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Krankenversicherung

Frankreich bietet kostenlose Kondome auf Rezept an

Franzosen können sich ab nächsten Monat ein Rezept bei ihrem Hausarzt abholen, mit dem sie Kondome für lau erhalten.


Gesundheitsministerin Agnès Buzyn kündigt an, dass die Krankenkassen die Kosten für Kondome übernehmen werden (Bild: Amélie Tsaag Valren    / wikipedia)

  • 27. November 2018, 11:55h, noch kein Kommentar

Die französische Gesundheitsministerin Agnès Buzyn hat am Dienstag im Radiosender "France Inter" angekündigt, dass Kondome ab dem 10. Dezember kostenlos auf Rezept erhältlich sein werden. Die unabhängige Gesundheitsbehörde HAS habe empfohlen, dass die Kondome-Marke "Eden", die das Produkt besonders kostengünstig herstellen könne, künftig durch das staatliche Gesundheitssystem finanziert werde, sagte die 56-jährige Ärztin, die Emmanuel Macrons liberaler Partei "La République En Marche!" (LREM) angehört.

Auf Twitter erklärte die Ministerin weiter, dass dieser Schritt die HIV-Prävention stärken und alle Franzosen, "besonders die Jüngsten", schützen werde.

Twitter / agnesbuzyn

Frankreich hat hohe HIV-Infektionsrate

Der Hintergrund der Aktion sind die im Vergleich zu Deutschland sehr hohen HIV-Infektionsraten in Frankreich: Im Land infizieren sich jährlich 6.000 Menschen mit dem HI-Virus. In Deutschland sind es weniger als die Hälfte: Laut neuesten Zahlen des Robert-Koch-Instituts waren es 2017 insgesamt 2.700 Menschen (queer.de berichtete). Dabei leben in Deutschland 20 Millionen mehr Menschen als in Frankreich.

Ministerin Buzyn sagte, dass 800 bis 1.000 der Neuinfektion Menschen unter 25 Jahre betreffen würden. Sie würden oft Kondome für ihren ersten sexuellen Kontakt benutzen, dann aber oft später darauf verzichten, mutmaßlich aus finanziellen Gründen.

Im Juli hatte die französische Aids-Organisation AIDES bereits eine Kampagne gestartet, um die Präexpositions-Prophylaxe (PrEP) in Frankreich bekannter zu machen. Bei PrEP handelt es sich um eine Pille für Negative, die bei regelmäßiger Einnahme das Risiko, sich mit HIV anzustecken, praktisch auf Null senkt. Die Kampagne "PREP 4 LOVE" wirbt dabei mit drei Paaren, darunter auch dem schwulen Paar Idriss und Guillaume. Grund für die Kampagne sei, dass die PrEP in Frankreich kaum bekannt sei.

In Deutschland nehmen laut der Bundesregierung bereits mehrere tausend Menschen PrEP ein (queer.de berichtete). Im Sommer hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn angekündigt, dass auch hierzulande die PrEP eine Kassenleistung werden soll (queer.de berichtete). (dk)