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Zielgruppe: homophobe Russlanddeutsche

Neue Gruppierung warnt vor "Verschwuchtelung" junger Männer

Eine laut Eigenbeschreibung "christlich-konservative politische Bewegung" sucht in Deutschland Kandidaten für die Europawahl – und wirbt insbesondere unter Russlanddeutschen mit der Warnung vor Homo-"Propaganda".


Mit diesem Bild will die Sammlungsbewegung Hass auf bestimmte Gruppen provozieren (Bild: Sammlungsbewegung "Christlich konservativ")

Schwule, Linke, Muslime… Das sind die Hauptfeinde einer neuen selbsternannten Sammlungsbewegung mit dem Namen "Christlich konservativ", die derzeit unter Russlanddeutschen wirbt.

Die Gruppierung stellt sich unter anderem auf den russischen sozialen Online-Netzwerken Odnoklassniki.ru und vk.ru vor und vertreibt auf Deutsch und Russisch ein 24-seitiges Magazin, das die Ziele der Bewegung vorstellt. Auf dessen Titelseite befindet sich eine obszönes Photoshop-Bild mit einem Antifa-Mitglied, einem Mann in Strapsen und einem Mann in einem arabischen Gewand, die gemeinsam auf ein Kruzifix pinkeln.

In dem Magazin (Motto: "Weil wir wieder darauf stolz sein wollen, ein Christ und ein Deutscher zu sein!") werden rechte Verschwörungstheorien über die drei verhassten Gruppen wiedergekäut. Warum sie Feinde sind, wird gleich zu Beginn erklärt:

Diese drei Männer verfolgen ohne Zweifel die Absicht, Jesus Christus zu verhöhnen. Jeder aus einem anderen Grund. Der Schläger der Antifa, weil es ihm nicht um Gott geht, sondern um Gewalt und Anarchie. Der Schwule, weil er seine Erfüllung nicht im Glauben sucht, sondern in widernatürlicher Lusterfüllung. Und der Muselmane, weil er nicht an Christus glaubt, sondern an einen heidnischen Mondgott namens Allah.

Unter der Überschrift "Die Homo-Lobby" geht das Magazin näher darauf ein, dass sie Schwule nicht für echte Männer hält:

Deutsche Männer im wehrfähigen Alter haben heute gar keine Lust mehr darauf, unser Land zu verteidigen. Sie haben nie gelernt zu kämpfen, weder im Leben, noch beim Militär. Die Wehrpflicht wurde faktisch abgeschafft. In der Pädagogik hat sich in den letzten Jahrzehnten mehr und mehr ein fataler Trend durchgesetzt: Jungen werden von Kindheit an verweichlicht und zu zahmen Trotteln erzogen, die aus Angst vor Widerstand jeder Konfrontation aus dem Wege gehen. Statt männliche Entschlossenheit zu fördern, werden die Knaben auf weibliche Zurückhaltung gedrillt. Hinzu kommt ein Schwulenkult, mit dem junge Männer verschwuchtelt werden. Die Gender- und Homo-Lobby hat ganze Arbeit geleistet.

Russland als Vorbild

In dem Magazin wird deutlich die Nähe zu Russland gesucht. So gibt es im Grundsatzprogramm drei Forderungen zum Thema "Frieden und internationale Beziehungen": den Austritt Deutschlands aus der Nato, die Schließung aller westlichen Militärbasen im Land und die Aufhebung der Russland-Sanktionen.

Auch mit der Sprache orientiert sich die neue Bewegung am Putin-Reich. So macht sie wie die Moskauer Politiker Stimmung gegen die "Propaganda für homosexuelle Beziehungen", weil diese "die deutsche Gesellschaft, die europäische Zivilisation und Kultur […] zerstören" würden.

Bundesvorsitzender der Gruppierung ist der Kölner Dimitri Rempel, der bislang als Chef der Kleinpartei "Die Einheit" bekannt war. Sie trat bei mehreren Kommunal- und Landtagswahlen an, aber konnte nie ein Mandat erringen; zuletzt schaffte die Partei bei der Landtagswahl im Saarland 0,2 Prozent der Stimmen.

"Die Einheit" wird immer wieder verdächtigt, der verlängerte Arm des russischen Regimes in Deutschland zu sein. Rempel selbst wird von Kritikern als "Putins williger Helfer" oder "Moskaus fünfte Kolonne in Deutschland" bezeichnet. Ihm wird vorgeworfen, mit Desinformationskampagnen die Demokratie in Deutschland beschädigen zu wollen.


Dimitri Rempel bei einem Auftritt in einem russischen Propagandasender, der in der von Russland annektierten Krim sendet

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#1 Homonklin44Profil
  • 23.11.2018, 20:37hTauroa Point
  • Schon leidvoll, wie diese ewig selben Klischee-Vorstellungen dazu benutzt werden, die einfach Strukturierten zu ködern. Seltsamerweise scheint das in den Ost-Ländern verbreiteter zu sein, diese Wuederkäuer-Schonmalgegessensuppe nochmal und wieder neu zu servieren. Die Ideen von schwul = weiblich oder weibisch in einen Gegensatz zum kruppstahlharten Soldatenmann zu setzen, käut noch aus einer ganz anderen Ecke wieder, von da, wo die Kühe noch braun sind...

