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Kommentare zu:
Die schrecklich nette Homophobie des Bundesrates


#1 qwertzuiopüAnonym
  • 23.11.2018, 15:09h
  • Ich finde die Kritik ehrlich gesagt etwas überzogen. Ich vertraue darauf, dass er als Richter seiner Verantwortung nachkommt, sich an Gesetzen, vorherigen Urteilen usw. zu orientieren.

    Der Hauptkritikpunkt an ihm ist ja eher, dass er gar nicht so viel Erfahrung in der Berufslaufbahn als Richter gesammelt hat, sondern viel als Anwalt und MdB unterwegs war. Das hat ein wenig mit meinem oberen Punkt zu tun: Ich vertraue auf die Parteilosigkeiten eines Kandidaten eher, wenn der als Richter Karriere gemacht hat.
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#2 qwertzuiopüAnonym
  • 23.11.2018, 15:16h
  • Ich muss nochmal nachlegen: Mit dem Wort "Homophobie" unterstellt man der genannten Person, Hass auf Homosexuelle zu empfinden. Das ist mir in Verbindung mit dem Bundesrat echt ein bisschen zu krass. (zumal eine Meldung weiter unten gerade angezeigt wird, dass der Bundesrat dem erleichterten Prep-Zugang zustimmt)
    Diese haltlose Beschimpfung unterteilt Menschen am Ende in "Hassende" und "Gute". Das führt bei mir nur dazu, dass ich mich mit dieser Rhetorik nicht gemein machen will.
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#3 Bonifatius49Anonym
  • 23.11.2018, 15:43h
  • Da hat Micha Schulze mit seiner Kritik an allen Parteien im Bundestag Recht. ich bin längst nicht immer mit ihm einer Meinung.

    Aber einen Gegner der Ehe für alle, der dezidiert im Bundestag letztes Jahr gegen die Ehe für alle gestimmt hat, ist nicht tragbar und scharf zu verurteilen. Dieser Mann kann die nächsten 12 Jahr bei der Auslegung und Bewertung des Artikel 6 Grundgesetz mitentscheiden und miturteilen und auch bei anderen gesellschaftlichen Themen, die die Grundrechte betreffen.

    Und wenn man sich schon im Bundestag auf einen Parteienproporz einigt, um eine 2/3 Mehrheit zu erhalten, und nun ein Kandidat wegen der Mehrheitsverhältnisse aus der CDU an der Reihe ist, dann hättte auch ein CDU-Kandidat gewählt werden können, der letztes Jahr die Ehe für alle befürwortet hat. Man hätte auch Stefan Kaufmann, Marco Luczak, usw. als Kompromisskandidat bei der CDU seitens SPD und Grünen verlangen können, damit SPD und Grüne zustimmen.

    DAS war in der Tat gestern und heute ein Schlechter Tag für LSBTI-Rechte in Deutschland.

    Schon enttäuschend wa sich die Parteien im Bundestag in bezug auf die Wahl von Stephan Harbarth geleistet haben, da hat Micha Schulze vollkommen Recht.

    -------------
    Gefreut hat mich aber die Entscheidung zur Trauungserlaubnis in der Landeskirche Oldenburg, schliesslich ist das meine Heimatgegend, wo ich geboren wurde. Und das es keine Gegenstimme auf der Synode in Oldenburg gab, macht die Sache noch besser und erfreulicher...
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#4 goddamn liberalAnonym
  • 23.11.2018, 15:48h
  • Antwort auf #1 von qwertzuiopü
  • "Ich vertraue darauf, dass er als Richter seiner Verantwortung nachkommt, sich an Gesetzen, vorherigen Urteilen usw. zu orientieren."

    Heilige Einfalt!

    Dieses 'Vertrauen' ist nicht nur geschichtsblind, sondern sogar lebensgefährlich.

    Selbstverständlich wird der saubere Herr Harbarth sich in seinem Sinne an Gesetzen orientieren, indem er eben im GG ein Eheverbot für unsereinen zu entdecken glaubt das dort nicht zu lesen ist.

    Das steht in der Entrechtungs- und Vernichtungstradition der deutschen Justiz, genauso wie Herbarths flapsige Weigerung, einer Gruppe von Opfern der NS-Justiz und dank Bundesverfassungsgericht auch Opfern der postfaschistischen Justiz diese wunderbaren Landes den grundgesetzlichen Schutz zu gewähren.

