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Polizeibericht

Weil sie sich küssten: Schwules Paar in Tram geschlagen

Zwei verliebte 18-Jährige wurden am Mittwochabend in einer Berliner Straßenbahn von einem homophoben Fahrgast beleidigt und attackiert – das mutige Eingreifen eines Zeugen verhinderte weitere Schläge.


Straßenbahn in Berlin (Bild: Ingolf / flickr)

Weil sie sich in einer Straßenbahn küssten, wurden zwei junge schwule Männer am späten Mittwochabend in Berlin-Mitte geschlagen. Dies meldete die Berliner Polizei am Donnerstag.

Kurz vor 23 Uhr stiegen die beiden 18-Jährigen am Rosenthaler Platz in eine Tram der Linie M8. Nachdem sie sich hinsetzten, tauschten sie einige Küsse aus. Dies sah ein direkt vor ihnen sitzender Unbekannter. Der Mann drehte sich um und fasste einem der jungen Schwulen ins Gesicht. Anschließend beschimpfte und beleidigte er die beiden homophob.

Kurz darauf erschien laut Polizeibericht ein zweiter Unbekannter und unterhielt sich kurz mit dem Beleidiger. Anschließend gingen beide zu den 18-Jährigen zurück und der Pöbler schlug einem mit der Hand ins Gesicht. Nur das Dazwischentreten eines unbekannt gebliebenen Zeugen konnte weitere Attacken verhindern.

Das verliebte schwule Paar ging daraufhin in den hinteren Teil der Tram, bis es an der Haltestelle Allee der Kosmonauten ausstieg und auf einer Polizeidienststelle eine Strafanzeige erstattete. Die weiteren Ermittlungen hat, wie bei vermuteter Hasskriminalität üblich, der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin übernommen. Nähere Angaben zum Angreifer wurden im Polizeibericht nicht gemacht.

Vorfälle vor allem in Mitte, Schöneberg und Neukölln

Anders als in den meisten deutschen Städten werden mögliche homo- oder transfeindliche Hintergründe von Straftaten gezielt in den Polizeiberichten Berlins publik gemacht. Die Polizei und Staatsanwaltschaft der Hauptstadt besitzen eigene Ansprechpartner für LGBTI.

Erst Ende Oktober hatte die Polizei von einer homophoben Beleidigung eines schwulen Paares in Berlin-Mitte sowie einer Eier-Attacke auf die Gay-Bar "Hafen" im Regenbogenkiez berichtet. Nach einer Untersuchung homo- und transphob motivierter Gewalt der letzten Jahre sind Mitte, Schöneberg und Neukölln die häufigsten Tatorte. Laut einer vorläufigen Statistik der Berliner Polizei kam es 2017 in der ganzen Stadt zu insgesamt 164 angezeigten Taten im Bereich "sexuelle Orientierung"; die Statistik umfasst unter anderem auch Beleidigungen und Propagandadelikte. Im Vorjahr waren es ebenfalls 164 Vorfälle, darunter 44 Gewalttaten (2015: 105/38, 2014: 80/26, 2013: 132/46). (cw)



