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Polizeibericht

Zum Dreier verabredet – im Park ausgeraubt

Ein 30-jähriger Planetromeo-User aus dem Landkreis Pfaffenhofen wurde von zwei jüngeren Männern in München in eine Falle gelockt. Im Luitpoldpark hieß es: "Geld her oder ich stech dich ab!"


Im Münchner Luitpoldpark wurde das Opfer geschlagen und beraubt (Bild: digital cat / flickr)

Die Münchner Polizei vermeldete am Sonntag einen Überfall auf einen Planetromeo-User. Demnach suchte ein 30 Jahre alter schwuler Mann aus dem Landkreis Pfaffenhofen am Freitag nach einem schnellen Sexdate. Auf den "Blauen Seiten" stieß er auf ein Profil zweier Männer, mit denen er sich am Busbahnhof Scheidplatz in München-Schwabing verabredete.

Gegen 17 Uhr trafen alle Beteiligten laut Polizeibericht am verabredeten Treffpunkt ein. Doch an einer abgelegenen Örtlichkeit des Luitpoldparks zog einer der unbekannten Männer ein Messer und hielt es dem 30-Jährigen vor die Brust. Er bedrohte ihn mit den Worten: "Geld her oder ich stech dich ab!"

Die Angreifer konnten unerkannt flüchten

Der 30-Jährige lief zunächst davon, wurde aber durch den Angreifer zu Fall gebracht, der ihn daraufhin am Kragen packte und mehrfach mit der Hand ins Gesicht schlug. Nun kam der zweite Mann hinzu und entnahm dem 30-Jährigen aus der Gesäßtasche den Geldbeutel und das darin befindliche gesamte Bargeld. Aufgrund des Erscheinens von unbeteiligten Passanten ließen die Angreifer von ihrem Opfer ab und flüchteten in Richtung Busbahnhof.

Nach der Tat stellte der 30-Jährige fest, dass sein Mobiltelefon, das er in der Brusttasche der Jacke verstaut hatte, ebenfalls verschwunden war. Der schwule Mann wurde durch den Sturz und die Schläge ins Gesicht leicht verletzt. Er alarmierte von sich aus die Polizei, eine sofort eingeleitete Fahndung nach den flüchtigen Tätern verlief jedoch negativ.

Beschreibungen der mutmaßlichen Täter

Die Ermittlungen hat das zuständige Kommissariat 21 übernommen, das Beschreibungen der mutmaßlichen Räuber veröffentlichte. Zum ersten Täter heißt es: "ca. 18-19 Jahre alt, ca. 170 cm groß, schlank, wirkte feminin, helle Gesichtsfarbe, ohne Bart, dunkle, kurze nach hinten gegelte, wellige Haare, beidseitig kleine Ohrstecker; bekleidet mit schwarzer Winterjacke mit Fellfutter und Kapuze, blaue Jeans und schwarze Schuhe; hatte ein Messer dabei."

Zum zweiten Täter wurden folgende Angaben gemacht: "ca.19 Jahre alt, ca. 183 cm groß, schlank, schwarze, kurze Haare, schwarzer, schmaler Kinnbart ohne Oberlippe, Nasenpiercing (Stift), dunkler Teint; bekleidet mit schwarzer Winterjacke mit Fellfutter und Kapuze, blaue Jeans und schwarze Schuhe." Personen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit dem Kommissariat 21 unter Telefon (089) 2910-0 oder mit jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

Ein ähnlicher Überfall auf einen Planetromeo-User hatte sich bereits vor zwei Jahren in München ereignet. Der Täter, der sich als "Marcus" ausgab, wurde damals gefasst und zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt (queer.de berichtete). (cw/pm)



#1 Ith__Ehemaliges Profil
  • 26.11.2018, 10:27h
  • Manchmal frage ich mich, ob es im Sinne schwuler Männer nicht manchmal doch hilfreich wäre, Männer/Jungs mit ähnlichen Angst-Mantras aufzuziehen, wie das bei Frauen/Mädchen schon so ziemlich immer Standard war.

    Nicht rausgehen, wenn es dunkel ist, sich ohne Cover nicht verabreden (und sich drüber im Klaren sein, dass auch das im Zweifelsfalle bloß als Abschreckung wirklich hilft, und ansonsten eher die nachträgliche Rachemaßnahme wird, damit der Täter gefasst wird).. Gruppen von mehr als zwei Männern in jedem Falle meiden.

    Der Standard halt, der bei weiblicher Sozialisierung irgendwo ab 5-8 Jahren ganz selbstverständlich dazugehört.

