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Hass in der katholischen Kirche

Kardinal Müller wirft LGBTI-freundlichem Glaubensbruder Ketzerei vor

Der Ex-Chef der mächtigen Glaubenskongregation bläst zur Attacke: In einem Interview greift er katholisches Führungspersonal an, das seine homophoben Ansichten nicht teilt.


Gerhard Ludwig Müller macht seit Jahren Stimmung gegen queere Menschen – und bringt sie etwa mit Kindesmissbrauch in Verbindung (Bild: Jolanta Dyr / wikipedia)

Gerhard Ludwig Kardinal Müller hat homosexuelle Aktivitäten katholischer Priester als "schweren Verstoß" gegen das priesterliche Ethos bezeichnet und LGBTI-freundliche katholische Funktionäre attackiert. Entsprechende Handlungen von Priestern müssten im Kirchenrecht so festgestellt und sanktioniert werden, forderte Müller in der Dienstagsausgabe der "Passauer Neuen Presse". Zu Spekulationen über eine "Homosexuellen-Lobby" im Vatikan sagte er, wenn es sie gibt, müsse ihr Treiben strikt unterbunden werden, weil sie immensen Schaden anrichte.

Dem Frankfurter Hochschulrektor Ansgar Wucherpfennig warf Müller Ketzerei vor. Wucherpfennigs Position zur Homosexualität sei im Kontext der verbindlichen Glaubens- und Sittenlehre der Kirche als "häretisch", also ketzerisch, zu qualifizieren, sagte er der Zeitung. Wegen liberaler Äußerungen zu Homosexualität und Frauen in der Kirche hatte der Vatikan im Oktober Wucherpfennig die Lehrerlaubnis zunächst verweigert (queer.de berichtete). Nach scharfer Kritik bekam der Rektor der Jesuitenschule Sankt Georgen in Frankfurt letztlich doch noch die Unbedenklichkeitserklärung aus Rom (queer.de berichtete).

Wucherpfennigs Aussagen lägen "im Mainstream der 'LGBT-Agenda' von sich selbst so nennenden Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgendern, die ich selbst so nie bezeichnen würde, und findet in einer verweltlichten Kirche ihre Anhänger", sagte Müller. Das Menschenbild der LGBT-Verbände "könnte nur mit Gewalt der ganzen Gesellschaft aufgedrängt werden bei der Zerstörung der Religions- und Gewissensfreiheit. Dem widersprechen wir, auch wenn die Strafe der sozialen Ächtung und wüster medialer Beschimpfung droht".

Müller: Homos sind schuld am katholischen Missbrauchsskandal

Neben Wucherpfennig griff Müller auch den Jesuitenpater Klaus Mertes an, der sich immer wieder für sexuelle Minderheiten in der Kirche stark gemacht hatte. Mertes nahm mehrfach an Debatten um Homosexualität und Religion teil, etwa bei einer Hirschfeld-Lecture in Köln (queer.de berichtete). Erst vor wenigen Tagen hatte der Direktor des Kollegs St. Blasien im Portal katholisch.de kritisiert, dass Müller Homosexuelle für die Missbrauchsfälle innerhalb der katholischen Kirche verantwortlich macht.

Müller attestierte als Retourkutsche, dass Mertes sich "zu Unrecht als Experte in Sachen sexueller Missbrauch von Jugendlichen" ausgebe. Es sei "einfach nur infam, die sexuellen Verbrechen an Teenagern und jungen Erwachsenen für kirchenpolitische Ziele zu benutzen", so der Kardinal. Offenbar kenne der Jesuitenpater nicht "die biblische Lehre zu homosexuellen Handlungen und zur absoluten Verwerflichkeit der Schändung von Heranwachsenden".

Müller saß mehrere Jahre der mächtigen Glaubenskongregation des Vatikans vor, bevor Papst Franziskus im Juli 2017 sein Amt überraschend nicht verlängerte. Zuvor war Müller zehn Jahre lang Bischof in Regensburg gewesen. (dpa/dk)



#1 goddamn liberalAnonym
  • 27.11.2018, 15:51h
  • Müller ist noch ein Zeitzeuge der postfaschistischen Homosexuellenverfolgung im Deutschland der Nachkriegszeit.

    Wer angesichts dieser eindeutigen Faktenlage über "die Strafe der sozialen Ächtung und wüster medialer Beschimpfung" für Homophobe und nicht für Homosexuelle jammert, lebt leider in einer völlig amoralischen und pervertierten Welt.

    Typische Täter-Opferumkehr in dunkeldeutscher Verfolgungstradition.
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#2 misericordiaAnonym
#3 panzernashorn
  • 27.11.2018, 16:28h
  • "Den Wahn erkennt natürlich niemals, wer ihn selbst noch teilt. Sigmund Freud. (1856 - 1939)"

    Was für eine (eigentlich abgrundtief bedauernswerte) Flachpfeife.............