    Wer angesichts der blutigen rechten Rechtsgeschichte Deutschlands da vom "Versandhauskatalog politischer Wünsche" faselt, zeigt einen Abgrund an moralischer Verkommenheit, der ihn für das Richteramt am BVG vollkommen disqualifiziert.
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#5 DominikAnonym
  • 23.11.2018, 17:04h
  • In diesem Portal wird häufig nicht verstanden, dass wir in einer Demokratie leben. In einer Demokratie gibt es aber nun mal verschiedene, manchmal auch gegensätzliche Meinungen und Standpunkte. Auch wenn einem die Meinung des anderen nicht gefällt, sollte sie mitunter auch mal akzeptiert werden können. Zur Meinungsfreiheit gehört eben auch, die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare abzulehnen. Diese Haltung teile ich nicht, aber als Demokrat muss ich sie hinnehmen. Durch Hass gegenüber Homosexuellen ist Herr Harbarth aber noch nicht aufgefallen, das kann ich beim besten Willen nicht erkennen. Seine Überzeugungen in Sachen Ehe-Öffnung sind halt andere, so isses halt! Deshalb den ganzen Bundesrat für homophob zu erklären, ist mit Verlaub ein wenig lächerlich.
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#6 NichtTollAnonym
#7 NichtTollAnonym
#8 BiedermannwatchAnonym
  • 23.11.2018, 19:45h
  • Antwort auf #1 von qwertzuiopü
  • Im Gegensatz zu dir bringt Micha Schulze Fakten.

    Dass du "vertraust" ist bestenfalls ein Merkel'sches Bauchgefühl, wahrscheinlicher jedoch Zufriedenheit mit der Wahl dieses Menschenrechtsbeugers.

    Dass du Kritik an der Wahl des christlichen Rechtsaußen als "haltlose Beschimpfung" versuchst zu diffamieren, zeigt nur, wie weit rechts du stehst, zumal du zu den maßlosen Verunglimpfungen, die Harbarth gegen LGBT*IQ abfeuert, schweigst.
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#9 Homonklin44Profil
  • 23.11.2018, 21:05hTauroa Point
  • Antwort auf #5 von Dominik
  • Solange der seine Amtsausübung von diesen Überzeugungen unterscheiden kann, und auch Entscheidungen treffen kann, die vielleicht seinen Überzeugungen widerstreben, aber der Vernunft einer ethisch progressiven und ganzheitlichen Gesellschaft zugute kommen, ist daran nichts auszusetzen.

    Das heißt, das "katholisch" an der Garderobe in die Jacke zu stecken, aus dem Beruf rauszulassen, und nach Dienstschluss wieder mit heim nehmen.
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#10 globoProfil
  • 23.11.2018, 21:56hBerlin
  • Die Vorstellunng, daß Harbarth 2020 Nachfolger Voßkuhles wird und zu der Zeit vielleicht Kramp-Karrenbauer Kanzlerin ist, macht mich schon nachdenklich.
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#11 TheDadProfil
  • 23.11.2018, 23:25hHannover
  • Antwort auf #3 von Bonifatius49
  • ""Und wenn man sich schon im Bundestag auf einen Parteienproporz einigt, um eine 2/3 Mehrheit zu erhalten, und nun ein Kandidat wegen der Mehrheitsverhältnisse aus der CDU an der Reihe ist, dann hättte auch ein CDU-Kandidat gewählt werden können, der letztes Jahr die Ehe für alle befürwortet hat.""..

    Nach dem so genannten "Parteien-Proporz" wäre die Reihe gar nicht an der CDU gewesen, sondern an den Grünen..
    Denn erst unlängst wurde ein Kandidat eines anderen Gerichtes von der CDU vorgeschlagen, und zwar aus dem Bundesrat heraus..
    Aber das nur nebenbei..

    Worum es mir hier geht ist folgendes :
    Es gibt gar keine Notwenigkeit einen Richter vorzuschlagen der in der CDU Mitglied ist, und dann noch Abgeordneter im Bundestag, und deshalb ist es eigentlich auch irrelevant ob ein solcher Kandidat, der sich dann noch als "Wert-Konservativ" entpuppt (wie dramatisch bei der CDU) im Jahr 2017 der Ehe-Öffnung zugestimmt hätte..

    Es gäbe ganz sicher irgendwo in der BRD eine KandidatIN die außerhalb des Bundestages, und vor allem innerhalb des Berufes "Richter" tätig ist, die man hätte vorschlagen und wählen können..

    Da sind wir dann nämlich auch wieder bei einem "Proporz"..
    Die sehr geringe Zahl von RichterINNEN an diesen höchsten Gerichten des Landes..
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#12 TheDadProfil
  • 23.11.2018, 23:30hHannover
  • Antwort auf #5 von Dominik
  • ""In diesem Portal wird häufig nicht verstanden, dass wir in einer Demokratie leben. In einer Demokratie gibt es aber nun mal verschiedene, manchmal auch gegensätzliche Meinungen und Standpunkte. Auch wenn einem die Meinung des anderen nicht gefällt, sollte sie mitunter auch mal akzeptiert werden können. Zur Meinungsfreiheit gehört eben auch, die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare abzulehnen.""..

    Äh ?
    Nöö..
    Denn ob man die Ehe-Öffnung ablehnt oder ihr zustimmt hat NICHTS mit "Meinungsfreiheit" zu tun !

    Denn die Grundrechte sind kein Spielball von solchen "Meinungen"..

    Dazu kann dann auch dieser Herr Richter durchaus eine HALTUNG vertreten, vor allem als Privat-Mensch oder Politiker..

    Aber als Richter hat er die Grundrechte zu schützen, und vor allem zu ACHTEN !

