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Die AfD entlarvt
Homo-Orden für den CDU-Abgeordneten Axel Müller
Der Politiker aus dem baden-württembergischen Weingarten verteidigte in der Nacht zum Freitag mit einer emotionalen Rede die Ehe für alle – und die Demokratie.

Der CDU-Abgeordnete Axel Müller bei einer Rede im Deutschen Bundestag (Bild: Deutscher Bundestag / Achim Melde)
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30. November 2018, 07:18h 3 Min.
Ich selbst blieb erstaunlich ruhig, als ich die Rede des AfD-Abgeordneten Thomas Ehrhorn am Freitagfrüh gegen 0.40 Uhr im Deutschen Bundestag hörte, zu sehr habe ich mich wohl schon an die homofeindliche Hetze im Parlament gewöhnt. Der Rechtsaußenpolitiker kaperte die abschließende Beratung eines eher unumstrittenen Begleitgesetzes zur Ehe für alle, das vor allem redaktionelle Anpassungen u.a. im Abgabenrecht vorsieht, um gegen die Gleichstellung von Lesben und Schwulen zu wettern.
Ehrhorn, der bereits im Oktober vor dem "Volkstod" durch die Eheöffnung warnte, sah erneut den "Fortbestand unserer Nation" gefährdet und warf lesbischen und schwulen Paaren vor, keine "Leistungen für die Gesellschaft" zu erbringen. Den schwulen SPD-Politiker Johannes Kahrs griff der AfD-Politiker persönlich an: "Herr Kahrs, schließen Sie sich doch mal am nächsten Wochenende mit Ihrem Mann im Schlafzimmer ein und versuchen Sie mal, neues Leben zu zeugen. Wenn Ihnen das gelungen ist, dann lassen Sie es mich wissen, ich werde dann öffentlich alles zurücknehmen, was ich je zu diesem Thema gesagt habe."
Die Probleme der AfD mit der Demokratie
Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki (FDP) distanzierte sich prompt von Ehrhorns Rede: "Auch die AfD muss zur Kenntnis nehmen, dass die Ehe für alle Gesetz ist und dass wir gewohnt sind, uns an Gesetze zu halten." Noch deutlicher wurde der CDU-Abgeordnete Axel Müller, der eigentlich geplant hatte, seine folgende Rede – wie die meisten Kollegen – wegen der späten Stunde zu Protokoll zu geben. Doch die völkischen Töne der AfD hielten ihn einfach nicht auf dem Sessel.
"Sie akzeptieren eine demokratische Beschlusslage nicht", konterte Müller, der als direkt gewählter Abgeordneter im Wahlkreis Ravensburg erst seit 2017 im Bundestag sitzt. "Sie, die das ganze Jahr von Disziplin und Ordnung sprechen, sind offensichtlich nicht in der Lage, demokratische Spielregeln zu akzeptieren."
"Mein Großvater war im KZ"
Nach nicht enden wollenden Zwischenrufen wurde der CDU-Politiker und Jurist aus dem baden-württembergischen Weingarten noch deutlicher: "Mein Großvater war im KZ. Und der hat mir eins mitgegeben: Wenn diese Kräfte wieder in ein Parlament einziehen, verteidige die Demokratie mit allem, was du hast, notfalls mit deinem Leben!"
Das mag sehr pathetisch klingen, mich hat es berührt. Weil Axel Müller die AfD nicht verharmlost, sondern dort einordnet, wo sie auch politisch steht – statt den Themen der rechtsextremen Partei hinterherzulaufen. Weil er als CDU-Politiker deutlich gemacht hat, dass Homophobie keine Meinung, sondern eine echte Gefahr für die Demokratie ist – und damit indirekt auch seine Parteifreunde Kramp-Karrenbauer und Karliczek kritisiert.
Mehr Axel Müllers können der Union nur guttun! Aus diesem Grund erhält der 55-Jährige unseren Homo-Orden!
Links zum Thema:
» Video der Debatte im Deutschen Bundestag
» Das beschlossene Begleitgesetz zur Ehe für alle















Und die Rede von Müller war sehr gut und eigentlich die Beste, die ich je von einem CDU Politiker im Bundestag gehört habe, wenn es um das THEMA der Rechte homosexueller Menschen geht. Bisher kamen solche guten Reden immer von Grünen, SPD, Linkspartei und FDP. Diesmal war es in dieser Debatte die CDU mit der besten Rede, die schonungslos die völkisch-nationalistische Haltung der AfD offengelegt hat.
Es ist gut, wenn die AfD diesmal richtig seitens der CDU vorgeführt wurde, denn damit ist auch klar, daß die AfD keine der anderen Parteien "zu sich" herüber ziehen kann, wenn es sich um LSBTI Themen handelt und das ist gut so.