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Homophobe Entgleisung ohne Rüge

AfD-Abgeordneter diffamiert Johannes Kahrs

Der AfD-Rechtsaußen Stephan Brandner warf dem schwulen SPD-Politiker vor, mit Sebastian Edathy und Jörg Tauss "unter einer Decke" zu stecken – die beiden Ex-Abgeordneten waren mit mutmaßlicher Kinderpornografie erwischt worden.


Der AfD-Abgeordnete Stephan Brandner bei einer Rede im Deutschen Bundestag (Bild: Deutscher Bundestag / Achim Melde)

Eine schwere homophobe Entgleisung der AfD überschattete am Dienstag die abschließende Haushaltsdebatte im Deutschen Bundestag. Nachdem der SPD-Abgeordnete Johannes Kahrs die Rechtsaußenpartei wegen der mysteriösen Großspenden aus dem Ausland kritisierte, holte der AfD-Abgeordnete Stephan Brandner zum Gegenschlag aus – und zielte dabei tief unter die Gürtellinie.

"Diese SPD braucht in Deutschland kein Mensch", konterte der umstrittene Vorsitzende des Rechtsausschusses. Brandner zählte diverse Affären der Sozialdemokraten auf und endete bei den Kinderpornografie-Affären um die Ex-SPD-Abgeordneten Sebastian Edathy und Jörg Tauss: "Kein Wort, Herr Kahrs, zu einem Herrn Tauss und einem Herrn Edathy, mit dem Sie ja wohl gewissermaßen unter einer Decke steckten."

Wolfgang Schäuble griff nicht ein

Eine üble Diffamierung: Johannes Kahrs ist der bekannteste offen homosexuelle Bundespolitiker der Sozialdemokraten und seit vielen Jahren lesben- und schwulenpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion. Die homophobe Entgleisung des AfD-Politikers, der mit dem Decken-Spruch Homo- und Pädophilie gleichsetzte, wurde von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) nicht gerügt.

Stephan Brandner gehört zum innerparteilichen Lager um den Thüringer Nationalisten Björn Höcke – und ist einer der größten LGBTI-Gegner im Bundestag. Schon als Landtagsabgeordneter in Thüringen hatte der Rechtsanwalt aus Gera mehrfach zu homophoben Rundumschlägen ausgeholt. So nannte er etwa die Rehabilitierung der Opfer des Paragrafen 175 einen "Verfassungsbruch", der einen "Regenbogenfamilienirrweg" weiter vorbereite. Auch eine Entschuldigung des Parlaments bei den verurteilten Schwulen lehnte er ab (queer.de berichtete).

In einem MDR-Streitgespräch bezeichnete Brandner im September letzten Jahres Schulaufklärung über LGBTI als "Quatsch", außerdem bezweifelte er, dass Lesben und Schwule gute Eltern sein können: "Da wächst ein Problem heran, wo wir uns in 20 Jahren sagen werden: Warum haben wir das zugelassen, dass gleichgeschlechtliche Paare Kinder erziehen? Das wird so auf Dauer nicht funktionieren" (queer.de berichtete).

Im Bundestag echauffierte sich Brandner erst vor wenigen Wochen über "Geld für die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld, die sich mit irgendwelchen Sexgebaren beschäftigt und dritten und weiteren Geschlechtern Vorschub leisten will" (queer.de berichtete). (cw)

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#1 VollPanneAnonym
  • 20.11.2018, 22:32h
  • Das nenne ich mal Gossen-Talk im Rohzustand. Das Motto der AfD lautet anscheinend: "Schlimmer geht immer."

    Herr Kahrs, bleiben Sie locker. Die AfD ist unter Druck wegen der Spendensache. In diesem AfD-Chaos könnten noch weitere Verfehlungen vorkommen und dann verschwinden die schneller als sie gucken können.
    Aber Sie können alle Fehltritte ansprechen, die sich diese Dumpfbacken geleistet haben und recherchieren, was bei denen alles unkoscher ist :-)
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#2 AmurPrideProfil
  • 21.11.2018, 00:08hKöln
  • Ich stelle mir gerade die Frage:
    Kann man als Bundestags-Abgeordneter eigentlich einen sitzungsleitenden Bundestagspräsidenten, in diesem Fall Herrn Schäuble, irgendwo bei irgendjemanden wegen Pflichtverletzung anzeigen?
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#3 TomDarkProfil
  • 21.11.2018, 01:01hHamburg
  • Man muss sich schon etwas in die Lage dieses verzweifelten Brandners versetzen, um diese armselige Gegenwehr verstehen zu können.

