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Polizeibericht
Weil sie sich küssten: Schwules Paar in Tram geschlagen
Zwei verliebte 18-Jährige wurden am Mittwochabend in einer Berliner Straßenbahn von einem homophoben Fahrgast beleidigt und attackiert – das mutige Eingreifen eines Zeugen verhinderte weitere Schläge.
- 22. November 2018, 09:08h 2 Min.
Weil sie sich in einer Straßenbahn küssten, wurden zwei junge schwule Männer am späten Mittwochabend in Berlin-Mitte geschlagen. Dies meldete die Berliner Polizei am Donnerstag.
Kurz vor 23 Uhr stiegen die beiden 18-Jährigen am Rosenthaler Platz in eine Tram der Linie M8. Nachdem sie sich hinsetzten, tauschten sie einige Küsse aus. Dies sah ein direkt vor ihnen sitzender Unbekannter. Der Mann drehte sich um und fasste einem der jungen Schwulen ins Gesicht. Anschließend beschimpfte und beleidigte er die beiden homophob.
Kurz darauf erschien laut Polizeibericht ein zweiter Unbekannter und unterhielt sich kurz mit dem Beleidiger. Anschließend gingen beide zu den 18-Jährigen zurück und der Pöbler schlug einem mit der Hand ins Gesicht. Nur das Dazwischentreten eines unbekannt gebliebenen Zeugen konnte weitere Attacken verhindern.
Das verliebte schwule Paar ging daraufhin in den hinteren Teil der Tram, bis es an der Haltestelle Allee der Kosmonauten ausstieg und auf einer Polizeidienststelle eine Strafanzeige erstattete. Die weiteren Ermittlungen hat, wie bei vermuteter Hasskriminalität üblich, der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin übernommen. Nähere Angaben zum Angreifer wurden im Polizeibericht nicht gemacht.
Vorfälle vor allem in Mitte, Schöneberg und Neukölln
Anders als in den meisten deutschen Städten werden mögliche homo- oder transfeindliche Hintergründe von Straftaten gezielt in den Polizeiberichten Berlins publik gemacht. Die Polizei und Staatsanwaltschaft der Hauptstadt besitzen eigene Ansprechpartner für LGBTI.
Erst Ende Oktober hatte die Polizei von einer homophoben Beleidigung eines schwulen Paares in Berlin-Mitte sowie einer Eier-Attacke auf die Gay-Bar "Hafen" im Regenbogenkiez berichtet. Nach einer Untersuchung homo- und transphob motivierter Gewalt der letzten Jahre sind Mitte, Schöneberg und Neukölln die häufigsten Tatorte. Laut einer vorläufigen Statistik der Berliner Polizei kam es 2017 in der ganzen Stadt zu insgesamt 164 angezeigten Taten im Bereich "sexuelle Orientierung"; die Statistik umfasst unter anderem auch Beleidigungen und Propagandadelikte. Im Vorjahr waren es ebenfalls 164 Vorfälle, darunter 44 Gewalttaten (2015: 105/38, 2014: 80/26, 2013: 132/46). (cw)
















Ernsthaft, bei solchen Meldungen wünscht man sich eine Art "Pink Patrol" wie in queer as folk, die auf homophobe Attacken vorbereitet ist (oder gar provoziert) und dann handfest zuschlägt. >:-(