anklagen sind nicht so mein Ding.
    Es gab und gibt hier immer auch cis Menschen, die z. B. Misgendern bemerken und kritisieren. Es könnten halt gern ein paar mehr sein.
    Ich finde es wichtig, Engagement zu würdigen und nicht zu übersehen, auch wenn es mal nicht den Umfang haben sollte, den man sich wünscht.
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#7 SarahAnonym
  • 20.11.2018, 18:25h
  • Antwort auf #6 von Mitleserin
  • Du hast recht - "ausschließlich" trifft nicht zu. Mir fallen dazu 2 User ein, die widersprechen.

    Aber "zivilisierte Gesellschaften" gibt es für Trans nicht. Es gibt nicht einen einzigen Ort auf der Welt, wo Trans in Sicherheit sind. Nirgends. Das ist für uns täglich gelebtes Leben.

    Mich erreichen Todesnachrichten im 48-Stunden-Takt. Freund*innen begrabe ich jedes Jahr, seit ich lebe. Das war auch in diesem Jahr so.

    Ich glaube nicht, dass es viele Menschen gibt, für die das eine feste Kontinuität im Leben wurde.
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#8 AltoAnonym
  • 20.11.2018, 22:32h
  • Antwort auf #7 von Sarah
  • Nun mach mal halblang! So schlimm, wie du das darstellst, ist es nicht mal ansatzweise. Hier sind meiner Beobachtung nach sehr viele User transsympathisch. Es ist ja nicht das Problem was du, und andere trans sagen, sondern die Art und Weise, wie ihr es rüberbringt, was vielen vor den Kopf stößt. Das mal jemand ein Pronomen verwechselt oder durch Autokorrektur geändert, kann durchaus passieren und ist nicht böswillig oder transphob. Ein deeskalierender Tonfall, für alle hier, würde schon viel helfen ;)
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#9 SarahAnonym
#10 SarahAnonym
#11 DominikAnonym
  • 21.11.2018, 06:19h
  • Antwort auf #8 von Alto
  • Stimme dir zu. Ihre ständigen Übertreibungen stören mich auch massiv.

    Dem Kampf gegen Hassverbrechen ist dadurch wirklich nicht geholfen. Morde gegenüber Trans*Personen sind wie alle Morde natürlich sehr schlimm, aber kein Mensch verliert jedes Jahr mehrere getötete Freund*innen oder kriegt solche Meldungen im 48-Stunden-Takt herein. Dann müsste man ja wirklich wahnsinnig werden.

    Ich bin dafür, mit Realismus an Probleme und Missstände heranzutreten und sie sachlich einzuordnen. Nur so wären sie auch zu lösen und nicht durch beständiges Abdriften in irgendwelche Zerrbilder.
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#12 ld491Anonym
  • 21.11.2018, 12:02h
  • Antwort auf #11 von Dominik
  • Ernsthaft? Du willst ihr absprechen, dass sie jedes Jahr mehrere (weite Definition: 2 oder mehr) Freund*innen verliert? Eine Frau, die in den USA lebt, laut Artikel eines der "Top 3"-Länder mit hoher Gewalt gegen trans* Menschen?

    Und dass sie alle paar Tage entsprechende Mitteilungen bekommt? Bei offiziell 369 trans* Menschen, die von Oktober 17 bis September 18 nachweisbar Opfer von Morden wurden, dann ist das pro Tag mindestens ein Mensch, und die Quote ist in Brasilien, Mexiko und USA am höchsten. Vielleicht hat sie da einfach einen ganz anderen Zugang, als es hier in Deutschland möglich ist?

    Vielleicht einfach mal nachdenken und über den eigenen Tellerrand blicken, bevor du Menschen ihre Erfahrungen absprichst...
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#13 AmurPrideProfil
  • 21.11.2018, 12:28hKöln
  • Leider ist es eine Tatsache das Trans* überproportional häufig Opfer von Gewalt werden.
    Statistisch gehören sie zu den mit Abstand am meisten gefährdeten Zielgruppen von Hassverbrechen.
    Zur Verdeutlichung dieses hasserfüllten gesellschaftlichen Klimas gegen Trans* auch hier in Deutschland: Während in Deutschland die Selbstmordrate unter homosexuellen Teenagern 5..7 mal höher als bei heterosexuellen Altersgenossen ist, so ist er bei Trans*teenagern 80 mal so hoch!

