Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?32458

Württembergische Landessynode

LSVD kritisiert evangelische Kirche

Die evangelische Kirche in Württemberg beharrt auf dem Segnungsverbot für Homo-Paare – als einzige Landeskirche Deutschlands. LGBTI-Aktivisten zeigen sich enttäuscht.


Die pittoresken evangelischen Kirchen in Württemberg wollen sich weiterhin nur an Heterosexuelle richten (Bild: Bildarchiv Stadt Böblingen)

Die Württembergische Evangelische Landessynode hat am Mittwochabend in Stuttgart über die Akzeptanz von gleichgeschlechtlichen Paaren beraten, aber keine Entscheidung getroffen. Landesbischof Frank Otfried July brachte zwar einen Gesetzentwurf zur Öffnung der Kirche für homosexuelle Paare, über den aber erst im Frühjahr 2019 entschieden werden soll und der von LGBTI-Aktivisten als bei weitem nicht ausreichend angesehen wird.

"Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) ist enttäuscht, dass auch ein Jahr nach der Öffnung der Ehe gleichgeschlechtliche Paare von kirchlichen Trauungen und öffentlichen Segnungen in der Evangelischen Landeskirche Württemberg ausgeschlossen bleiben", erklärte Brigitte Aichele-Frölich, ein Vorstandsmitglied des LSVD Baden-Württemberg. "Der aktuelle Antrag zu den Segnungsgottesdiensten ist nicht mehr als eine Farce, sind die vorgesehenen Hürden für gleichgeschlechtliche Paare doch so hoch, dass es de facto nur wenigen Paaren möglich sein wird, ihre Ehen in einem Gottesdienst segnen zu lassen. Traugottesdienste bleiben Lesben und Schwulen auch mit dem neuen Antrag verwehrt."

Der Entwurf sieht vor, dass öffentliche Segnungen von Homo-Paaren zwar erlaubt werden, allerdings zunächst in maximal einem Viertel der Gemeinden. Zudem müssen drei Viertel des Gemeinderates sowie der Pfarrer und der Oberkirchenrat zustimmen – eine Hürde, die Hetero-Paare nicht überwinden müssen.

Württemberg ist die homophobste Landeskirche in Deutschland


So sieht der evangelische Flickenteppich der Akzeptanz von Homo-Paaren gegenwärtig aus (Bild: HUK e.V.)

Württemberg ist derzeit die einzige der 20 evangelischen Landeskirchen, die eine öffentliche Segnung von Homo-Paaren grundsätzlich verbietet. Grund für das Verbot ist die starke Position von Pietisten, die sich unter anderem in der LGBTI-feindlichen Bewegung "Lebendige Gemeinde" organisieren – diese Gruppe lehnt mit Verweis auf die Bibel nicht nur die Gleichbehandlung Homosexueller ab, sondern propagiert sogar teilweise die "Heilung" von Homosexuellen.

Bereits bei der Synode vor einem Jahr hatten die Delegierten sowohl einen Antrag für die Trauung für alle als auch zur öffentlichen Segnung von Homo-Paaren abgelehnt (queer.de berichtete).

In mehreren anderen Landeskirchen ist dagegen bereits jetzt die Trauung für alle geöffnet worden – zuletzt fasste Oldenburg einen entsprechenden Beschluss (queer.de berichtete). (dk)



#1 QwertzuuiopüAnonym
  • 29.11.2018, 12:39h
  • Pfarrer und der Gemeinderat sollen abstimmen, bevor eine Partnerschaft gesegnet werden kann, weil es Homos sind. Wie kann man sich vom Grundgedanken des neuen Testaments eigentlich so weit entfernen, ohne es selbst zu merken?
  • Antworten » | Direktlink »
#2 swimniAnonym
  • 29.11.2018, 13:12h
  • die evangelische Württembergische kirche ist auch sonst gnadenlos als Arbeitgeber.

    in jeder hinsicht. das kommt von dem verbreiteten hässlichen hochmut, sich besonders nah bei dem sogenannten Gott zu wähnen.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 KetzerAnonym
  • 29.11.2018, 13:58h
  • Vor ein paar Jahren war ich mal bei einer Infoveranstaltung zum Thema Homosexualität und Religion im Schwulenreferat der örtlichen Uni.
    Einhellige Meinung war dort in der Diskussion, wer nicht möge, wie sich die Landeskirche des eigenen Wohnortes verhält, könne doch einfach in den Geltungsbereich einer anderen Landeskirche umziehen.

