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Bekenntnis zur schwulen Subkultur

Razzia im Gay-Sexclub: Grüne schieben Schwarzen Peter zur Polizei

Die Kontrolle der Ajpnia-Räumlichkeiten bei laufendem Betrieb sei nicht vom Bezirksamt, sondern von der Polizei ausgegangen, erklärte die grüne Fraktion in Berliner Bezirk Tempelhof-Schöneberg.


Sling und Glory Holes in einem schwulen Spielkeller

Die Grünen im Berliner Bezirk Tempelhof-Schöneberg haben ihren Baustadtrat Jörn Oltmann vor Vorwürfen in Schutz genommen, die sexpositive schwule Kultur im Regenbogenkiez zu gefährden. In einem Gastkommentar auf queer.de hatte Heinz-Jürgen Voß, Professor*in für Sexualwissenschaft und Sexuelle Bildung an der Hochschule Merseburg, Oltmann am Mittwoch die politische Verantwortung für die unverhältnismäßige Razzia im nicht-kommerziellen Sexclub Ajpnia sowie für die Schließung von mehreren Darkrooms gegeben.

Die grüne Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung schiebt nun den Schwarzen Peter weiter an das Landeskriminalamt. Die "vor allem wegen ihrer Durchführung umstrittenen" Kontrollen seien von der Polizei und nicht vom Bezirksamt ausgegangen, erklärte Fraktionschef Rainer Penk am Donnerstag in einer Pressemitteilung. "Fachbereiche des Bezirksamts, wie etwa die Bauaufsicht, werden durch Amtshilfeersuchen der Polizei zu solchen Einsätzen hinzugezogen, um beispielsweise die Einhaltung baurechtlicher Sicherheitsbestimmungen zu prüfen."

Kontrollen "generell sinnvoll und notwendig"

Angesichts des tragischen Brandes im Schöneberger Sauna-Club "Steam Works", bei dem im letzten Jahr drei Besucher ums Leben kamen, seien solche Überprüfungen "generell sinnvoll und notwendig", meinte Penk: "Wir wissen, dass es seitdem bereits zahlreiche Gespräche zwischen Gewerbetreibenden und unserem Stadtrat gab, um in jedem Einzelfall konstruktive Lösungen zu finden." Welche Erkenntnisse und Motive die Polizei zu den "massiven Einsätzen" veranlasst haben, sei "noch zu klären".

Die Grünen hätten sich immer für einen vielfältigen Bezirk und für die Belange der queeren Community eingesetzt, heißt es weiter in der Pressemitteilung. "Wir werden auch künftig alles dafür tun, dass schwule, lesbische, bisexuelle und transidente Menschen in unserem Bezirk diskriminierungsfrei und sicher leben können. Das schließt alle Facetten queerer Subkultur ebenso ein wie die Einhaltung allgemein geltender Schutz- und Sicherheitsbestimmungen." (mize)



#1 Ith__Ehemaliges Profil
  • 22.11.2018, 15:45h
  • Vielleicht sollte man während einer Sitzung auch mal ein Dutzend Polizisten mit entsprechend aggressivem Auftreten einsetzen, um die Räumlichkeiten der Politiker im laufenden Betrief brandschutzrechtlich untersuchen zu lassen, oder noch besser, das eine oder andere private Wohnzimmer, abends beim Fernsehen mit der Familie, gern auch in Gegenwart von Kindern, um den Herrschaften zu verdeutlichen, dass ein paar beschreibende Buchstaben auf Papier oder Bildschirm nicht annähernd dazu taugen, die Folgen und das Problem solcher Maßnahmen wirklich zu verdeutlichen.

    Als wären Politiker so gar nicht in der Lage, dafür zu sorgen, dass sowas nicht passiert, und als hätte da keiner eine Unterschrift unter einen zustimmenden Wisch gesetzt, zumindest mit entsprechender Gleichgültigkeit, wenn vielleicht auch nicht mit aktiver und bewusster Zustimmung bzw. Befürwortung.
    Ist doch lächerlich.