    Erfüllen Trans* dann in ihrer Gesellschaft, nehmen wir beispielsweise die USA, noch zusätzliche Merkmale für Hassverbrechen wie:
    -nicht männlich (weiblich),
    -nicht weiß (schwarz, arabisch,..),
    -nicht christlicher Glauben (muslimischen Glauben),
    dann steigt ihr Risiko Ziel von Gewalttaten zu werden geradezu exponenziell an! :-(

    Werden dann noch von staatlichen Stellen Trans* mit verrohender Sprache offiziell diskriminiert wie z. B. z. Z. in den USA und in Brasilien, werden Trans* in diesen Ländern quasi "zum Abschuss freigegeben". In beiden Ländern sind in den letzten 2 Jahren die Anzahl der Gewalttaten gegenüber Trans* förmlich explodiert. :-(
  • Antworten » | Direktlink »
#14 SarahAnonym
  • 21.11.2018, 16:13h
  • Antwort auf #11 von Dominik
  • "...ständigen Übertreibungen...irgendwelche Zerrbilder..."

    Ich frage mich gerade wirklich, mit was für einem Menschen ich es zu tun habe, der die Chuzpe besitzt, am Trauertag TDOR die brutalen Morde an 369 Menschen als "ständige Übertreibungen" und "irgendwelche Zerrbilder" zu leugnen. Obwohl jede*r einzelne namentlich genannt ist.

    "...aber kein Mensch verliert jedes Jahr mehrere getötete Freund*innen oder kriegt solche Meldungen im 48-Stunden-Takt herein..."

    Sprengen die Lebensrealitäten anderer Deine Vorstellungswelten?

    Wir erweisen unseren toten Schwestern und Brüdern Hochachtung und Respekt. Ich glaube nicht, dass Du verstehst, was das ist. Wir listen und katalogisieren sie. Weil es sonst niemand tut und sie verloren gingen und vergessen würden. Sie alle gehen über unsere Schreibtische - täglich.

    Einem Menschen zusätzlich abzusprechen, dass sie jährlich tatsächliche Freund*innen, Mitkämpfer*innen und Mitstreiter*innen verliert, macht fassungslos.

    Vielleicht magst Du Dich ja in Casa 1 São Paulo, Brazil engagieren. Dort wird nur ein singuläres Ziel verfolgt: Menschenleben zu retten. Dort wärst Du täglich mit den Lebensrealitäten von Transmenschen - insbesondere Frauen - konfrontiert. Dort kümmert man sich auch um Deine schwulen Brüder.

    Allerdings glaube ich nicht wirklich, dass die Termini "Schwestern" und "Brüder" Dir etwas sagen.

    "...Dann müsste man ja wirklich wahnsinnig werden..."

    Welcome on the other side of the looking glass. Willkommen in den Lebensrealitäten von Transmenschen - insbesondere Frauen. Heißt das, Du würdest diese Lebensrealitäten nicht überleben?

    Vielleicht verstehst Du jetzt ja, warum man Transfrauen ab 35 Jahren "Überlebende" nennt-?

    Ja, es macht Menschen wahnsinnig - oder ZUR AKTIVISTIN.

    Aber davon verstehst Du nichts.

    Du bist nicht einmal fähig, an einem Trauertag Deine Anteilnahme für 369 ermordete Menschen auszudrücken, die nur ermordet wurden, weil sie sind, wer sie sind. Nicht einmal das.
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#15 TheDadProfil
  • 22.11.2018, 10:24hHannover
  • Antwort auf #14 von Sarah
  • ""Ich frage mich gerade wirklich, mit was für einem Menschen ich es zu tun habe, der die Chuzpe besitzt, am Trauertag TDOR die brutalen Morde an 369 Menschen als "ständige Übertreibungen" und "irgendwelche Zerrbilder" zu leugnen.""..

    Das hat niemand getan !

    Hier hilft dann nachlesen worum es ging :

    ""Nun mach mal halblang! So schlimm, wie du das darstellst, ist es nicht mal ansatzweise. Hier sind meiner Beobachtung nach sehr viele User transsympathisch.""..

    www.queer.de/detail.php?article_id=32385&kommeinzel=5246
    49


    ""Stimme dir zu. Ihre ständigen Übertreibungen stören mich auch massiv.""..

    www.queer.de/detail.php?article_id=32385&kommeinzel=5246
    76


    Es ging und geht also explizit um Deine Art hier mit den Gegenüber zu kommunizieren, und NICHT um all die Dinge, die Du hier dann erneut einbringst, die mit Sicherheit wichtig sind, aber mit den Einwendungen von "Alto" und "Dominik" in gar keinem Zusammenhang stehen !

    Auch ich bin dafür sich auf die Thematik zu fokussieren..
    Aber man nutzt die Thematik dann auch nicht zur Ablenkung..
  • Antworten » | Direktlink » | zu #14 springen »

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