    Dafür hat er sich schon jetzt nach Kräften disqualifiziert !
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#13 tchantchesProfil
  • 23.11.2018, 23:37hSonstwo
  • Spätestens jetzt dürfen wir über Trump und seine Richterernennungen nicht mehr spotten. Da stimmt wenigstens noch die Opposition dagegen.
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#14 stephan
  • 23.11.2018, 23:42h
  • Als viele hier und an vielen anderen Stellen vor Jahren von einem deutlichen Roll-back sprachen und warnten, habe ich die Sache nur halbwegs ernst genommen, das muss ich zugeben. Wenn ich aber nun die Situation mit dem erzreaktionären Leuten in der Union und den rechten Ar***löchern für Dumme betrachte, wenn ich den Hass der Demo für Ar***löcher gegen Homoselle wahrnehme und mir vergegenwärtige, dass es in absehbarer Zeit einen Bundesverfassungsgerichtspräsidenten geben könnte, der gleiche Rechte für LGBTIs ablehnt und nicht hinter einem Diskriminierungsverbot steht und dass gleichzeitig AKK Bundeskanzlerin sein könnte, dann wird mir schon mulmig. Haben die Menschen in diesem Land wirklich so wenig gelernt aus den begangenen Verbrechen in diesem Land? Können wir die Sonntagsreden und Entschuldigungen für den §175 StGB wirklich noch ernst nehmen?

    Was ich in Zukunft noch guten Gewissens wählen kann, muss ich mir noch sehr gut überlegen!

    (Falls dies Parteivertreter lesen, deren Parteikollegen im Bundestag oder Bundesrat für Harbarth gestimmt haben, verschont mich bitte mit Werbung und dem Verweis auf Eure Verdienste! Lippenbekenntnisse gab es in den vergangenen Jahren auch schon so viele! Taten wären wichtig gewesen, aber das haben die Parteien vergeigt!)
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#15 Dont_talk_aboutProfil
  • 24.11.2018, 01:52hFrankfurt
  • Wäre eigentlich ein Verfechter eines Prostitutionsverbotes auch als Verfassungsrichter unwählbar ?

    Da würde dann ja einer über das Schicksal vieler Menschen urteilen, deren tägliches Treiben er als unmoralisch ansieht. Leute, die keine andere Möglichkeit sehen, an Sex zu kommen
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#16 Gerlinde24Ehemaliges Profil
  • 24.11.2018, 03:30h
  • Wenn man denkt, dass es schlimmer nimmer geht, wird man durch die deutsche Politik eines Besseren, bzw. Schlechterem belehrt.
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#17 Gerlinde24Ehemaliges Profil
  • 24.11.2018, 03:34h
  • Antwort auf #1 von qwertzuiopü
  • Träum weiter! Richter sind NIE unparteiisch! Ihre Einstellungen (religiöse, politische, private) nehmen sie nämlich mit, und lassen sie in ihre Urteile einfließen. Oder was glaubst Du, warum so viele Vergewaltiger frei kommen, obwohl man dem Opfer glaubt!? Oder warum das oberste Gericht Deutschlands zum Thema Homosexualität in all den Jahrzehnten der BRD (gleiches kann man über die DDR sagen),sich damit schwer tat, und eher gegen als für uns votierte?
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#18 Gerlinde24Ehemaliges Profil
#19 SarkastikerAnonym
  • 24.11.2018, 10:41h
  • Antwort auf #5 von Dominik
  • Ja, so kann man es sehen.
    Zur Meinungsfreiheit gehört eben auch gleiche Rechte für Frauen abzulehnen oder man darf natürlich auch POC als Menschen 2. Klasse betrachten, Muslime als Staatsfeinde, Juden als Weltkapitalisten bezeichnen.
    Alles von der Meinungsfreiheit gedeckt.
    Ich bin gespannt auf den ersten Verfassungsrichter von der AfD.
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#20 DominikAnonym
  • 24.11.2018, 12:21h
  • Auch wenn ich den Unmut verstehen kann, so kritisiere ich aber ebenso deutlich diese absurde Maßlosigkeit in eurer Aburteilung.

    Sein eher traditionelles Verständnis von der Ehe teile ich wie gesagt nicht, aber er darf es haben und äußern. Das nennt sich Meinungsfreiheit. Homophobie und Schwulenhass wäre das allein aber noch nicht, und auch noch keine Disqualifikation für ein Richteramt. Das schreibe ich als schwuler Mann, der allerdings auch mehr von Pragmatismus als von permanenter Schnappatmung was hält.

    Manche scheinen auch kaum eine richtige Vorstellung davon zu haben, worin der Unterschied zwischen einer fachlichen Qualifikation und einer (gewünschten) persönlichen Einstellung liegt. Die parlamentarische Entscheidung ist zu akzeptieren, und wie der Mann später mal (ab 2020) sein Amt ausüben wird, wird - logischerweise - erst dann zu gegebener Zeit zu beurteilen sein.