    Es macht den Aufenthalt in der Öffentlichkeit jetzt nicht unbedingt angenehmer oder entspannter.. aber bei sowas hier denkt man sich schon: Ein weiblich erzogener Mensch hätte bis zu dem Alter so viele hunderte Male gehört, dass man sowas nicht macht/dass sowas gefährlich ist, dass es schon eine große Portion bewussten Leichtsinn gebraucht hätte, sich überhaupt drauf einzulassen.
    Wobei in dem Fall die obligatorische Vergewaltigung wahrscheinlich auf persönlicher/psychischer Ebene der größere Schaden gewesen wäre, angesichts dessen der Anteil mit dem Raub verhältnismäßig unter den Tisch gefallen wäre. Abgesehen davon, dass der Raub das wäre, wofür man die Leute drankriegt, wenn man sie erwischt, denn Vergewaltigung allein ist da ein extrem schwacher Grund, vor allem, wenn das Ziel ja absichtlich gegen o.g. Mantras verstoßen hat, die auch das Gericht für gewöhnlich von weiblichen Menschen erwartet, und wo für gewöhnliche ein nicht geringe Mitschuld gesehen wird, wenn man sich in solche Situationen überhaupt begibt.

    Also.. naja. Schade für ihn. Hätte aber schlimmer kommen können.
    Und mei, wenn man ein Messer entgegengehalten bekommt und nicht so viel besser im Messerkampf ist, dass man sehr sicher weiß, dass man den Kampf gewinnt, dann zahlt man halt in sonner Situation. Statt der Hand im Gesicht hätte auch das Messer im Bauch landen können.
    Gibt da draußen Raubtiere, die sich auf Jagd und Kampf besser verstehen als man selbst. Sollte man als erwachsener Mensch einfach wissen.
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#2 ChuckfanAnonym
  • 26.11.2018, 11:41h
  • Ein Freund wurde auch vor einem Jahr in Köln am Weiher ausgeraubt. Auch ihm hielt man ein Messer an den Hals. Das Ausrauben und der Verlust einiger Dinge waren für ihn nicht das schlimmste. Er hat heute noch Panikatacken und mag kaum rausgehen durch das Messer am Hals. Psychisch haben viele Menschen hart mit sowas zu kämpfen.Die Täter wissen gar nicht was sie da anrichten! Vor Gericht heisst es dann:: Ach das Opfer hat ja keine Verletzungen erlitten...Der Täter bekommt paar Sozialstunden aufgebrummt und das war es.
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#3 Ith__Ehemaliges Profil
  • 26.11.2018, 12:35h
  • Antwort auf #2 von Chuckfan
  • Ich habe nach dem Überfall, den ich erlebt habe, bei dem vier Typen, alle größer und stärker als ich, es nötig hatten, mich von HINTEN anzugreifen, statt wenigstens mit Ehre von vorn, was sie keine fünf Minuten vorher hätten tun können... na, ich hatte kein Messer am Hals, hatte aber angesichts der Situation (auf einer Brücke, eine Treppe zum möglichen Runterstoßen keinen Meter entfernt) sehr wohl schon auch Todesangst, und habe nach dem Ermittlungserfolg obendrein erfahren, dass Kämpfen evtl. gar keine so tolle Idee gewesen wäre, weil es durchaus hätte sein können, dass der Haupttäter die Knarre, mit der er in den Wochen zuvor eine Tankstelle überfallen hatte, hätte dabei haben können.

    Das sind zum Teil Leute, die schon mit zu heftigen Sachen durchgekommen sind, als dass sie andere Menschen außerhalb des persönlichen Bekanntenkreises irgendwie anders betrachten könnten als "Warenlager mit Beinen".
    Ich hab die Panikattacken nach wie vor, wenn hinter mir jemand schnell läuft. Ist an Bahnhöfen in der betreffenden Jahreszeit zuweilen anstrengend. Der Körper merkt sich sowas.

    Ein Schadensersatz für die zerstörte Brille - Respekt an meinen Optiker, dafür gesorgt zu haben, dass ich innerhalb von drei Tagen eine Neue hatte, auch wenn das nicht ganz billig war - stand mir nach dem Prozess natürlich nicht zu.
    Für die beiden Haupttäter war allerdings an dem Punkt zumindest eine Schwelle erreicht, bei der sie eine Zeit nicht in der Öffentlichkeit herumlaufen durften. Und ganz ehrlich - das Wissen darum, dass ich sicher sein konnte, denen ein paar Monate lang ganz explizit nicht zu begegnen, hat irgendwie schon geholfen. Gar nicht unbedingt der Aspekt der Rache, sondern wirklich bloß die Sicherheit, dass die Leute mal für ein paar Monate weggesperrt wurden. Was aber garantiert nur wenig an dem Überfall lag, den ich erleben musste, sondern eher an der Anhäufung an Straftaten bis zu dem Zeitpunkt. So war es nicht ganz so frustrierend, wie es das für die meisten Leute gewesen sein muss, die die milden Urteile vorher ertragen mussten, die dazu geführt haben, dass mir das überhaupt passiert ist. Einer der beiden Haupttäter war zu dem Zeitpunkt schon annähernd "per du" mit dem Richter.