#1 AFD-WatchAnonym
  • 22.11.2018, 10:56h
  • Langsam reicht es! Wann kommt endlich mal die Meldung "schwules Paar schlug zurück?"
    Ernsthaft, bei solchen Meldungen wünscht man sich eine Art "Pink Patrol" wie in queer as folk, die auf homophobe Attacken vorbereitet ist (oder gar provoziert) und dann handfest zuschlägt. >:-(
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#2 SarkastikerAnonym
#3 BriannaAnonym
  • 22.11.2018, 13:20h
  • Antwort auf #1 von AFD-Watch
  • Gewalt ist aber niemals eine Antwort auf Gewalt. Traurig, dass es heute immer noch zu Gewalt gegen Homosexuelle kommt.
    Der richtige Weg wäre, dass die Bevölkerung gemeinsam aufsteht und ein Zeichen setzt. Warum trat erst am Ende, als es zu dem Schlag kam, ein Helfer auf den Plan? War sonst niemand in der Tram? Warum sind nicht mehr aufgestanden und haben dem Pöbler schon am Anfang gezeigt, wo sein Platz ist! DAS hätte etwas verändern können. Wenn der eine für den anderen einsteht ;(
    Aber das hat unsere Gesellschaft ja längst verlernt...
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#4 johannbAnonym
#5 abcdAnonym
#6 DefinitionssacheAnonym
  • 22.11.2018, 14:08h
  • Antwort auf #5 von abcd
  • Der Aufstand im Warschauer Ghetto war auch nicht die wirksame Antwort auf die Shoa, aber sie hat den Nazis gezeigt, dass die Menschen nicht widerstandslos in den Tod gehen.
    Manchmal muss man sich wehren und kann nicht auch noch die 2 Wange hinhalten.
    Ich bin eine ruhiger Zeitgenosse, aber wer mich schlägt muss das Echo vertragen können.
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#7 FriedrichsAnonym
  • 22.11.2018, 14:16h
  • Das ist natürlich gut, dass die Polizei gegen diese Kriminelle ermittelt. Aber das ist wirklich sehr schlimm, dass in unserem Land so etwas passiert. Ich denke, dass wichtig ist, dass im Fernsehen und in Kinos schwule Filme viel öfters gezeigt werden sollen, als bisher. Damit dieses Thema in die Köpfe von den Bürgern richtig reingeht ! Damit die Gesellschaft das genau begreift, dass wir - Homosexuelle - genauso viel wert sind, wie die Anderen. Ich wünsche, dass alle Künstler in Deutschland sich damit beschäftigen !!
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#8 dellbronx51069Anonym
#9 daVinci6667
  • 22.11.2018, 14:56h
  • Antwort auf #8 von dellbronx51069
  • Richtig so! Wenn klare Worte nicht helfen hat jeder das Recht zurück zu schlagen! Am besten dorthin wo es am meisten schmerzt.

    Da wir sichtbare LGBTI nun mal leider ein bevorzugtes Angriffsziel von Arschlöchern aller Art sind, sollte eine politische Forderung sein, uns kostenlose Selbstverteidigungskurse anzubieten.
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#10 Ith__Ehemaliges Profil
  • 22.11.2018, 15:13h
  • Antwort auf #1 von AFD-Watch
  • Gibt doch hier kaum einen Grund, sich zu beschweren.
    Der Normalfall wäre gewesen: Kein Zeuge, der eingreift, ggf. eine gebrochene Nase oder Prellungen bei einem Ziel der Hassattacke, und keine*r von uns hätte je was davon erfahren, weil man nach sowas normalerweise nach Hause geht, statt Anzeige zu erstatten, und bloß hofft, dass nichts zurückbleibt, was den Menschen in der Umgebung signalisiert, dass man kürzlich Opfer geworden ist, da solche Sichtbarkeit das Raubtier Mensch für gewöhnlich einlädt, das zu wiederholen.

    Abgesehen davon: Gewohnheitstäter kennen ihre Rechte und nutzen die auch weitaus selbstverständlicher als die meisten Ziele ihrer Attacken.
    Und nicht zuletzt verschaffen professionelle Nazis und Hooligans sich inzwischen eine Ausbildung im Kampfsport, bei der es ziemlich fraglich ist, ob man soviel besser dasteht, wenn man etwas anderes tut als wegrennen, als nicht straßenkampferfahrener Mensch.

    Wenn du nicht gerade wirklich gut kampftrainiert bist, ist sowas demnach echt nicht empfehlenswert.
    Öffentliche Verkehrsmittel sind bei sowas aber halt auch echt ne üble Umgebung, da begrenzte Fluchtmöglichkeiten.

    Ich weiß immer nicht, ob man sich eine Verhandlung für sowas wünschen soll. "Täter konnte nicht ermittelt werden" ist mit der Illusion, die Polizei würde sich interessiert haben, immer noch schöner, als ggf. vom Richter nen Spruch gedrückt zu bekommen, wieso man denn bitte provozieren musste. Und ich schätze, auf sowas würd's hinauslaufen.

    Wie wenig der Rechtsstaat im Zweifelsfalle greift, merkt man spätestens, wenn man ihn bräuchte.
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