    Ich will so ne coole Jacke wie der auf den Bild. Mit genau dem Aufnäher dran! ;o)
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#2 Gerlinde24Profil
  • 24.11.2018, 03:42hBerlin
  • Klingt für mich sehr nach russischer Einflussnahme. Würde mich nicht wundern, wenn die GRU oder ein anderer russischer Geheimdienst unter dem Befehl Putins dahinter steckt.
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#3 Gerlinde24Profil
  • 24.11.2018, 03:44hBerlin
  • Antwort auf #1 von Homonklin44
  • Oder rot, um im Bild zu bleiben. Sieht mir alles nach einer aus Russland gesponserten (Kreml, Privatmann, Geheimdienst) Aktion aus.
    Und ja, Dumme und Homophobe findet man überall dort, wo man autokratische Diktatoren anhimmelt.
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#4 stromboliProfil
#5 ahmadAnonym
  • 24.11.2018, 12:37h
  • wundert mich gar nicht

    viele RUSSLANDDEUTSCHE sind reaktionäre AFD wähler die sich jedoch gleichzeitig abkapseln

    RT SCHAUEN russen-food essen und sich als deutsche sehen
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#6 easykeyProfil
  • 24.11.2018, 13:06hLudwigsburg
  • Kann mal bitte jemand das Bild bearbeiten: Das Kreuz raus und Putin rein....mit weit geöffnetem Hals?
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#7 BONIFATIUS 49Anonym
  • 25.11.2018, 08:09h
  • Antwort auf #6 von easykey
  • Da kann man nur hoffen, dass die Linken Ideologen in der Linkspartei und um Herrn Schröder in der SPD endlich begreifen, daß Russland unter Putin schon lange nicht mehr links ist, sondern sich dort eine rechte reaktionäre Regierung an der Macht befindet.
    Immer wieder fallen nämlich gerade ältere "Russland Experten" in eine Art "Russland-Nostalgie" und scheinen zu glauben, daß in Russland immer noch die Kommunisten regieren und das Russiand daher Vorbild sei. Diese Zeiten sind in Russland seit rund 30 Jahre vorbei und seit Putin hat sich dort die Politik, die Regierung und die Medienwelt massiv nach Rechts verschoben. Und das sich ein Gerhard Schröder von Putin mit Geld "schmieren" läßt, ist das Allerletzte.
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#8 Carsten ACAnonym
  • 25.11.2018, 08:47h
  • Wer solche Fotomontagen veröffentlicht, ist weder christlich, noch konservativ, sondern einfach nur radikal und menschenverachtend.

    Da alle etablierten Parteien dem Rechtsruck tatenlos zusehen oder die Rechten sogar imitieren, sollten so langsam mal andere Parteien in die Parlamente kommen, die ihre Ideale noch nicht verkauft haben...
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#9 TheDadProfil
  • 25.11.2018, 14:57hHannover
  • Antwort auf #7 von BONIFATIUS 49
  • ""Immer wieder fallen nämlich gerade ältere "Russland Experten" in eine Art "Russland-Nostalgie"""..

    Alters-Bashing ?
    Kann ich auch..
    Denn gerade Leute Deiner Generation verharren in dieser "Art Russland-Nostalgie", und verorten unter diesem Präsidenten Putin immer noch den Feind des "bösen Russland versus Europa"..

    Schon mal probiert zu analysieren wieso Russland Heute so ist, wie es sich unter Putin entwickelt hat ?

    Wieso die Ausgrenzungs-Politik der EU gegenüber Russland bei gleichzeitiger Umwerbung ALLER ehemaliger Ost-Block-Staaten zu dem Gefühl der Isolation führen mußte ?

    Schon mal überlegt welche Folgen sich daraus hätten ergeben können ZUERST Russland in die EU, oder vielleicht sogar in die NATO zu bringen, und erst danach die anderen ehemaligen Ostblock-Länder ?

    Und dann versuch mal eine Vorstellung darüber zu gewinnen, welche US-Regierung und vor allem, welche Bundesregierung genau daran absolut kein Interesse hatte ?

    Na ?
    Irgendeine Idee ?
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#10 Gerlinde24Profil
  • 26.11.2018, 02:12hBerlin
  • Antwort auf #9 von TheDad
  • Sowohl NATO als auch die EU haben um Russland geworben. Aber Russland wollte nicht, wollte wieder so groß wie die Sowjetunion sein, weswegen sie andere Länder besetzte (Ukraine und der Kaukasus sind gute Beispiele dafür), bzw. versuchte und versucht, ihre Macht anderswo auszubauen, und auch nicht davor zurückschreckt, mit Kriegsverbrechern zusammenzuarbeiten.
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