    Auf die Idee, den ganzen Zinnober gar nicht erst mitzumachen und aus der Kirche auszutreten, kam niemand.

    www.kirchenaustritt.de/
  • Antworten » | Direktlink »
#4 Homonklin44Profil
  • 29.11.2018, 14:38hTauroa Point
  • Ich verstehe ja noch nicht einmal, was man davon überhaupt hat, die Ehe müsste doch standesamtlich trotzdem anerkannt sein, mit allen Vor- und Nachteilen, die das da so geben kann.

    Aber dann ist auch manchmal nicht zu begreifen, was man sich da eigentlich erwartet oder erhofft.

    Dass die die in Zukunft alle ihre Glaubensgrundsätze umschreiben? Zudem werden sie von den Obersülzknilchen in Rom noch nicht mal als (r)echte Christen anerkannt.

    Wär mir alles viel zu blöd.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 Gerlinde24Profil
  • 29.11.2018, 15:01hBerlin
  • Die sind halt sehr konservativ, und, für die darf nicht sein, was nicht sein darf.
    Wie sagte doch Gorbi so schön:

    "Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben".

    Die sollen sich also nicht wundern, wenn immer weniger Schäfchen die Gottesdienste besuchen, und immer mehr aus dem Verein austreten.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 Gerlinde24Profil
#7 OuessaAnonym
  • 29.11.2018, 15:38h
  • ohne Worte ... das ist Württemberg
    § 9
    Ärgernis in der Gemeinde
    (1) Ein Gottesdienst nach § 2 Absatz 1 findet nicht statt, wenn seine Feier nach den bei den gleichgeschlechtlichen Ehe- beziehungsweise Lebenspartnerinnen oder den gleichgeschlechtlichen Ehe- beziehungsweise Lebenspartnern vorliegenden Verhältnissen be-
    gründetes Ärgernis in der Gemeinde erregen würde.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 Simon HAnonym
  • 29.11.2018, 16:34h
  • Wenn die evenagelische Kirche in Württemberg weiter Hass schüren will, statt die Liebe von Menschen zu akzeptieren, sollen sie das ruhig. Sie machen sich damit selbst obsolet.

    Wobei auch die anderen das natürlich nur machen, weil sie langsam merken, dass sie sich sonst selbst abschaffen...
  • Antworten » | Direktlink »
#9 kaweAnonym
  • 29.11.2018, 16:41h
  • Antwort auf #3 von Ketzer
  • Da hätte ich zu gern dabei sein mögen, denn diese Option ist heute noch nicht möglich bis auf wenige Ausnahmen. Wenn man z. B. in der Nähe einer landeskirchlichen Grenze lebt und sich da Überschneidungen ergeben. Vor vielen Jahren wollte ich das auch machen, die schwulenfreundlichen Landeskirchen lagen alle im Norden der Republik und ich hätte nicht glaubhaft machen können, dass ich mich mit einer speziellen Kirchengemeinde verbunden fühle und regelmäßig am Gemeindeleben hätte teilnehmen können*...
    Ich wollte sogar den Übertritt vor einem kirchlichen Verwaltungsgericht einklagen. Habe aber von keiner Seite Unterstützung bekommen, ein in Auftrag gegebenes juristisches Gutachten hat mir auch keine Hoffnung geben können...
    Da war das Maß ja noch nicht voll genug, aber irgendein Professor hat dann mit seinen Aussagen vor zwei Jahren das Fass zum Überlaufen gebracht und ich bin ausgetreten.
    Und das kann ich nur jedem aus der württembergischen Landeskirche raten und zitiere den Synodalen von der offenen Kirche Dr. Harald Kretschmer: Der neuerliche Antrag ist eine absolute Herabwürdigung der Homosexuellen! Und das dürfte doch für einen konsequenten Schritt reichen! Genug ist genug!!

    Über diese Landeskirche könnte ich im übrigen noch viel mehr Jauche gießen....

    *Heute sieht die Sache anders aus: die badische Kirche ist jetzt offen!
  • Antworten » | Direktlink »
#10 easykeyProfil
  • 29.11.2018, 22:20hLudwigsburg
  • Antwort auf #1 von Qwertzuuiopü
  • Neues Testament, altes Testament.....völlig egal. Fakt ist ganz einfach, dass sie mit "Untermenschen" oder Menschen "2. Wahl " nichts zu tun haben wollen. Das hat auch nichts mit Württemberg zu tun, die sind nur standhafter in ihrer Überzeugung.

    Wer als LGBTI-Mensch immer noch meint, diesem mafiösen Verein geistig uralter Menschen auch nur einen Cent hinterherwerfen zu müssen, macht sich m. E. unglaubwürdig.
  • Antworten » | Direktlink »