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Kämpferin mit Schläger und starken Worten

Lesbische Tennislegende Billie Jean King wird 75

Auch im Alter von 75 Jahren kämpft Bille Jean King noch immer auf und abseits des Tennisplatzes für die Gleichberechtigung von Mann und Frau.


Billie Jean King war am 22. November 1943 in Kalifornien auf die Welt gekommen (Bild: Gage Skidmore / flickr)

Von Wolfgang Müller, Lars Reinefeld (dpa) und Carsten Weidemann

Ihren Geburtstag hat sie ausnahmsweise schon einmal vorgefeiert. Eigentlich wird die amerikanische Tennis-Legende Billie Jean King erst am Donnerstag 75 Jahre alt, doch die große Party mit John McEnroe, Maria Scharapowa, Emma Stone & Co. gab es bereits in der vergangenen Woche. Als in New York die Foto-Ausstellung "Billie Jean King: The Road to 75" eröffnet wurde, bedankte sich die Jubilarin später auf Twitter für einen "unvergesslichen Abend".

Twitter / BillieJeanKing

Prominenz aus Sport, Politik und Showgeschäft war gekommen, um eine Persönlichkeit zu würdigen, die gerne als Ikone oder Legende ihrer Sportart tituliert wird. Zwölf Grand-Slam-Siege im Einzel hat King zwischen 1966 und 1975 gewonnen, sie hat als eine der wenigen Spielerinnen Titel bei allen der vier großen Turniere geholt.

Ihren letzten Sieg als aktive Sportlerin feierte sie am 6. Juni 1983 als 39-Jährige – King ist damit bis heute die älteste Einzelsiegerin in der von ihr als Initiatorin und Mitbegründerin im Jahr 1973 ins Leben gerufenen Women's Tennis Association (WTA).

In den letzten Jahren ihrer Karriere war sie die einzige offen homosexuelle Athletin: Sie war 1981 von den Medien geoutet worden und weigerte sich damals, dem Rat ihrer Berater zu folgen und ihre Homosexualität zu dementieren.

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"Battle of the Sexes"

Fast ebenso bedeutend wie ihre sportlichen Meriten sind heute das Wirken und die Worte von Billie Jean King außerhalb des Platzes. Sie gilt als Vorreiterin des professionellen Frauen-Tennis und setzte sich stets für eine Gleichbehandlung gegenüber den Männern ein – nicht nur, aber auch auf dem Tennisplatz. Ein Schaukampf ging als "Kampf der Geschlechter" in die Geschichte ein und wurde mit Emma Stone und Steve Carell in den Hauptrollen von King und Bobby Riggs.

"Battle of the Sexes – Gegen jede Regel" erzählt von dem legendären Kampf im Jahr 1973. Der damals 55 Jahre alte frühere Wimbledon-Champion Riggs – ein selbsterklärtes "chauvinistisches Schwein" – war schon im Tennis-Ruhestand, als er die 29 Jahre alte Spitzensportlerin King zu einem Schaukampf herausforderte. Das legendäre Geschlechter-Duell wurde vor mehr als 30.000 Zuschauern im Houston Astrodome in Texas ausgetragen. 50 Millionen schauten weltweit am Fernseher zu, wie King ihren amerikanischen Landsmann in drei Sätzen mit 6:4, 6:3, 6:3 besiegte.

King war mit dem Schläger in der Hand eine leidenschaftliche Kämpferin auf dem Platz. Mit dem Werkzeug der Worte kämpft sie auch heute noch – nicht minder leidenschaftlich. In sozialen Netzwerken ist sie erstaunlich umtriebig. Zuletzt sprach sie sich für eine gemeinsame Spieler-Organisation mit den Männern aus; nach dem US-Open-Finale und dem Zoff zwischen Serena Williams und dem Schiedsrichter prangerte King eine Doppelmoral und unterschiedliche Maßstäbe für Männer und Frauen bei der Bestrafung an.

Auch als die Französin Alizé Cornet während des Turniers eine Verwarnung erhielt, weil sie ihr Shirt auf dem Platz auszog, um es umzudrehen, und für einige Sekunden im Sport-BH dastand, schimpfte King über veraltete Regeln. Nie hat sich die bald 75-Jährige versteckt, immer hat sie sich positioniert und artikuliert. Einst verheiratet, lebt sie heute in einer lesbischen Beziehung.

Ihr Wort hat Gewicht in der Welt des Tennis – aber vor allem auch darüber hinaus. Bundeskanzlerin Angela Merkel bezeichnete sie jüngst in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" als Vorbild für Menschlichkeit. "Sie leistet fantastische Arbeit, sie ist ein tolles Beispiel für das, was Frauen erreichen können, wie sie die Welt verändern. Es wäre ein Traum, sie einmal kennenlernen zu dürfen."



#1 AllTheBestAnonym
#2 Patroklos
#3 DominikAnonym
  • 21.11.2018, 07:01h
  • Was mich mal interessieren würde: Gibt es oder gab es eigentlich auch mal einen offen schwulen Spieler auf der ATP-Tour? Weiß da jemand was drüber? Lesbische Spielerinnen gab's ja schon einige (Navratilova, Novotna, Conchita Martinez, )
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