    Reißt euch mal was zusammen und konzentriert eure Streit-Energie auf Wichtigeres, als bei jedem CDU-Pups aufzuheulen und so zu tun, als ginge damit gleich die ganze Welt unter!
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#21 AHMADAnonym
  • 24.11.2018, 12:33h
  • selber schuld. im September 2017 wurden 100+ rassisten in den Bundestag gewählt

    und ich kenne viele schwule die rassisten sind und AFD wählen
    im Geschichtsunterricht wohl nicht aufgepasst
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#22 Alter SimpelAnonym
#23 Patroklos
#24 TheDadProfil
#25 TheDadProfil
#26 TheDadProfil
  • 24.11.2018, 23:40hHannover
  • Antwort auf #20 von Dominik
  • ""Sein eher traditionelles Verständnis von der Ehe teile ich wie gesagt nicht, aber er darf es haben und äußern. Das nennt sich Meinungsfreiheit.""..

    Offensichtlich verstehst Du nicht den Begriff der "Meinungsfreiheit", den unsere Verfassung explizit schützt..

    Denn diese "Meinungsfreiheit" schützt den sich Äußernden NUR vor möglichen Rechtlichen Konsequenzen durch den Staat gegen ihn selbst !

    Ein Politiker hat qua Grundgesetz die Pflicht die Bürgerrechte zu schützen, und das vollständig unabhängig von seiner wie auch immer sich darstellenden "privaten Meinung" dazu..

    Deshalb sind dann auch sämtliche Abgeordnete* die bei der Abstimmung zur Ehe-Öffnung dagegen gestimmt haben schlichtweg Verfassungs-Feinde, weil sie mit ihrer negativen Abstimmung gegen Artikel 3 GG gehandelt haben..

    Leute wie dieser Herr Harbarth mögen das irgendwie mit ihrem "moralischem Kompass" in Einklang bringen, es entsteht dadurch aber immer noch kein "Recht" sich als solcher Verfassungs-Feind zu erweisen..

    Das gilt dann auch im Besonderem für Verfassungsrichter..

    ""Reißt euch mal was zusammen und konzentriert eure Streit-Energie auf Wichtigeres, als bei jedem CDU-Pups aufzuheulen und so zu tun, als ginge damit gleich die ganze Welt unter!""..

    Ein wundervoller Rat von Jemanden der die Chuzpe aufbringt dem Gegenüber zu erklären, die Auffassung Anderer zu
    ""Homophobie und Schwulenhass""
    (vielleicht erklärst Du bei Gelegenheit mal Deinen gefühlten Unterschied zwischen diesen Begriffen ?)
    sei nicht so wichtig..
    Wie arrogant..
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#27 CFG1645Anonym
  • 26.11.2018, 02:54h
  • Antwort auf #7 von NichtToll
  • Frau Barley? 0.0
    Wohl kaum. Eine Juristin, die ein Gesetz zur Verschärfung des Sexualstrafrechts als Abegordnete des Dt. Bundestages mitträgt und knapp ein Jahr später eine erneute Verschärfung desselben proklamiert, dabei jedoch (bewusst oder nicht) verkennt, dass sie dies vorher selbst mit verabschiedet hat, kommt zweifelhaftig daher.
    S. Harbarth mag zwar gegen die Ehe für alle sein: nicht minder problematisch ist auch der Umstand, dass die Sozietät SZA, welcher Harbarth zugehörig gewesen ist, die Volkswagen AG vertreten hat - ein Konflikt angesichts der gegenwärtig unzähligen Klagen gegen ebendiese und insbesondere vor dem Hintergrund etwaig hinkünftiger Entscheidungen durch das BVerfG. Voßkuhle war und ist auch keine Idealbesetzung, aber erscheint durchaus geeigneter. Und eines sollte nicht außerachtgelassen werden: wer im Senat politisch daherkommt, ist von den Anderen quittiert und erreicht nichts mehr. Peter Müller, einstiger Ministerpräsident des Saarlandes, ist ein gutes Beispiel dafür. Habt etwas mehr Vertrauen in S. Harbarth - fachlich ist er sehr gut geeignet - im Gegensatz zu Katarina Barley. Gründe, die die Annahme hier rechtfertigen könnten, die Ehe für alle könne wieder annuliert werden, können abgehakt werden. Im Grundgesetz ist kein Geschlecht in Art. 6 vermerkt und die Entscheidung des BVerfG aus 2013 (BVerfG, Beschluss des Zweiten Senats vom 07. Mai 2013
    - 2 BvR 909/06 - Rn. (1-151) - juris), zeigt, dass die Hüter der "Verfassung" dies genauso sehen. Harbarth und H.-Jürgen Papier sind eben CDUler, ganz im Gegensatz zu A. Voßkuhle, der der SPD sehr nahe steht.
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#28 CFG1645Anonym
  • 26.11.2018, 03:07h
  • Antwort auf #24 von TheDad
  • Sie verwechseln die Begrifflichkeiten. Die richterliche Unabhängigkeit stellt sicher, dass niemand Einfluss auf die Entscheidung eines Richters üben soll - außer in Bayern klappt das auch ganz gut. Die Annahme nun aber, ein Richter sei zu allen Angelegenheiten meinungslos, ist grober Unfug. Richter sind keine Urteilsautomaten, die mit dem Verfahrensstoff gefüttert werden und ein Ergebnis ausspucken - ähnlich einem "Urteils-Apparat". Jedenfalls der Vorsitzende (in einem Kollegialspruchkörper) kennt die Akte(n) und bildet sich natürlich eine Meinung. Jeder Richter hat Meinungen zu nahezu allem. Das ist menschlich und gut so. Und die meisten können ihre Meinung auch problemlos im Rahmen eines Beschlussverfahrens oder einer Hauptverhandlung überdenken oder zumindest so lange ausblenden, bis sie das Gericht oder jedenfalls den Saal wieder verlassen.
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#29 TheDadProfil
  • 26.11.2018, 08:10hHannover
  • Antwort auf #28 von CFG1645
  • ""Und die meisten können ihre Meinung auch problemlos im Rahmen eines Beschlussverfahrens oder einer Hauptverhandlung überdenken oder zumindest so lange ausblenden, bis sie das Gericht oder jedenfalls den Saal wieder verlassen.""..

