Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?32432

Evangelikaler Aktivist

Peter Hahne warnt vor "falscher Toleranz"

Der ehemalige ZDF-Moderator fordert beim Thema "Gender" Christen zum Widerstand auf – und beklagt in Dresden, dass in Deutschland angeblich die "Diktatur des Relativismus" regiert.


Peter Hahne moderierte zwischen 2010 und 2017 eine nach ihm benannte Talkshow am frühen Sonntagnachmittag (Bild: obs / ZDF / Jürgen Detmers)

Peter Hahne hat zum Widerstand gegen die angebliche Meinungsdiktatur und die "falsche Toleranz" in Deutschland aufgerufen. Im Rahmen eines Gesprächsforums des CDU-nahen Johann-Amos-Comenius-Clubs sagte der 66-jährige ehemalige Nachrichtensprecher laut der evangelischen Nachrichtenagentur "idea" am vergangenen Mittwoch in der Dresdner Frauenkirche: "Die christlich geprägte europäische Kultur geht vor die Hunde, wenn wir nicht endlich der Diktatur des Relativismus eine Leidenschaft für die Wahrheit entgegensetzen", so Hahne vor rund 500 Besuchern.

Weiter erklärte der evangelikale Aktivist: "Heute jubelt uns jede Minderheit unter dem Deckmantel der Toleranz ihre Ideologie unter, und selbst Kirchen und Parteien mit intelligenten Leuten an der Spitze fallen auf diese Meinungsdiktatur oft schon in vorauseilendem Gehorsam rein."

Als Beispiel nannte er das Thema "Gender", das von Rechtspopulisten derzeit oft als Synonym für die Ablehnung von Homo- und Transsexuellen verwendet wird. In dieser Frage werde, so Hahne, in Wahrheit nicht nur Toleranz, sondern Akzeptanz verlangt. "Auch Spitzenpolitiker scheinen Toleranz mit Doppel-L zu schreiben: Sie finden alles toll", sagte der frühere Moderator. Nur Widerstand helfe gegen diese Entwicklung.

Hahne: Toleranz nur unter dem Kreuz

Ein tolerantes Europa existiere laut Hahne nur unter dem christlichen Kreuz – oder überhaupt nicht. Als Kritikpunkte nannte er unter anderem, dass in kirchlichen Kindergärten angeblich keine Krippen mehr an Weihnachten ausgepackt würden und auch die Bezeichnung "Weihnachtsmarkt" verdrängt werde ("Für mich bleibt der Weihnachtsmarkt ein Weihnachtsmarkt und wird kein Wintermarkt").


Die schwul-lesbische "Christmas Avenue" in Köln; laut Peter Hahne steht das Wort "Weihnachtsmarkt" in Gefahr

Bereits mehrfach hatte sich Hahne über die angebliche "Meinungsdiktatur" empört und beklagt, dass viele Worte von liberalen Kräften auf die Verbotsliste gesetzt würden. Aus diesem Grund veröffentlichte er 2014 ein Buch mit dem Titel: "Rettet das Zigeuner-Schnitzel! Empörung gegen den täglichen Schwachsinn. Werte, die wichtig sind".

Peter Hahne, der in den letzten drei Jahrzehnten unter anderem die ZDF-Sendungen "heute", "heute-journal" und "Berlin direkt" moderierte, hat aus seiner evangelikalen Weltsicht in der Vergangenheit nie einen Hehl gemacht. Das ehemalige Mitglied des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) kritisierte immer wieder Liberalisierungsbestrebungen in seiner Kirche. Als die EKD etwa 2013 eine Orientierungshilfe herausgab, in der sie gleichgeschlechtliche Beziehungen als "gleichwertig" einstufte, kritisierte Hahne das Dokument als "ein Beispiel für geistliche Substanzlosigkeit" und "trendiges Mode-Allerlei".

