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China

Schwuler Sex in Roman: Autorin zu zehn Jahren Haft verurteilt

Weil sie eine erotische Geschichte über Männer geschrieben hat, soll eine chinesische Romanautorin die nächsten Jahre hinter Gittern verbringen.


Die Volksrepublik China will nicht, dass ihre Bevölkerung in den Medien auf gleichgeschlechtliche Liebe trifft (Bild: Tim Sheerman-Chase / flickr)

Eine chinesische Romanautorin ist laut Medienberichten in China zu einer Haftstrafe von zehn Jahren und sechs Monaten verurteilt worden, weil sie in einem Roman eine unter anderem schwule Beziehung zwischen einem Schüler und einem Lehrer beschrieben haben soll. Die Szene wird allerdings nicht als kinderporngrafisch identifiziert. Der Roman der Autorin, die nur als Liu oder unter ihrem Online-Pseudonym Tian Yi identifiziert wurde, trug den Titel "Besatzung".

Wie die BBC unter Berufung auf Staatsmedien berichtet, belangte ein Gericht in der ostchinesischen Stadt Wuhu die Autorin, weil sie "obszönes Material" hergestellt und verbreitet habe. Das Buch enthalte "männliches homosexuelles Verhalten […] inklusive perverser sexueller Praktiken wie Gewalt und Missbrauch". Liu sei bereits am 31. Oktober verurteilt worden, aber erst jetzt hätten chinesische Medien darüber berichtet – allerdings mit wenigen Details zum Buch.

Die Autorin will laut den Berichten gegen das Urteil in Berufung gehen. Liu hatte insgesamt 7.000 E-Bücher von "Besatzung" und anderen erotischen Schriften verkauft und habe damit 150.000 Yuan (rund 18.000 Euro) Gewinn gemacht.

Pornografie ist in China verboten

Als Grundlage für die Verurteilung zog das Gericht das Totalverbot von pornografischen Darstellungen in der Volksrepublik heran – sexuell aufreizende Darstellungen sind demnach sowohl in Filmen, im Internet als auch in Romanen verboten.

Nach Bekanntwerden des Strafmaßes gegen Liu kam es zu scharfer Kritik in sozialen Online-Netzwerken. Ein Nutzer schrieb etwa im Dienst Weibo: "Diejenigen, die wegen Vergewaltigung verurteilt werden, erhalten weniger als zehn Jahre Gefängnis."

Gegen Homosexualität gehen chinesische Zensoren weit härter vor als gegen heterosexuelle Darstellungen. So ist im chinesischen Internet nicht nur gleichgeschlechtliche Erotik verboten, sondern jegliche Darstellung von Homosexualität oder gleichgeschlechtlichen Beziehungen, die laut den Zensoren als "abnormal" gelten (queer.de berichtete). (cw)



#1 DefinitionssacheAnonym
  • 20.11.2018, 17:21h
  • Es ist wirklich irgendwie erstaunlich, wie wenig die Menschenrechtsverbrechen in China im Bewusstsein der Menschen angekommen sind.
    Wie wir alle uns (zurecht) über Trump, Putin. Erdogan, Polen, Ungarn und die überwiegenden Teile des mittleren Ostens und Afrika etc pp. aufregen, aber China nicht nur in der Berichterstattung beinahe als Freund und Partner wahrnehmen.
    Dabei ist dieses in Zukunft wohl global bestimmende Land alles andere als mit Werten wie Demokratie , freie Entfaltung der Persönlichkeit, Pressefreiheit und Menschenrechten im Allgemeinen auch nur ansatzweise kompatibel.
    Langfristig gesehen dürfte China eindeutig die größte Bedrohung für die Menschenrechte überhaupt datsellen.
    Allein Aufgrund seiner Größe und (bald) übermächtigen wirtschaftlichen Bedeutung.
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#2 Ich4Anonym
  • 21.11.2018, 13:30h
  • www.wuhunews.cn/wuhu/weiwen/2018-11-16/1464340.html

    Am 31. Oktober 2018 erklärte das Volksgericht des Landkreises Penghu in erster Instanz, dass der Angeklagte Liu wegen des Verbrechens der Herstellung und des Verkaufs von obszönen Artikeln zu zehn Jahren und sechs Monaten Gefängnis verurteilt wurde, und bestrafte ihn, der Angeklagte Hemou machte einen Gewinn und verkaufte obszöne Artikel. Das Verbrechen der Sünde und des illegalen Geschäfts wurde zu zehn Jahren und sechs Monaten Gefängnis verurteilt und zu einer Geldstrafe verurteilt, der Angeklagte Yang wurde zu zwei Jahren und sechs Monaten Gefängnis verurteilt, weil er illegale Geschäftstätigkeiten verübt hatte und drei Jahre auf Bewährung und Geldbußen verurteilt hatte Ein Verbrecher, der wegen obszöner Artikel verurteilt wurde, wurde zu vier Jahren Gefängnis und einer Geldstrafe verurteilt, der Angeklagte Ge Moumou wegen Geldbußen wegen Verkauf von Prostitution und Besitz von Geldbußen zu 10 Monaten Gefängnis verurteilt.

    Nachdem das Urteil in erster Instanz gefällt worden war, weigerten sich Liu Moumou, He Mou und andere, das Urteil anzunehmen, und legten Berufung beim Zwischengericht der Stadt Wuhu ein.
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#3 Simon HAnonym
  • 21.11.2018, 13:45h
  • Wenn man keine Fakten und Argumente hat, zensiert man halt, um seinen Willen zu erzwingen...
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#4 queerasian27Anonym
  • 09.12.2018, 23:18h
  • Ni hao,

    Als Asienwissenschaftlerin kann ich sagen, dass sich die asiatischen Staaten was LGBT Rechte und Akzeptanz betrifft, stark unterscheiden. Obwohl Südkorea und Japan konservative Länder sind, sind sie was Menschenrechte angeht um einiges weiter als China. Auch Hongkong und Taiwan sind weiter. Selbst in Singapur ist LGBT akzeptiert, wenn auch nicht immer gern gesehen. Indonesien und Malaysia sind da ambivalent zu betrachten. Ich frage mich, warum die EU die Inder nicht stärker unterstützt. Indien ist sowohl mit Japan, der ASEAN wie auch Südkorea verbündet. Indien könnte ein Gegengewicht zu China werden, wenn es sich strategisch mit anderen asiatischen Ländern und europäischen wie amerikanischen verbündet. In Indien ist LGBT nämlich legalisiert worden!!!! Vor allem, wovor haben die Chinesen denn Angst? Bzw. die KPCh? Selbst im sozialistischen Nachbarland Vietnam ist LGBT möglich und akzeptiert und dort regiert auch eine kommunistische Partei. Es ist also möglich.

    China wird viel zu einseitig in den Medien hervorgehoben. Sicher ist es wirtschaftlich bedeutend. Dennoch muss das ja nicht so bleiben, fördert man Staaten wie Indien. China sollte ambivalenter betrachtet werden. Was wir bei der Berichterstattung über die USA und Trump auch schaffen, sollte doch auch bei Xi und China gehen.

    Zei Jian
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