    Falls das LKA sowas echt gegen ausdrückliche Anweisung durchzieht, wäre die logische Konsequenz, dass da ein paar Köpfe rollen.
    Aber seien wir ehrlich: Passieren würde das wohl nichtmal, wenn diese Darstellung zutreffen würde.
    Politiker halt.
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#2 HajohermProfil
  • 22.11.2018, 17:23hVelten
  • Die einzige Möglichkeit, sich mit Anstand aus der Affäre zu ziehen, wäre, dass sich sämtliche Kontrollierenden bei dem Verein und den an jenem Abend anwesenden Besuchern entschuldigen, den Eintrittspreis (für den versauten Abend) zurückerstatten (die grünen Kassen sind doch sicher fördermittelverwöhnt) und dafür zu sorgen, dass alle offenen Verfahren der Bars in Schöneberg bezüglich Darkrooms bis zum Jahreswechsel durch großzügige Verfahrensweisen und zur Not Amtshilfe (in jeglicher Form) positiv für die Clubszene und die Vereine gelöst sind, sonst bleiben jegliche politischen Phrasen Lippenbekenntnisse.
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#3 FrägchenAnonym
  • 22.11.2018, 19:38h
  • Warum fängt die Polizei (erst) jetzt damit an? Insbesondere wenn es keine Direktive oder versteckte Aufforderung gegeben hat?
    Wurde Führungspersonal ausgetauscht oder gab es andere Gründe?
    Warum wurde ggf. das Führungspersonal durch die aktuelle Riege ersetzt? Üblicher Weise wird genau geprüft ob jemand "geeignet" ist.

    "Die sind schuld!" und "Wir waren es nicht!" ist hier nicht hilfreich.

    Es muss der Schaden nachträglich (Passiert ist passiert) gemildert werden und ganz klar der falsche Eindruck korrigiert werden. Es sind ggf. Gespräche oder Anweisungen an die Polizei nötig. Außerdem muss sich jemand DIESES Vorgehen bewusst so ausgedacht haben! Warum? Wozu? Weshalb? Welche Interessen(sgruppen) stehen dahinter? Es muss unverzüglich eine dem entstandenen Schaden angemessene Wiedergutmachung geleistet werden.
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#4 50 Jahre StonewallAnonym
  • 22.11.2018, 21:00h
  • Wenn die Polizei für diese aggressive Aktion hauptsächlich verantwortlich ist, dann muss sie auch dafür zur Verantwortung gezogen werden - mit allen personalrechtlichen Konsequenzen !!

    Wir leben in einem Rechtsstaat und das gilt in ganz besonderem Maße für die Polizei, die sich nicht in einem rechtsfreien Raum bewegt.

    Homonegative Übergriffe auf Schwule und sexpositive Clubs müssen nicht einfach so hingenommen werden.

    Jedes homophobe Ereignis wird in Berlin an die Presse gegeben und es wird so getan als könnte es nicht auch homonegative Polizisten geben. Da sollte man genauer hinsehen als bisher.

    Vor vielen Jahren gab es mal den Slogan Die Polizei, Dein Freund und Helfer.
    Davon sind wir heute scheinbar Lichtjahre entfernt.
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#5 SalinoAnonym
#6 Patroklos
  • 23.11.2018, 08:40h
  • Ich halte nichts von Darkrooms. Ich bin selbst mal mit einem Bekannten in einer Gaysauna in einem solchen Darkroom gewesen und es war ziemlich beklemmend und ich mußte sofort wieder raus, da ich eine Panikattacke bekam.
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#7 LotiAnonym
  • 23.11.2018, 09:27h
  • Antwort auf #6 von Patroklos
  • Ihre Entscheidung. Gar nicht erst solche Örtlichkeiten aufsuchen.
    Auch ich bin kein Freund von solch Gegebenheiten, doch wie heißt es so schön: jedem Tierchen sein Pläsierchen.
    Wer seinen Spaß anonym will, na und?
    Was da abgelaufen ist, ist nicht hinnehmbar und schon gar nicht in Berlin von heute. In München ( 80er Jahre) habe ich diese Störenfriede erlebt i.einer Sauna. Alle Nase lang wurde kontrolliert u. wehe die Tür zur Kabine wurde geschlossen gehalten, diese wurde dann mit lautem Knall wieder geöffnet. Keiner will solche Verhältnisse haben.
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#8 50 Jahre StonewallAnonym
#9 Julian SAnonym
  • 23.11.2018, 09:54h
  • Die Grünen brauchen gar nicht versuchen, die Schuld auf andere zu schieben.

    Als in Berlin regierende Partei könnten sie ganz schnell dafür sorgen, dass solche Kontrollen, ob Brandvorschriften eingehalten werden, außerhalb der Öffnungszeiten stattfinden.

    Tun sie das nicht, tragen sie genauso viel Mitschuld wie die anderen Beteiligten. Nicht mehr und nicht weniger.
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#10 stromboliProfil