    Der wird den Schuss niemals mehr hören.........
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#4 panzernashorn
  • 27.11.2018, 16:31h
  • "Hochmut kommt vor dem Fall"..........

    "Dummheit und Stolz wachsen auf gleichem Holz"............

    Ein dringender Fall für die (am besten geschlossene) Psychiatrie!
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#5 stromboliProfil
#6 SokratesAnonym
  • 27.11.2018, 16:36h
  • Wie ich bereits zur vorherigen Meldung über Müllers Ausfälle schrieb: in einer besseren Welt wäre für alle einsichtig, daß er sich selbst richtet. Doch da er wie seine Gesinnungsgenossen immer noch Einfluß hat, ist ihm aufs Schärfste zu widersprechen. Es ist nur widerlich, wie er ehrenwerte, intellektuell ehrliche Leute wie Mertes und Wucherpfennig angreift und mit dieser Taktik des "haltet den Dieb" von den wahren Verantwortlichen und Schuldigen--nicht zuletzt sich selbst--ablenken will: der Bock als Gärtner, wenn es je einen gab...
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#7 Sven100Anonym
  • 27.11.2018, 16:38h
  • Müller sinnt auf Rache an Papst Franziskus, weil dieser ihn degradiert hat. Da sich der Papst wiederholt -relativ- positiv über Homosexuelle geäußert hat, will Müller durch seine neuesten Äußerungen den Papst treffen und gleichzeitig die Steinzeitkatholiken um sich scharen. Ein durchsichtiges Spiel!
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#8 BONIFATIUS 49Anonym
  • 27.11.2018, 16:40h
  • Antwort auf #4 von panzernashorn
  • Müller, ein Hetzer, aller erster Güte...

    Gut das es viele andere römisch-katholischen Theologen und Priester gibt, die eine andere Haltung als Müller vertreten. Und gut das Müller im Vatikan entmachtet würde.
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#9 Simon HAnonym
  • 27.11.2018, 16:51h
  • Tja, die mögen halt keinen Widerspruch und keine anderen Meinungen...

    So ist das in totalitären Systemen wie der Religion.

    Statt sich sachlich damit auseinaderzusetzen, wird man dann einfach mundtot gemacht.
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#10 Homonklin44Profil
  • 27.11.2018, 17:33hTauroa Point
  • Ich kennen ihn zwar nicht persönlich und lege darauf keinen Wert, Es scheint findlich verbitterten Gardinenkleidchenknilch zu handeln, wenn er noch nicht einmal den Unterschied zwischen im Konsens sexuell liebenden Erwachsenen, und den jenseits irgend eines Konsens agierenden pädophilen und sexuell gestörten Glaubensgleichgesinnten in seiner gelovten Kirche zu unterscheiden vermag. Vielleicht ist das ein Resultat dessen, wenn sich Altersstarrsinn mit Wahn vermengt.

    ""Das Menschenbild der LGBT-Verbände "könnte nur mit Gewalt der ganzen Gesellschaft aufgedrängt werden bei der Zerstörung der Religions- und Gewissensfreiheit. ""

    So ist es doch aber mit dem selektiv ausgrenzenden, faschistoiden Menschenbild, das die Kirche aus der Glaubenslehre heraus vertritt, schon lange so. Und mit derart Gewalt ist die Sekte völlig einverstanden. Sie fragt nicht nach, ob der freie Mensch ihren Glauben wirklich braucht! Ganz zu schweigen von weltfremden Lebensvorgaben.

    ""Offenbar kenne der Jesuitenpater nicht "die biblische Lehre zu homosexuellen Handlungen und zur absoluten Verwerflichkeit der Schändung von Heranwachsenden""

    Die kennen aber ganz viele seiner Nebenbank-Knilche auch nicht, oder sie ist ihnen in just dem Moment egal, wo sie sich an Kinder und Jugendliche unverschämt heran machen. Wohl in dem Wissen darun, dass der "allmächtige Gott" den es nicht gibt, dem ganzen Grauen tatenlos beiwohnen wird und dies täte, würden sie Menschen fressen oder sich tote Schlangen hinten rein stecken, es wäre völlig gleich.
    Die Bibelstellen, welche sich zu "homosexuellen" Handlungen überhaupt mitteilen, könnte man auch einfach mal richtig übersetzen oder endlich zugeben, auf welchem der vergangenen Konzile man das so zurecht verändert hat.
    Aber geht man weit zurück in der Geschichte der Konzile, könnte man irgendwann auch die "Häretiker" rehabilitieren, nicht wahr?
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