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Mitgliederversammlung

Berlin-Brandenburg: LSVD-Mitglieder stimmen für Videoüberwachung

Vor LGBTI-Gedenkstätten und an Kriminalitätsschwerpunkten sollen nach dem Willen der LSVD-Mitglieder Videokameras installiert werden.


Mehr Kameras für die Hauptstadt? Die Mehrheit der LSVD-Mitglieder hält das für notwendig (Bild: R/DV/RS / flickr)

Die Mitglieder des Lesben- und Schwulenverbands Berlin-Brandenburg sprechen sich mehrheitlich für eine Videoüberwachung von LGBTI-Denkmälern und Kriminalitätsschwerpunkten in der Szene aus. Die LGBTI-Organisation stellte die Ergebnisse der Umfrage bei ihrer Mitgliederversammlung am Donnerstagabend vor.

Demnach befürworteten 76 Prozent der LSVD-Mitglieder, an Gedenk- und Erinnerungsorten Sicherheitskameras anzubringen. 24 Prozent waren dagegen.

In den letzten Jahren war es an diesen Orten in der Bundeshauptstadt immer wieder zu Vandalismus gekommen. Erst Anfang Oktober wurde etwa das Mahnmal für im Nationalsozialismus verfolgte Homosexuelle im Tiergarten von Unbekannten beschädigt (queer.de berichtete). Zwei Wochen später gab es Beschädigungen an den beiden Gedenktafeln für die erste homosexuelle Emanzipationsbewegung am Magnus-Hirschfeld-Ufer direkt gegenüber dem Bundeskanzleramt (queer.de berichtete).

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Knappes Ergebnis bei Kriminalitätsschwerpunkten

Weit knapper fiel das Ergebnis aus bei der Frage der Videoüberwachung an Kriminalitätsschwerpunkten, an denen Menschen wegen ihrer sexuellen oder geschlechtlichen Identität Opfer von Gewalt werden. Hier stimmten lediglich 52 Prozent der LSVD-Mitglieder für eine Videoüberwachung, 48 Prozent hielten diesen Schritt für nicht notwendig.

Im Bereich der Hasskriminalität gegen die sexuelle oder geschlechtliche Identität wurden für Berlin in den ersten drei Quartalen des Jahres 2018 insgesamt 105 Vorfälle polizeilich erfasst, darunter 30 Gewaltdelikte (queer.de berichtete). Die Aufklärungsquote liegt derzeit bei 43 Prozent.

Der LSVD-Vorstand sieht in der Abstimmung allerdings kein eindeutiges Mandat für die Videoüberwachung von Kriminalitätsschwerpunkten. Das Thema wurde bei der Mitgliederversammlung kontrovers diskutiert.

Der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg ist nach eigenen Angaben mit etwa 700 Mitgliedern nach dem Lesben- und Schwulenverband Nordrhein-Westfalen mit über 1.000 Mitgliedern die mitgliedsstärkste regionale LGBTI-Organisation in Deutschland.

Bereits vergangenes Jahr hatte sich Stefan Evers, der offen schwule Generalsekretär der Hauptstadt-CDU, in einem queer.de-Gastkommentar für eine verstärkte Videoüberwachung ausgesprochen, um homo- und transphobe Gewalt zu bekämpfen. (pm/dk)



#1 Bonifatius49Anonym
  • 01.12.2018, 11:47h
  • Traurig das sich die Lage in den Großstädten verschlechtert...

    Hier auf dem Lande in den Dörfern, Kleinstädten und Mittelstädten in Niedersachsen, in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen merkt man dies bisher nicht, wie mir viele meiner schwulen Freunde und Bekannten schildern sowie ich selbst feststelle.

    Aber die Berichte aus Berlin, aus dem Ruhrgebiet und anderen Großstädten sind schon sehr erschreckend und verstörend. Das gab es in diesem Ausmaß in den 1990er und 2000er nicht.

    Und nun kann deswegen Ursachenforschung betrieben werden, warum dies in den Großstädten der Fall ist. Aber bestreiten lässt sich diese Wahrnehmung von mir nicht. Aber das zeigt auch die Abstimmung, wie die Mehrheit der LSBTI-Personen in den Großstädten mittlerweile verunsichert ist, das Sie Videoüberwachungen an Kriminalitätsschwerpunkten für richtig erachten.
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#2 TheDadProfil
  • 01.12.2018, 13:12hHannover
  • Antwort auf #1 von Bonifatius49
  • ""Hier auf dem Lande in den Dörfern, Kleinstädten und Mittelstädten in Niedersachsen, in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen merkt man dies bisher nicht, wie mir viele meiner schwulen Freunde und Bekannten schildern sowie ich selbst feststelle.""..

    Man merkt vor allem nicht, was man einfach nicht wahrnehmen WILL !

    Das ist Dein vornehmlichstes Problem !

    Denn wir alle hier als User und Mitleser erinnern uns noch sehr gut an die mehr als Ein Dutzend in Teilen rassistisch gefärbten Kommentare von Dir, in denen Du immer wieder darauf hingewiesen hast, das Dir "Freunde und bekannte" immer wieder berichtet hätten, wie sie von ""arabischen jung-männer-horden" und "jung-türken-banden" angespuckt und beleidigt worden seien..

    Wenn das keine solchen Eskalationen der Lage sind, dann bin ich mal sehr gespannt, wie Du eigentlich den Begriff
    "homo-und transphobe Übergriffe"
    beschreibst ?
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#3 FüchsleinAnonym
  • 03.12.2018, 09:20h
  • Kameras helfen nicht gegen Verbrechen. Sie helfen höchstens bei der nachträglichen Verfolgung... wenn die Täter dumm genug waren.

    Aufklärung, Sichtbarkeit und Diskussionen sind und bleiben die wichtigsten Werkzeuge gegen Hass.

    Aber manchmal gibt eine Kamera ein besseres Gefühl... ist auch was wehrt.
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