Innerhalb der evangelischen Kirche bewegt sich Hahne seit Jahren in homophoben Zirkeln. So ist er etwa Kuratoriumsmitglied in der Organisation ProChrist, in der sich homofeindliche Kräfte sammeln. Der frühere ProChrist-Chef Ulrich Parzany hatte etwa zum "Widerstand" gegen "Irrlehren" innerhalb der Kirche aufgerufen und Homosexualität zum drängendsten Problem der Gegenwart erklärt (queer.de berichtete). (dk)



#1 swimniAnonym
  • 26.11.2018, 14:30h
  • wie kann ein mensch, der glaubender von völlig kruden sagen ist, vor Relativismus warnen. typisch für ein Mitglied einer sekte, sich Realitäten des lebens zu verweigern.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 SokratesAnonym
  • 26.11.2018, 14:37h
  • Dumme aller Konfessionen vereinigt euch! Hahne und Ratzinger wären so ein Paar: grenzenlose, bösartige Dummheit zusammen mit einer gewissen instrumentellen Intelligenz...
  • Antworten » | Direktlink »
#3 JuNiAnonym
  • 26.11.2018, 14:45h
  • Schlimm, dass dieser Mensch mit seinem Demo für alle Jargon überhaupt eine Fernsehsendung moderieren darf. Da er sich mit der Genderthematik anscheinend null auseinandergesetzt hat, kann man über seinen Wahrheitsbegriff nur müde schmunzeln.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 Ith__Ehemaliges Profil
  • 26.11.2018, 15:01h
  • Ich find's immer wieder bezeichnend, wie unterdrückt Menschen sich immer wieder fühlen, wenn man ihnen lediglich untersagt, andere Menschen wie Dreck zu behandeln.
    Und wie unterdrückend es von ihnen empfunden wird, wenn "wir sind mehr und machen das schon immer so, also haben wir das zu dürfen" als Begründung mal nicht mehr ausreicht.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 AmurPrideProfil
  • 26.11.2018, 15:26hKöln
  • Lieber Peter Hahne,

    von meiner Seite nur zwei kleine Tipps:

    1) Die Bedeutung des Wortes Toleranz vielleicht sicherheitshalber noch einmal in einem aktuellem Lexikon nachschlagen? ..

    2) Was denken Sie eigentlich würde Ihr Jesus Christus zu Ihren Statements sagen? .. Ich fürchte der Gute würde mit Ihnen genau so umspringen wie seinerzeit mit den Pharisäern im Tempel zu Jerusalem.

    Beste Grüße in der vorweihnachtlichen Zeit
    Amur

    P.S.: Gab'S da nicht mal so etwas wie: "Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst!" und "Suche nicht den Splitter im Auge Deines Gegenübers, sondern entferne zuerst den Balken vor Deinen eigenen!"
  • Antworten » | Direktlink »
#6 MariposaAnonym
  • 26.11.2018, 15:38h
  • Herr Hahne, "die Christen" als solche gibt es gar nicht (wie genausowenig "die Moslems"). Ich kenne jedenfalls eine ganze Reihe von kirchennahen Menschen, die so rein gar nix gegen die Ehe für alle einzuwenden haben. Zudem hat sich Jesus Christus in keinster Weise zu diesem Thema geäußert. Ich glaube aber, daß er mit den sogennanten "Evangelikalen" nichts am Hut hätte - die stehen ja vielmehr den Pharisäern nahe, die er immer scharf angegangen hat (zumindest steht es so geschrieben...)
    Und in der Tat: Von "Toleranz" halte auch ich bezüglich Homosexualität nicht viel - "tolerieren" oder "dulden" m,uß oder kann ich beispielsweise Verkehrs- oder Fluglärm. Wenn es darum geht, im 21. Jahrhundert endlich angekommen zu sein, kann man nur von "Akzeptanz" sprechen.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 MariposaAnonym
#8 HyenadykeProfil
  • 26.11.2018, 16:12hKöln
  • "Ein tolerantes Europa existiere laut Hahne nur unter dem christlichen Kreuz oder überhaupt nicht."

    Genau! So tollerant (sic) wie Hexenverbrennung und der dreißigjährige Krieg.

    Btw: Muss ich jetzt eigentlich akzeptieren, dass ich nicht toleriert werde?
  • Antworten » | Direktlink »
#9 AlexChubbyBerlinProfil
  • 26.11.2018, 17:22hBerlin
  • Das christliche Kreuz hat die Intoleranz erfunden. Ich mochte den noch nie, der hatte auch bei "heute" immer was Predigerhaftes an sich
  • Antworten » | Direktlink »
#10 wiedehopfAnonym
  • 26.11.2018, 17:35h
  • Antwort auf #9 von AlexChubbyBerlin
  • Die "Titanic" wusste auch schon vor 20 Jahren, was der Peter Hahne für einer ist. Ich muss nochmal nachschauen, ob ich die Hefte aus der Zeit noch zu Hause habe. Dann hat man wenigstens etwas zum Lachen, wenn es auch eigentlich zum Weinen ist.
  • Antworten » | Direktlink »