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Umfrage

Berlin: Viele Zwangsverheiratungen wegen Homosexualität

Fast die Hälfte der jungen Männer, die von ihrer Familie in Zwangsehen gedrängt werden, sind laut einer neuen Studie schwul.


In einer Broschüre klärt der Arbeitskreis über Zwangsverheiratungen auf (PDF)

Der Berliner Arbeitskreis gegen Zwangsverheiratung hat eine Studie zum Ausmaß von Zwangsehen in Berlin durchgeführt – und herausgefunden, dass in vielen Fällen homosexuelle Personen dazu gezwungen werden, eine heterosexuelle Ehe einzugehen. Bei einer Umfrage unter Hunderten Einrichtungen aus dem Antigewaltbereich sowie Jugendämtern, der Polizei, Migrations- und Frauenprojekten, Frauen- und Gleichstellungs- sowie Integrationsbeauftragten und sämtlichen Schulen und Flüchtlingsunterkünften in der Stadt kam heraus, dass für das Jahr 2017 insgesamt 570 Fälle von (versuchter oder erfolgter) Zwangsverheiratung bekannt geworden sind.

Mit 93 Prozent waren größtenteils Mädchen und Frauen betroffen. Sieben Prozent der Betroffenen waren männlich. Bei knapp der Hälfte der Jungen und jungen Männer sowie bei vier Frauen war den Beratungseinrichtung deren Homosexualität bekannt.

Die meisten Betroffenen waren zwischen 16 und 21 Jahren alt. Bei den männlichen Betroffenen war die Gruppe der 16- bis 17-Jährigen mit 42 Prozent am stärksten vertreten.

Migrationshintergrund in 92 Prozent der Fälle

In 482 der 570 Fälle wurden Angaben zur Staatsangehörigkeit der Betroffenen gemacht: 25 Prozent von ihnen besaßen demnach die deutsche Staatsangehörigkeit. In 444 Fällen (92 Prozent) lagen Hinweise zum Migrationshintergrund vor. Zirka 48 Prozent der Betroffenen hatten arabische, 20 Prozent hatten türkische Wurzeln. 15 Prozent stammten aus Ländern des Balkans (Nachfolgestaaten des ehemaligen Jugoslawiens sowie Bulgarien und Rumänien) und sechs Prozent aus kurdischen Gebieten. Vier von fünf der Betroffenen hatten einen muslimischen Hintergrund, weitere Betroffene waren christlichen, jüdischen oder jesidischen Glaubens.

In mehr als der Hälfte der gemeldeten Fälle waren die Zwangsverheiratungen noch nicht vollzogen. Insgesamt konnten aber auch 221 Fälle von vollzogenen Zwangsehen festgestellt werden – 87 Prozent von ihnen fanden außerhalb Deutschlands statt.

Der Berliner Arbeitskreis gegen Zwangsverheiratung war 2001 initiiert worden. Ihm gehören jetzt Dutzende Akteure an, darunter etwa Migrantinnenprojekte und Frauenrechtsorganisationen sowie der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg. Der Arbeitskreis wird von der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten des Bezirkes Friedrichshain-Kreuzberg koordiniert. (pm/cw)



#1 Georg Schaffrath1954Anonym
  • 26.11.2018, 16:30h
  • Ja was haben wir es doch gut ! Wir vergessen es zu schnell und die jungen Schwulen denken , das es so wie es heute in Deutschland ist , dass das normal ist .
    Mein Freund ist 32 Jahre alt und kommt aus Vietnam. Er kam letztes Jahr in meine Stadt. Auch er wurde Zwangsverheiratet von seiner Familie . Nun sitzt er hier und arbeitet sehr hart als Schweisser. 160 Normal Stunden + 250 Überstunden - er muss nun Frau und Kind in Vietnam versorgen . Dabei ist mein Freund 100 % Schwul . Ok - ein Baby ist immer was schönes - das acceptiere ich - aber die Zwangsehe macht unser Leben nicht einfacher. Anders könnten wir heiraten und er bekäme ein gutes Visa . Nun arbeitet er wie ein Sklave denn er hat keine Rechte und ist seinem Boss ausgeliefer - hat keine Arbeitslosenversicherung - keine Rentenversicherung und wenn keine Arbeit / Material da ist bekommt er keinen Lohn .
    Und das alles nur weil er heiraten musste . Er will sich scheiden lassen - hoffentlich stimmt seine Frau in die Scheidung ein .
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#2 TheDadProfil
  • 26.11.2018, 22:20hHannover
  • Die Zahlen sind sehr besorgniserregend..

    Vor allem wenn dann auch noch dazu kommt :

    ""Bei knapp der Hälfte der Jungen und jungen Männer sowie bei vier Frauen war den Beratungseinrichtung deren Homosexualität bekannt.""..

    Wie kann man dort noch denken, bei Flüchtlingen/Asylsuchenden seien die Zahlen geringer ?
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