Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?32443

Italienische Metastudie

Hohes Suizid-Risiko bei LGBTI-Teenagern

Junge queere Menschen versuchen weit häufiger als andere, sich das Leben zu nehmen. Am gefährdetsten sind Transpersonen.


Viele queere Jugendliche verzweifeln an ihrer heterosexistischen Umwelt (Bild: David Simmonds / flickr)

Sexuelle und geschlechtliche Minderheiten haben bereits in jungen Jahren ein weit höheres Risiko als die Durchschnittsbevölkerung, einen Selbstmordversuch durchzuführen. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher der staatlichen Universität im Mailänder Stadtteil Bicocca, die in einer Metastudie 35 akademische Studien auswerteten. An diesen Studien hatten insgesamt fast 2,5 Millionen junge Menschen im Alter von zwölf bis 20 Jahren aus zehn verschiedenen Ländern teilgenommen.

LGBTI haben demnach ein aufgerundet vier- bis sechsmal erhöhtes Risiko, einen Suizidversuch zu unternehmen. Am höchsten sei das Suizidrisko bei Transpersonen (Faktor 5,77), gefolgt von Bisexuellen (Faktor 4,87) und Homosexuellen (Faktor 3,71).

Forderung: Staatliche Institutionen müssen handeln

"Unsere Studienergebnisse sollten zur besseren Sensibilisierung der öffentlichen Meinung führen und die zuständigen staatlichen Institutionen dazu veranlassen, diese Erkenntnisse bei der Planung und Implementierung ihrer Strategien zu berücksichtigen", erklärte Projektleiter Massimo Clerici, ein Psychiatrieprofessor an der Hochschule in Mailand.

Studien zeigten bereits in der Vergangenheit, dass nicht die sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität direkt zur höheren Raten von Depressionen oder Suizidversuchen beitrugen, sondern die Ablehnung durch eine feindlich eingestellte Umgebung (queer.de berichtete). Notwendig seien laut Forschern daher gezielte Unterstützungsprogramme für LGBTI-Jugendliche, ein besserer Zugang zu psychologischer Beratung und staatliche Anstrengungen, gegen Homo- und Transphobie in der Gesellschaft vorzugehen.

Die englischsprachige Studie trägt den Titel "Estimating the Risk of Attempted Suicide Among Sexual Minority Youths" und ist vergangenen Monat im Fachmagazin "Jama Pediatrics" veröffentlicht worden. (dk)



#1 Patrick SAnonym
  • 27.11.2018, 14:55h
  • Sorry, dass ich das so sagen muss, aber das ist ja ein ganz alter Hut. Die Erkenntnis gibt es schon seit Jahrzehnten und getan hat sich gar nichts. Stattdessen erleben wir auf der Welt gerade eine rückwärtsgewandte Politik, die die Rechte von LGBTI wieder einschränken will. Traurig aber wahr. Anscheinend sind die Totenzahlen heute und die der vom Nationalsozialismus ermodeten Homosexuellen noch nicht hoch genug. Das Berlin für Hasskriminalität eine eigene Kartei führt, sollte da eigtl schon Bände sprechen. Habe auch bis heute noch nichts von der Bundesregierung zur Verfolgung in Tschetschenien gehört. Stattdessen befördert man vor kurzem einen LGBTI-Gegner ins Verfassungsgericht mit Aussicht auf den dessen Präsidentschaft...
  • Antworten » | Direktlink »
#2 Ith__Ehemaliges Profil
  • 27.11.2018, 15:17h
  • Antwort auf #1 von Patrick S
  • Das ist eine Metastudie, neue Erkenntnisse gibt's da keine.

    Braucht man in der Originalarbeit nur mal auf die Quellen zu achten. Ausgewertet wurde lediglich überblickend das, was andere vorher schon herausgefunden haben.
    Ist logisch, dass bei sowas keine neuen Hüte herauskommen. Im Gegenteil, wäre verwunderlich, wenn.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 daVinci6667
  • 27.11.2018, 15:46h
  • Ja, mein Vorredner hat recht. Längst alles bekannt und trotzdem wird fast nichts gemacht. Deshalb ist es gut wenn solche Studien immer mal wieder veröffentlicht oder neu aufgewärmt werden. Gerade Italien braucht dies ebenfalls dringend.

    Dafür bedanken dass nichts gemacht wird und viele von uns in jungen Jahren in den Suizid getrieben werden, darf man sich in erster Linie bei den Religionen, bei konservativen Parteien und Lehrpersonen an Schulen die gemobbten LGBTI- Jugendlichen gleichgültig oder gar feindselig gegenüber stehen.

    Ist auch schon seit Jahrzehnten so.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 Simon HAnonym
  • 27.11.2018, 16:46h
  • Das ist seit Jahrzehnten bekannt, aber es ändert sich einfach nichts.

    Es gäbe mehrere Dinge, die helfen würden:

    1. volle rechtliche Gleichstellung:

    Da beendet zwar nicht von heute auf morgen Mobbing, setzt aber Prozesse in Gang, die irgendwann Früchte tragen.

    Und vor allem:
    Es würde den Mobbing-Opfern zeigen, dass sie normal sind und dass die Täter die Perversen sind.

    2. mehr Aufklärung an Schulen:

    Bildung ist der Schlüssel zu allem. Wenn man schon in der Schule Homo- und Transsexualität als völlig normal kennenlernt, gibt es auch deutlich weniger Mobbing.

    Und selbst wenn es Mobbing gibt, können die Opfer das viel besser einordnen und begehen nicht gleich Selbstmord.

    3. mehr Sichtbarkeit:

    Das betrifft sowohl die Medien als auch uns alle. Auch wir alle können zu mehr Sichtbarkeit beitragen, indem wir offen schwul, lesbisch, trans, etc. sind und unsere Partnerinnen und Partner nicht verleugnen oder verstecken.

    Fazit:
    Punkt 1 und 2 sind Aufgabe der Politik. Punkt 3 ist Aufgabe der Medien und von uns allen...

    Das würde alles schon sehr viel verbessern.

    Das würde nicht alle Probleme sofort lösen, wären aber erste wichtige und unverzichtbare Schritte.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 Gerlinde24Profil
  • 28.11.2018, 06:23hBerlin
  • Solche Studien gibt es schon seit Jahrzehnten. In den USA zum Beispiel sind die meisten LGBTIQ- Jugendliche, die an Selbstmord denken, oder es versuchten oder taten, solche, die von den meist religiösen Eltern nicht akzeptiert wurden, geschlagen, aus dem Haus geworfen, oder zu so genannten "Therapien" gezwungen wurden, die ihnen Selbsthass und Homophobie beibrachten, aber nicht, sich zu akzeptieren.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 TimonAnonym
  • 28.11.2018, 14:21h
  • Das muss eigentlich bei Politikern, Medien und Bürgern alle Alarmglocken schrillen lassen.

    Aber das wird einfach ignoriert.
  • Antworten » | Direktlink »