    Seither sehe ich verbotenerweise zwielichtigen Leuten recht genau ins Gesicht, wenn ich an denen vorbeilaufe. Versuch mal, Leute zu identifizieren, die dich von hinten angreifen und bei starker Kurzsichtigkeit deine Brille zerstören, ehe sie dich wieder loslassen. Kannste vergessen.
    Aber ein Messer setzt dem Ganzen echt die Krone auf. Macht man sich keine Vorstellung von, solange man sowas nicht selbst erlebt.
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#4 RainerWAnonym
  • 26.11.2018, 14:34h
  • Ich wundere mich, dass es immer noch Schwule gibt, die sowas machen. Man weiß doch mittlerweile, dass man da an Halsabschneider oder Faker kommt. Schlimmstensfall an einen Psychokiller oder eine Neonazibande.
    Es gibt genügend Alternativen andere Schwule kennenzulernen.
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#5 AmurPrideProfil
  • 26.11.2018, 15:40hKöln
  • Antwort auf #4 von RainerW
  • ""..Es gibt genügend Alternativen andere Schwule kennenzulernen..""

    Lieber RainerW,

    das klingt in der Tat sehr interessant! Sei doch bitte so nett und stelle einige der von Dir erwähnten Alternativen vor.
    Besonders i nteressant fände ich Alternativen für Schwule, die nicht offen schwul leben.

    LG Amur
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#6 RainerWAnonym
  • 26.11.2018, 18:44h
  • Antwort auf #5 von AmurPride
  • Z.B. mal seinen PC und Handy im Kinderzimmer verlassen und nach draußen gehen um reale Menschen kennenzulernen. Die findet man in Cafés, Veranstaltungen, Hobbys, etc. Einige davon sind vermutlich sogar auch schwul.
    Fürs zweitere gibt es die Möglichkeit sich zu Outen.

    Gar nicht so schwer, oder?
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#7 TheDadProfil
  • 26.11.2018, 21:41hHannover
  • Antwort auf #6 von RainerW
  • ""und nach draußen gehen um reale Menschen kennenzulernen""..

    Exakt das hatte der Romeo-User versucht..

    Toller Tipp..

    Mal ernsthaft..
    Du denkst also in einem Café trifft man keine Spinner ?
    Wie naiv..
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#8 TomDarkProfil
  • 27.11.2018, 03:00hHamburg
  • Antwort auf #7 von TheDad
  • Mit dem Unterschied, dass man den Menschen z. B. im Café VOR der Kontaktaufnahme wahrnimmt und genau prüfen kann, was bei einem Online-Spontan-Date mit einem Unbekannten im Dunkeln ja nun nicht der Fall ist...
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#9 TheDadProfil
  • 27.11.2018, 11:57hHannover
  • Antwort auf #8 von TomDark
  • ""Mit dem Unterschied, dass man den Menschen z. B. im Café VOR der Kontaktaufnahme wahrnimmt und genau prüfen kann, was bei einem Online-Spontan-Date mit einem Unbekannten im Dunkeln ja nun nicht der Fall ist...""..

    Äh ?

    ""Auf den "Blauen Seiten" stieß er auf ein Profil zweier Männer, mit denen er sich am Busbahnhof Scheidplatz in München-Schwabing verabredete.

    Gegen 17 Uhr trafen alle Beteiligten laut Polizeibericht am verabredeten Treffpunkt ein. Doch an einer abgelegenen Örtlichkeit des Luitpoldparks zog einer der unbekannten Männer ein Messer und hielt es dem 30-Jährigen vor die Brust.""..

    Wie man im Artikel lesen kann geht es hier nicht um Cruising im dunklem Park..
    Man trifft sich am belebten Busbahnhof, und geht erst in eine "abgelegene Örtlichkeit"..

    Also kann man Menschen auch im Café nicht sofort und vor allem vollständig "einschätzen"..
    Wer sich derlei Fähigkeiten zuschreibt, überschätzt sich leicht..
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#10 Homonklin44Profil
  • 27.11.2018, 18:22hTauroa Point
  • Antwort auf #1 von Ith_
  • Anstatt von Angst-Mantras sollte man Jungs, als auch Mädchen, beibringen, wie man sich effektiv wehrt und selbst verteidigen kann, natürlich im Bewusstsein mit dem Einschätzen möglicher Risiken. Wenn der Angreifer eine Knarre zieht, nützt nicht mal gutes Jeet Kune Do viel.
    Aber wenn man die passende Reaktionsform früh genug lernt, kann man sie unter Umständen reflexartig einsetzen, und ist dem Ganzen nicht hilflos ausgeliefert.
    Und wenn es bloß der sichere Treffer mit der Schuhspitze in die Kronjuwelen istm oder etwas, das so lange verblüfft, dass man Zeit hat, davon zu rennen.

    Bei solchen Verabredungen ist allerdings die Frage, wie lange kennt man diese Leute, wie viel Schriftaustausch ging dem vorher, wie oft hat man sich davor auf neutralem Boden getroffen, beispielsweise beim Mäckes oder in einem Café. Zudem müsste es möglich sein, über den Austausch, der mit dem GR-Profil stattfand, Näheres herauszufinden, evtl. immer noch, nachdem das Profil von den Tätern gelöscht wurde. (?)
    Wer sich mit Leuten trifft, die er nicht genügend kennen gelernt hat, geht ein erhöhtes Risiko ein. Egal, ob er sie dann online nicht genügend kennen lernt, oder im unmittelbaren Leben nicht.
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