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England

Um ihn hetero zu machen: Mann zwang elfjährigen Sohn zu Sex mit Stiefmutter

Ein Vater erhält in England fünf Jahre Haft, weil er aus Homophobie sexuellen Missbrauch an seinem Sohn zuließ.


Ein unglaublicher Fall von Kindesmissbrauch aus Homophobie wurde vom Crown Court in Reading verhandelt (Bild: Blogtrepreneur / flickr)

  • 26. November 2018, 14:29h 11 3 Min.

Ein Strafgericht in Reading bei London hat ein inzwischen getrennt lebendes Hetero-Paar zu Haftstrafen verurteilt, weil der Vater vor über zwei Jahrzehnten seinen damals elfjährigen Sohn dazu zwang, mehrfach mit dessen Stiefmutter Sex zu haben – nach Angaben des leiblichen Vaters um zu "verhindern", dass der Junge schwul wird. Der Vater des heute 36-jährigen Daniel erhielt nach einem Bericht des Boulevardblatts "Mirror" eine Haftstrafe von fünf Jahren, die Stiefmutter, die sich mindestens zehn Mal an dem Kind vergangen hatte, muss für acht Jahre hinter Gitter.

Daniel, der heute offen schwul lebt, erklärte gegenüber dem "Mirror", dass sein Vater "feminine Eigenschaften" an ihm kritisiert hatte, bevor der Missbrauch begann. Er habe den Sohn dann an einem Sonntag aufgefordert, sich vor seiner Stiefmutter zu entkleiden und ihre Brüste zu berühren und zu küssen. "Papa hat mich ermutigt, das zu tun, also dachte ich, das wäre so okay. Ich denke, diese Nacht war ein Testlauf, bei dem die beiden sehen wollten, wie ich reagiere, weil danach der Sex begonnen hat." Mindestens zehn Mal habe die Stiefmutter Daniel vergewaltigt – teilweise in Anwesenheit seines Vaters. Die sexuelle Gewalt habe erst aufgehört, als sich der Vater und die Stiefmutter 1996 trennten.

Polizei schenkte missbrauchtem Teenager in Neunzigern keinen Glauben

Zu diesem Zeitpunkt hatte es ein weiterer Sextäter auf den inzwischen 16-jährigen Daniel abgesehen. Die Polizei kam zu diesem Zeitpunkt sogar dahinter und führte eine Razzia bei dem Mann durch, bei der sie Nackfotos von Daniel fanden. Einem Kinderpsychologen vertraute sich Daniel daraufhin an und erzählte vom Missbrauch zu Hause – dieser schenkte ihm aber keinen Glauben. Polizisten hätten sich, so hieß es jetzt im Gerichtsverfahren, gegenüber dem missbrauchten Jugendlichen damals "schäbig" verhalten; ein Polizeibeamter habe den Jungen sogar verhöhnt.

Die sexuelle Gewalt habe ihn damals völlig aus der Bahn geworfen, so Daniel heute. Er habe damals auch versucht, sich das Leben zu nehmen. "Es war die Aufgabe meines Vaters, mich zu schützen. Die haben mir meine Unschuld genommen und meine Kindheit ruiniert. Ich kann das nie hinter mir lassen."

Ans Tageslicht kam der Vorfall erst, weil das Opfer 2015 heimlich ein Telefongespräch mit seinem Vater aufnahm, in dem dieser die Misshandlung zugab. Daraufhin ging er zur Polizei, die ihm jetzt glaubte. Später gaben die beiden Täter den Missbrauch zu. Vor Gericht führte der Vater als Grund eine "nicht diagnostizierte Depression" an. Er habe nur versucht, seinen Sohn "in die richtige Richtung zu leiten und nicht schwul zu werden, weil es Anzeichen dafür gab". (cw)

#1 AmurPride
  • 26.11.2018, 15:45hKöln
  • Konnte man 1993 wirklich noch so blöd sein zu glauben Sex mit einer Frau würde verhindern das jemand schwul ist?

    Wie der Artikel belegt konnte man das ganz offensichtlich!

    Und wie z. B. die Demonstrationen aufrechter schwäbischer Bürger gegen den Bildungsplan der Landesregierung zum Thema sexuelle Vielfalt 2016 zeigte: Viel zu viele sind auch heute noch keinen Schritt weiter! :-(
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#2 RainerWAnonym
  • 26.11.2018, 15:45h
  • Ein 11jähriger steckt noch voll in der Pubertät. Da kann man gar nicht sagen, welche Orientierung er entwickeln wird. Die Traumatisierung durch den Vater hat wohl mehr dazu beigetragen, als das es verhindert haben sollte nach seiner Auffassung.
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#3 MedaillenseitenAnonym
  • 26.11.2018, 16:31h
  • Antwort auf #1 von AmurPride
  • "Konnte man 1993 wirklich noch so blöd sein zu glauben Sex mit einer Frau würde verhindern das jemand schwul ist?"

    Offenbar (siehe Kommentar #2) kann man 2018 noch glauben, dass Sex mit einer Frau jemanden schwul MACHT.
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