    Inwiefern widerspräche diese Auffassung der Forderung mit keinerlei "vorgefassten Meinung[en] agierend" ins Amt zu gehen ?
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#30 Ith__Ehemaliges Profil
  • 26.11.2018, 11:14h
  • Antwort auf #9 von Homonklin44
  • Sorry, aber das glaubst du doch nicht wirklich, oder, dass der für die Arbeit irgendwas zu Hause lässt?

    Sag ich jetzt mal als jemand, der davon betroffen ist, dass die Anpassung der Gesetzeslage bezüglich Trans- und Intersexualität an sowas wie Menschenwürde, Menschen- und Bürgerrechte bei uns von jeher durch das Verfassungsgericht durchgesetzt wird/werden muss(te), weil der Gesetzgeber selbst einfach nicht findet, dass unsereinem sowas zusteht.

    So jemand in dieser Position, das ist der nächste Schritt dabei, unsereinem auch diesen Weg endgültig zu versperren, überhaupt mal sowas wie Rechte und Würde zu bekommen. Schon das ursprüngliche TSG gibt es bloß, weil das Verfassungsgericht beschlossen hatte, dass es nicht okay ist, wenn das Gesetzgeber so tut, als ob es uns und unsere Alltagsprobleme gar nicht gäbe.

    Glaub mal nicht, dass solche Entscheidungen zu unseren Gunsten künftig zu erwarten sind, wenn in dieser Instanz Leute sitzen, die von diesen Aspekten der Verfassung noch nie überzeugt waren. Bzw. sie evtl. gar für einen Fehler halten.

    Seine Überzeugungen zu Hause lassen, bei einem Job, in dem man nach gutem Wissen und Gewissen entscheiden kann, darf und soll, ohne dass irgendwer vorher sichergestellt hätte, dass es sich um ein "gutes" statt indoktriniertes Gewissen handelt? Das kann man sich wohl wirklich nur vormachen, wenn man sich einbildet, nicht davon betroffen zu sein.

    Ich fand ja das mit dem singenden Polizisten gegen Hasskriminalität auch gut, der feststellt, dass Homosexualität zurzeit bei uns ja gar nicht unter Strafe steht, aber die Erfahrung macht, dass es im Selbstverständnis und Selbstbewusstsein, und im Umgang mit der Polizei seitens Homosexueller immer noch durchscheint, dass das mal anders war.
    Ja, guess what. Solche Dinge können sich im Zweifel auch ziemlich schnell wieder ändern.
    Bei den Transsexuellen, die in den US im Militär arbeiten, und so leichtsinnig waren, sich nach Obamas Entscheidungen zu outen, arbeitet Trump auch weiter beharrlich daran, sie auf die Straße zu setzen. Hätten sie sich mal besser nicht drauf verlassen.

    Muss ich dir nicht sagen, hast ja schon mehr als einmal geschrieben, dass dir die prekäre Lage durch Outing und die Möglichkeit der Verschlimmerung der Umstände durchaus bewusst sind. Aber da muss man sich auch mal vor Augen halten, was die Positionen sind, aus denen heraus solche Verschlimmerungen oder Verhinderung von Verbesserungen erreicht werden.
    Eine ganz Zentrale dazu ist die, die da eben mit einem Menschenrechtsgegner erfolgreich besetzt wurde.

    Es mag vielleicht nicht unbedingt ein gezielter Plan von Einzelpersonen sein, ich glaube nicht an Verschwörungstheorien. Es ist aber ein gesellschaftlicher Trend, der sich da widerspiegelt, an dem erschreckend viele Leute in Deutschland aktiv mitarbeiten.
    Der Mann ist genau deswegen in der Position gelandet, in der er jetzt ist, weil diejenigen, die ihn da haben wollen und wollten, darauf spekulieren, dass er seine Überzeugungen NICHT zu Hause lässt. Und ich für meinen Teil bin mir ziemlich sicher: Die werden bekommen, was sie wollen.