    Seine Partei sitzt eh schon in der Falle, und um nicht ganz klein gehackt zurückzubleiben, muss eben irgendein Totschlag-Argument herausgeholt werden, auch wenn es noch so falsch ist.

    Dass es keine Rüge gegeben hat, spricht eher dafür, dass es keiner wirklich ernst genommen hat.
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#4 Patroklos
#5 goddamn liberalAnonym
  • 21.11.2018, 08:27h
  • Antwort auf #1 von VollPanne
  • "In diesem AfD-Chaos könnten noch weitere Verfehlungen vorkommen und dann verschwinden die schneller als sie gucken können."

    Da ist wohl -leider- der Wunsch der Vater des Gedankens. Leute wie Brandner bedienen in NS-Tradition einen braunen Bodensatz, der sich auch in der DDR gut konservieren konnte.
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#6 IchbinsAnonym
  • 21.11.2018, 12:58h
  • Bei Edathy war es damals NICHT verbotene Jugendpornographie. Wird immer wieder falsch berichtet.
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#7 Simon HAnonym
  • 21.11.2018, 13:41h
  • Ich bin kein Freund von Herrn Kahrs (und erst recht nicht der SPD).

    Aber: jemanden (egal wen) aufgrund seiner Homosexualität mit Kindesmissbrauch in Verbindung zu bringen, geht gar nicht.

    Die AfD versucht immer wieder, die Grenzen guten Geschmacks zu verschieben (die selbe Taktik, die auch Trump anwendet, um die Sitten zu verrohen und daraus Kapital zu schlagen).

    Das muss endlich Konsequenzen haben.

    Dass Schäuble da nicht eingreift, ist ein genauso großer Skandal wie die Aussage selbst.
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#8 VollPanneAnonym
#9 alter schwedeAnonym
  • 22.11.2018, 08:56h
  • Der Brandner KASCHPER und der Konjunktiv. Hätte, wollte, sollte, gewissermaßen, irgendwelche Sexgebaren, eventuell in 20 Jahren. Da wird aber mal wieder tief im dampfenden AfD-Grammatikeintopf des Möglichen geschöpft. Das Süppchen wird immer dann ausgeschenkt, wenn einem selbst das Wasser bis zum Hals steht, oder sich keine Testesser mehr für die versalzene braune Waschhausbrühe finden lassen.
    Dass der KASCHPER dann bei der Nennung der Zutaten der Schweizer Kraftbrühe nach Konstanzer Art durch Herrn Kahrs die Contenance verloren hat bestätigt wieder einmal mehr die Regel von den bellenden Hunden und der Betroffenheit. Dass Opa Schäuble dabei ein kleines Nickerchen gemacht hat wundert mich auch nicht wirklich. Keine Chance mehr auf den CDU-Vorsitz und dann diese langen Sitzungen zum aussitzen. Das ist so langweilig und kostet dazu jede Menge Energie.
    Trotzdem sehr verärgerter Brandner KASCHPER. Bei sowas hilft auch kein konjunktives Kaschperlestheater mit Sättigungsbeilage. Die Beschäftigung der Staatsanwaltschaft mit den dubiosen Wahlkampfspenden an Alice Weidel liegt als beweisbare Tatsache auf dem Tisch und ob das nun rechtens war oder nicht, entscheidet dieselbige ganz real und erhebt dann je nach Sachlage Anklage vor der zuständigen rechtlichen Instanz. Das die OhÄfDä dabei mit kräftig Feuer unterm Arsch, nervös auf ihren Abgeordnetensitzen herumrutscht, ist durch das Gebaren von Ihnen und das gestrige Alphorngetröte, von der Schweizer Almengretel im Bundestag, ja unübersehbar. Tja Herr Brandner: So sieht das Leben eben ohne Konjunktiv aus.
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#10 TheDadProfil
  • 22.11.2018, 11:24hHannover
  • Antwort auf #2 von AmurPride
  • ""Ich stelle mir gerade die Frage:
    Kann man als Bundestags-Abgeordneter eigentlich einen sitzungsleitenden Bundestagspräsidenten, in diesem Fall Herrn Schäuble, irgendwo bei irgendjemanden wegen Pflichtverletzung anzeigen?""..

    Die gleiche Frage kam mir auch..

    Für solche Pflichtverletzungen ist wahrscheinlich der Parlamentarische Ältestenrat zuständig der über Verstöße gegen die Geschäftsordnung entscheidet..
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