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Italienische Metastudie
Hohes Suizid-Risiko bei LGBTI-Teenagern
Junge queere Menschen versuchen weit häufiger als andere, sich das Leben zu nehmen. Am gefährdetsten sind Transpersonen.

Viele queere Jugendliche verzweifeln an ihrer heterosexistischen Umwelt (Bild: David Simmonds / flickr)
- 27. November 2018, 11:27h 2 Min.
Sexuelle und geschlechtliche Minderheiten haben bereits in jungen Jahren ein weit höheres Risiko als die Durchschnittsbevölkerung, einen Selbstmordversuch durchzuführen. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher der staatlichen Universität im Mailänder Stadtteil Bicocca, die in einer Metastudie 35 akademische Studien auswerteten. An diesen Studien hatten insgesamt fast 2,5 Millionen junge Menschen im Alter von zwölf bis 20 Jahren aus zehn verschiedenen Ländern teilgenommen.
LGBTI haben demnach ein aufgerundet vier- bis sechsmal erhöhtes Risiko, einen Suizidversuch zu unternehmen. Am höchsten sei das Suizidrisko bei Transpersonen (Faktor 5,77), gefolgt von Bisexuellen (Faktor 4,87) und Homosexuellen (Faktor 3,71).
Forderung: Staatliche Institutionen müssen handeln
"Unsere Studienergebnisse sollten zur besseren Sensibilisierung der öffentlichen Meinung führen und die zuständigen staatlichen Institutionen dazu veranlassen, diese Erkenntnisse bei der Planung und Implementierung ihrer Strategien zu berücksichtigen", erklärte Projektleiter Massimo Clerici, ein Psychiatrieprofessor an der Hochschule in Mailand.
Studien zeigten bereits in der Vergangenheit, dass nicht die sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität direkt zur höheren Raten von Depressionen oder Suizidversuchen beitrugen, sondern die Ablehnung durch eine feindlich eingestellte Umgebung (queer.de berichtete). Notwendig seien laut Forschern daher gezielte Unterstützungsprogramme für LGBTI-Jugendliche, ein besserer Zugang zu psychologischer Beratung und staatliche Anstrengungen, gegen Homo- und Transphobie in der Gesellschaft vorzugehen.
Die englischsprachige Studie trägt den Titel "Estimating the Risk of Attempted Suicide Among Sexual Minority Youths" und ist vergangenen Monat im Fachmagazin "Jama Pediatrics" veröffentlicht worden. (dk)