    Das ist keine pure Schwarzmalerei. Das ist angesichts dessen, was in der Welt auch an anderen Orten zurzeit abgeht, und angesichts der Tatsache, dass wir auf genau unserem Grund und Boden, in Deutschland, sowas in noch deutlich extremer und schlimmer bereits hatten, schlichtweg Realismus.
    Da gibt's nichts dran schönzureden. Und auch mit irgendeiner Art von positiven Erwartungen oder Hoffnungen würde ich mich mal ganz extrem zurückhalten, solange man von ihm nicht handfeste Ergebnisse sieht, die Grund dazu geben.

    Wenn es aussieht wie braune Sch***e und riecht wie braune Sch***e, ist es manchmal einfach ein Hinweis, dass es auch genau das ist. Man kann doch echt nicht Trump regieren sehen und wirklich noch daran glauben, dass Menschen in Machtpositionen bloß für den Wahlkampf mal so tun, als wären sie menschenfeindliche A-Löcher. Überraschung im Realismus 2.0: Einen Druck dazu, besser zu sein, gibt's im globalen Trend momentan nicht mehr, ergo braucht man da nix vorspielen und auch nach der Wahl nicht anders sein als vorher. Und wer sich die drei künftigen Kandidaten für die Herrschaft über Deutschland ansieht, muss genau das im Kontext auch ziemlich gut begreifen.

    Geschichte wiederholt sich, wenn man nicht aus ihr lernt. Und wenn die Menschheit gerade irgendetwas beweist, dann doch bloß, dass Lernen aus der Geschichte etwas ist, das niemand wirklich will.
    Was sich geändert hat, sind in den letzten 100 Jahren einfach nur die technischen Möglichkeiten, Menschen zu kontrollieren und zu unterdrücken. Und wenn ich angesichts dessen in die Zukunft zu denken versuche, wird mir schlicht und ergreifend übel.

    Die Wahl von dem da ist ein weiterer Baustein auf dem Weg dahin.
    Das ist nichts anderes als bitter.
    Und für "uns" Zwischengeschlechtliche mit dem Plan, sich gegen das neue, vermurkste Gesetz zum dritten Geschlecht erneut hochzuklagen, leider ein deutliches Zeichen, dass wir uns die Idee von mehr Rechten und weniger Pathologisierung mal gleich von der Backe wischen können.
    Es gibt keine Rechte für Menschen, deren Würde ohnehin schon nicht selbstverständlich ist, wenn darüber jemand entscheidet, der findet, dass sie uns überhaupt nicht zustehen. Und so viel Gewissen hätte jeder verdammte Politiker, der für diesen Menschen gestimmt hat, sehr wohl noch haben können.
    Selbst wenn Koalitionen auf Bundes- oder Landesebene am Ende darunter leiden.

    Verfassungsrichter wird man nicht durch eine einfache Wahl wieder los. Und das ist das große Problem dabei, wenn man in einer Demokratie samt ihrer Gewaltenteilung für so einen Job so jemanden wählt. Oder auch bloß, fernab jedes persönlichen Schuldempfindens: Zumindest nicht verhindert.
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#31 Ith__Ehemaliges Profil
  • 26.11.2018, 11:27h
  • Antwort auf #20 von Dominik
  • "Reißt euch mal was zusammen und konzentriert eure Streit-Energie auf Wichtigeres, als bei jedem CDU-Pups aufzuheulen und so zu tun, als ginge damit gleich die ganze Welt unter!"

    Wer die Stellung des Verfassungsgerichts innerhalb unserer Form der Demokratie und das Prinzip der genau deswegen eigentlich wünschenswerten Gewaltenteilung in einem derartigen Ausmaß unterschätzt, dass er*sie so eine Wahl zu einem "CDU-Pups" erklärt, bei dem stelle ich mal ernsthaft in Frage, ob ein Gespräch über Politik wirklich noch sinnvoll ist.

    Für naiv habe ich dich schon gehalten, als du hier zu posten begonnen hast, aber nach dem Kommentar möchte ich dir attestieren, dass es dir ganz offensichtlich sogar an den grundsätzlichstem Allgemeinwissen mangelt.

    Sage ich jetzt mal als jemand, der in Sachen Jura nun wirklich nicht vom Fach ist, aber in zu großem Maße betroffen, um sich einbilden zu können, von sowas nichts wissen zu brauchen und von sowas nicht betroffen zu sein.
    Was du da propagierst, ist schlichtweg gefährlich.

