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Bayreuth

Mann missbrauchte 14-Jährigen: 18 Monate Bewährung

Ein 29-Jähriger aus Oberfranken, der 2015 mit einem Jugendlichen ohne dessen Einverständnis Oralsex hatte, schlittert knapp an einer Haftstrafe vorbei.


  • 30. November 2018, 15:16h, noch kein Kommentar

Das Landgericht in Bayreuth hat nach einem Bericht der "Frankenpost" am Donnerstag in einem Berufungsprozess einen heute 29-jährigen Mann zu einer Bewährungsstrafe von eineinhalb Jahren verurteilt, weil er vor rund vier Jahren einen damals 14-Jährigen sexuell missbraucht hatte. Der Angeklagte aus dem Landkreis Kulmbach muss außerdem 200 Stunden gemeinnützige Arbeit ableisten. Das Urteil fiel milder aus als die Bewertung des Amtsgerichts vor wenigen Monaten, das den Angeklagten wegen Vergewaltigung zu zwei Jahren und zwei Monaten Haft verurteilt hatte.

Der Mann und der Jugendliche waren bereits seit 2013 wegen eines gemeinsamen Hobbys befreundet. Anfang 2015 übernachtete der 14-Jährige in der Wohnung des Angeklagten. Als die beiden im selben Bett schliefen, initiierte der Mann Oralsex an dem Jugendlichen. Der Junge zeigte den Mann aber erst rund 18 Monate später bei der Polizei an, nachdem die Freundschaft zerbrochen war.

Spätes Geständnis wurde strafmildernd bewertet

Der Angeklagte hatte zunächst ausgesagt, er habe an jenem Abend den Eindruck gehabt, dass der Junge wach war und als passiver Sexualpartner den Oralverkehr gebilligt habe. Dem widersprach der Jugendliche vehement im ersten Verfahren.

In der Berufungsverhandlung bat der Richter den Angeklagten, den Jungen nicht der Tortur einer zweiten Befragung auszusetzen. Nur so könne der Mann bei einem erneuten Schuldspruch mit einer Bewährungsstrafe rechnen und müsse nicht ins Gefängnis. Daraufhin gab der Angeklagte zu, dass er ausgenutzt habe, dass der Junge eingeschlafen sei.

Das Opfer habe laut seinem Anwalt auch Anzeige erstattet, weil der Mann als Pädagoge tätig sei, der mit Jugendlichen in Kontakt kommt. Nach einer Verurteilung dürfe er nicht mehr in diesem Job arbeiten. Eine Gefängnisstrafe wünsche sich der Jugendliche aber nicht unbedingt. Nach dem Geständnis sprachen sich daher sowohl die Anwälte des Jungen und des Angeklagten als auch die Staatsanwaltschaft für eine Freiheitsstrafe auf Bewährung aus. (cw)