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"Beendigung der Diskriminierung"

Evangelische Kirche Oldenburg beschließt Trauung für alle

Die Herbstsynode in Rastede stimmte einstimmig für die Gleichstellung homosexueller Paare – Landesbischof Thomas Adomeit entschuldigte sich bei Lesben und Schwulen für "Leid und Enttäuschung".


Trauung eines schwulen Paares während des Evangelischen Kirchentags in Berlin (Bild: EKBO)

Die Herbstsynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg hat am Donnerstag in Rastede einstimmig beschlossen, die kirchliche Trauung auch für gleichgeschlechtliche Ehepaare zu öffnen. Bei der Abstimmung gab es drei Enthaltungen.

Die Landeskirche begrüße "die rechtliche Gleichstellung von Personen gleichen Geschlechts bezüglich der Möglichkeit der Eheschließung durch das Gesetz zur Einführung des Rechts auf Eheschließung für Personen gleichen Geschlechts vom 20. Juli 2017 und die damit beabsichtigte Beendigung der Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Paare", heißt es wörtlich im Synodenbeschluss.

Bislang gab es in Oldenburg nur die Möglichkeit eines Segnungsgottesdienstes für lesbische und schwule Paare – diese Regelung galt seit 2004. Die Trauung wird als Amtshandlung in das Kirchenbuch der Gemeinde eingetragen. Voraussetzung ist die gültige Eheschließung nach staatlichem Recht.

Bitte um Entschuldigung für entstandene Verletzungen

"Die Gleichstellung von Personen gleichen Geschlechts hat die Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg nicht immer umgesetzt. Es ist dadurch manche Verletzung entstanden, indem homosexuelle Paare, die um Gottes Segen für ihre Beziehungen gebeten haben, nicht getraut werden konnten", erklärte Landesbischof Thomas Adomeit nach dem Beschluss. "Das dadurch entstandene Leid, die durchlebte Enttäuschung und die erlittene Diskriminierung begleiten manche Beziehung bis heute."


Landesbischof Thomas Adomeit (Bild: D.-M. Grötzsch / ELKiO)

Im Namen der Landeskirche bat Bischof Thomas Adomeit alle Paare, "denen die Verweigerung einer kirchlichen Trauung wegen ihrer gleichgeschlechtlichen Liebe und Lebensgemeinschaft widerfahren ist, aufrichtig um Entschuldigung." Verletzungen seien zudem bei Theologinnen und Theologen entstanden, die aufgrund ihrer sexuellen Orientierung nicht in den Dienst der Landeskirche übernommen wurden oder die ihre Beziehung nicht offen leben konnten. "Auch hier hat die Kirche Leid und Enttäuschung verursacht. Und auch diese Menschen bitte ich für die oldenburgische Kirche um Verzeihung."

Unterschiedliche Regelungen bei den 20 Landeskirchen

Bei der evangelischen Kirche entscheiden die 20 Landeskirchen eigenständig und oft unterschiedlich, inwieweit homosexuelle Paare gemischtgeschlechtlichen Paaren gleichgestellt werden. Einige Landeskirchen bestehen darauf, dass eine Segnung von Lesben und Schwulen einem herkömmlichen Traugottesdienst nicht zu sehr ähneln dürfe. In den meisten Fällen überlassen sie den jeweiligen Pfarrern und Gemeinden aber die konkrete Ausgestaltung der Feier. Nahezu alle Landeskirchen betonen aber, dass kein Pfarrer gezwungen werden kann, gleichgeschlechtliche Paare zu segnen. Eine Trauung für alle wie nun im Oldenburger Raum gibt es unter anderem bereits bei der Landeskirche in Baden, in Berlin-Brandenburg und der schlesischen Oberlausitz sowie im Rheinland.