    Irgendwie gewinne ich zunehmend den Eindruck, falls du überhaupt schwul oder sonstwie Teil der LGBTIQ sein solltest, dann wohl kaum in der Kategorie "out und daher unmittelbar betroffen von dem, was da oben passiert". Und als so jemand sollte man sich mal gut überlegen, ob man wirklich in der Position ist, Menschen, die damit eben doch leben, vorschreiben zu müssen/können/sollen, worauf sie bitte ihre Energien zu konzentrieren haben.
    Wenn jemand wie du zu bestimmen hätte, wäre vermutlich selbst die Nazi-Variante von §175 etwas, womit man schlicht und ergreifend zu leben hätte. Nichts, worauf man seine Energien konzentrieren sollte, unabhängig davon, dass es Menschen gibt, deren Leben dadurch zerstört wird.
    Dass du angesichts solcher Gleichgültigkeit kein Problem mit einem Menschen hast, der sie teilt, braucht da nicht zu verwundern. Aber aus der Perspektive von jemandem mit Gewissen:
    Danke, aber noe.
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#32 Ith__Ehemaliges Profil
  • 26.11.2018, 12:18h
  • Ich muss halt sagen, ich bin generell einfach schockiert davon, wie sehr solche Menschen unterschätzt werden, und wie sehr so eine Entscheidung offenbar unterschätzt wird, auch von den betreffenden Politikern.

    Man kann doch nicht ernsthaft wissen, wie normal es in Teilen der USA ist, dass ein Outing als schwul oder lesbisch bedeutet, als Minderjährige*r von den Eltern auf die Straße gesetzt zu werden (und das Leben auf der Straße über-lebt da nun auch nicht jeder), was für handfeste Foltermethoden mit Sitzen in Eiswasser, physischem Brechen des Rückgrats durch Steineschleppen etc. da in Konversionstherapien angewandt werden, sehr wohl alles auch zwangsweise von den eigenen Eltern ausgehend, durchgeführt von Christen - oder sich bloß der applaudierenden Menschenmassen bei öffentlicher Folter in islamischen Staaten bewusst sein, und insbesondere von religiösen Menschen trotzdem irgendwie glauben, dass die unsereinem gegenüber schon menschlich, gnädig, mit Gewissen etc. handeln werden.

    Tun sie nicht.
    Ich weiß ja selbst nicht, woran es liegt, wie man so grausam sein kann - ob die einen einfach zu "irgendso einem Tier" erklären, oder wie die das sonst machen, dass sie in der Lage sind, das derartiges normal zu finden; ob es zum Teil wirklich bloß Gruppenzwang ist oder nicht Überzeugung und Spaß daran, endlich mal jemandem willkürlich und ungestraft Gewalt antun zu können.
    Ich kann mir aber auch nicht erklären, wie man einen Transmann, der in eine Klinik geht, um Hilfe bei psychischen Problemen zu suchen, dazu zwingen kann, sich nach ein paar Tagen dort öffentlich zu outen, und ihn durch demonstratives Aufrufen mit weiblichem Namen und "Frau" vor den Mitpatienten öffentlich demütigen und schikanieren kann, von den sonstigen Versuchen, mir das Trans-Sein "auszureden"/wegzutherapieren mal ganz abgesehen, und trotzdem ist mir genau das auch in Deutschland genau so passiert.
    Von Menschen, die ansonsten ganz normal herumlaufen.
    Ein halbes Dutzend Menschen in einem Zimmer, drei davon mit dem Ärzte-Schwur, einem Patienten keinen Schaden zuzufügen, das mir gemeinschaftlich erklärt, dass ICH das Problem bin, ohne dass einer von denen mit der Wimper zuckt oder das geringste Mitgefühl dafür zeigt, was die Forderung danach, mit dem Trans-Sein aufzhören, für mich bedeuten muss - alles aus der grausamen Überzeugung heraus, dass allein die Tatsache, dass ich nicht einverstanden damit bin, mir das trans* sein ausreden oder verbieten zu lassen, ein Zeichen dafür ist, dass es mir noch nicht schlecht genug geht, von mir und meiner Person noch zu viel übrig ist.
    Keiner von dem halben Dutzend Anwesender hatte ein Problem damit.
    Sowas tun Menschen einfach, auch in Deutschland, wenn keine Presse dabei ist. Und zumindest tendentiell erleben Trans*personen sowas auch von den Gutachtern, die sie zwangsweise für Vornamens- und Personenstandsänderung, sowie in der "Therapie", die man zwangsläufig machen muss, wenn ein einigermaßen annehmbares Leben ganz ohne medizinische Maßnahmen (OPs, teils aber auch Hormone) nicht denk- und machbar ist.
    Und diese Leute, die so mit einem umgehen, das sind ganz normale Menschen, bei denen im Supermarkt jeder davon ausgeht, dass die bestimmt total anständig sind - und einige von denen gehen bestimmt auch regelmäßig in die Kirche.

    Man kann sich doch nicht wirklich einbilden, Gewissen allein würde im Zweifelsfalle schon ausreichen, um sowas/das Schlimmste zu verhindern.
    Das ist nirgendwo so.
    Das war in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderst auch und insbesondere hierzulande nicht so.
    Entweder Kultur und Zivilisation geben vor, was nicht zu passieren hat, oder es wird halt okay, normal und akzeptabel, und passiert dann auch.

    In unserer aktuellen Kultur gibt es da so einen zentralen Punkt, in dem festgeschrieben ist, was man Menschen nicht anzutun hat, und der so einen Umgang verhindert. Nennt sich in den meisten Staaten Verfassung. Hat bei uns speziell den Namen "Grundgesetz".
    Ich tu mich echt schwer damit, wie Menschen sich in unserem Staat einbilden können, die Anwendung und das Durchsetzen davon wären nicht so wichtig.
    Bei einigen Lesern hier könnte ich das noch verstehen, hat ja nicht jeder Politikwissenschaften studiert. Aber bei Leuten, die ihr Geld damit verdienen, in Bundestag und Bundesrat zu sitzen, sollte man schon meinen, dass sie ein bisschen weniger blauäugig sind, und ein bisschen mehr über die Grundstruktur unseres Staates wissen.
    Und gegenüber der bloßen Unwissenheit bleibt ja nur noch eines: Gleichgültigkeit, oder gar echte Zustimmung.

    Aber vielleicht hat sich auch einfach zu sehr etabliert, dass man zum gewählten Politiker ohnehin nur wird, wenn man ohnehin schon immer Teil einer derart abgehobenen Elite war, dass man selbst von negativen Entscheidungen marginal bis gar nicht betroffen ist. Entsprechende Finanzen können im Kapitalismus schließlich erheblich vor einem Großteil von Auswirkungen schützen.
    Vielleicht müsste man dieser ganzen Elite einfach mal ein Unterhaus entgegensetzen, in denen die Stimmen explizit nur von Leuten stammen, die nicht die Mittel haben, sich von den Folgen ihrer eigenen Entscheidungen im Zweifel freizukaufen.

    Man mag über die Briten von wegen Brexit etc. ja spotten. Aber dass es da ein Königshaus überhaupt noch gibt, hat sehr wohl damit zu tun, dass die Herrscher da selbst auf die Idee gekommen sind, den Kontakt und die Kommunikation nach "unten" zu suchen.
    Hierzulande fühlt man sich dagegen dem Adel schon verbunden und verpflichtet, wenn man gerade darüber hinaus ist, selbst "Sozial"hilfe zu benötigen, was mit Sozialverhalten ja nun wirklich nichts zu tun hat, sondern eigentlich bloß eine Aussage über den Finanzstatus gibt.
    Der Fisch stinkt vom Kopf her. Wenn schon repräsentative Monarchie, dann bitte richtig.
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#33 finkAnonym
  • 26.11.2018, 14:57h
  • Antwort auf #32 von Ith_
  • Danke. Ich kann deinen Überlegungen nur beipflichten.

    "Ich weiß ja selbst nicht, woran es liegt, wie man so grausam sein kann - ob die einen einfach zu "irgendso einem Tier" erklären, oder wie die das sonst machen, dass sie in der Lage sind, das derartiges normal zu finden"

    Ich könnte mir vorstellen, dass du bei Arno Gruen einige interessante Anregungen zu diesem Thema finden könntest, sofern du den nicht schon kennst.

    Es fällt mir schwer, da jetzt eine Art Kurzzusammenfassung seiner Thesen zu liefern, aber er hat sich sein Leben lang damit beschäftigt, warum Menschen ihre Empathie verlieren, was sie zur Grausamkeit treibt und vor allem, wie Grausamkeit zu einer kulturellen Norm wird. Und er bezieht das alles interessanterweise durchaus auf unsere eigene Gesellschaft, statt, wie sonst oft üblich, das Phänomen "Grausamkeit als Norm" in die Vergangenheit oder auf andere Kulturen zu projizieren.

    Ich bin sonst kein großer Fan der Psychoanalyse, aber Gruen arbeitet mit einem riesigen Schatz von Fallbeispielen, was seine Thesen doch sehr einleuchtend illustriert. Aber Vorsicht: Das ist keine leichte Kost und geht teilweise sehr an die Nieren.

    Ich habe mit großen Interesse (und unter vielen Tränen) "Der Fremde in uns" gelesen; vielleicht entsprechen andere seiner Bücher aber noch mehr deiner Fragestellung. Einfach mal selbst recherchieren, falls es dich interessiert.
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#34 TheDadProfil
  • 26.11.2018, 21:32hHannover
  • Antwort auf #32 von Ith_
  • ""Man kann doch nicht ernsthaft wissen, wie normal es in Teilen der USA ist, dass ein Outing als schwul oder lesbisch bedeutet, als Minderjährige*r von den Eltern auf die Straße gesetzt zu werden (und das Leben auf der Straße über-lebt da nun auch nicht jeder)""

    Das ist auch in der BRD so :

    ""Studien aus den USA, Kanada und Großbritannien (LGBT Youth Homelessness:
    a UK National Scoping of Cause, Prevalence, Response, and Outcome / The Albert
    Kennedy Trust (AKT), 2015) belegen zudem, dass unter obdachlosen Jugendlichen besonders viele queere Jugendliche, nämlich rund 25 %, zu finden sind.
    Für Deutschland liegen bedauerlicherweise für diesen Bereich keinerlei Daten in Form von empirische Untersuchungen vor, allerdings wird auch in der Pilotstudie des DJI auf diese Problematik hingewiesen.""..

    www.psychiatrie-koeln.de/images/stories/neuespdf/jungerkoeln
    er_queerejugendliche.pdf


    siehe seite 3
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