Die Synode in Rastede tagt noch bis zum Samstag. Zur oldenburgischen Kirche zählen 116 Gemeinden mit insgesamt rund 411.000 Mitgliedern zwischen der Nordseeinsel Wangerooge und den Dammer Bergen. (cw)



#1 Patroklos
#2 goddamn liberalAnonym
  • 23.11.2018, 08:49h
  • Das ist in unserem Kirchenstaat sehr gut und wichtig!

    Weil es den Karliczeks, von Beverfoerdes, von Storchs und Richter Harbarth das Argument wegnimmt, sie seien christlich-konservativ.

    Nein, sie sind klerikal-reaktionär bis klerikalfaschistisch!
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#3 Bonifatius49Anonym
  • 23.11.2018, 09:21h
  • Antwort auf #2 von goddamn liberal
  • @Goddamn liberl
    "Das ist in unserem Kirchenstaat sehr gut und wichtig!

    Weil es den Karliczeks, von Beverfoerdes, von Storchs und Richter Harbarth das Argument wegnimmt, sie seien christlich-konservativ.

    Nein, sie sind klerikal-reaktionär bis klerikalfaschistisch!"

    --> Genauso ist es und das sehe ich als evangelischer landeskirchlicher Christ auch so.

    Es ist sehr erfreulich, das letzten Sommer die EKD-Leitung in Hannover mit allen Bischöfe dort offiziell die Ehe für alle befürwortet und unterstützt hat.

    Und wenn nun immer mehr der 20 Landeskirchen der EKD reguläre kirchliche Trauung erlauben, umso besser. Umgesetzt haben dies bereits die 7 Landeskirchen Rheinland, Hessen-Waldeck, Reformierte Kirche in Nordwestdeutschland, Baden, Bremen ("dort ist es freigestellt wegen Freiheit der einzelnen Kirchengemeinden") und Oldenburg und Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz.

    Die anderen Landeskirchen haben bis auf die Landeskirche Württemberg ("wo letztes Jahr zwei Stimmen zur notwendigen ZweiDrittelMehrheit fehlten") Segnungsgottesdienste erlaubt.
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#4 Julian SAnonym
  • 23.11.2018, 09:47h
  • Sobald die Mitglieder in Scharen austreten und die Einnahmen wegbleiben, kann man plötzlich auch sehr flexibel sein und seine "jahrhundertealten Prinzipien" ganz schnell über Bord werfen...
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#5 Patroklos
#6 Patroklos
#7 kuesschen11Profil
  • 23.11.2018, 10:19hFrankfurt/Main
  • Das ist sehr gut. Bleibt zu hoffen, dass die weiteren Landeskirchen diesem Beispiel folgen und endlich ihre Vorurteile und Diskriminierung beenden.
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#8 MariposaAnonym
  • 23.11.2018, 10:32h
  • Antwort auf #3 von Bonifatius49
  • "Klerikal-faschistisch" trifft es genau - dem stimme ich ausdrücklich zu.

    Schön, daß die EKD wieder mal loben darf (kommt auch nicht allzu oft vor). Aber mit Bedford-Strohm ist man auf dem richtigen Weg.
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#9 panzernashorn
  • 23.11.2018, 11:55h
  • Nichts anderes als Verdummung pur!

    Ich werde niemals verstehen, welcher halbwegs vernünftig tickende Schwule einen solchen Schwachsinn wie Klerikalfaschistische Vereine sowie deren Zustimmung zu seinem vermeintlichen Glück benötigt - selbstbewusstes Leben sieht anders aus!

    Leute - wacht endlich auf und nehmt Euer Leben selbst in die Hand - lasst Euch nicht ständig verdummen!

    Weg mit diesen egoistischen und weltfremden Gardinenkleidchenvereinsmarionetten!
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#10 goddamn liberalAnonym
  • 23.11.2018, 12:44h
  • Antwort auf #9 von panzernashorn
  • Nun mach mal halblang!

    Auch gelassene Agnostiker können sich über gesellschaftlichen Fortschritt in religiösen Institutionen freuen!

    Zumal man bei den Machtverhältnissen hierzulande über jeden Unterstützer froh sein sollte...
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