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Schutz gegen HIV

Erste Krankenkasse will PrEP-Kosten übernehmen

Pünktlich zum Welt-Aids-Tag kündigt die DAK-Gesundheit an, eine wichtige Vorreiterrolle in der HIV-Prävention übernehmen zu wollen.


Laut Schätzung des Bundesgesundheitsministeriums nehmen bereits jetzt 6.000 Personen in Deutschland die Prä-Expositionsprophylaxe auf eigene Kosten ein

Die DAK-Gesundheit beabsichtigt, künftig die Kosten für die sogenannte PrEP zu übernehmen. Das gab die drittgrößte deutsche Krankenkasse mit Sitz in Hamburg am Freitag, am Vorabend des Welt-Aids-Tags, in einer Pressemitteilung bekannt. Der Verwaltungsrat der Krankenkasse will demnach eine neue Satzungsleistung für die PrEP beschließen.

Bei der PrEP handelt es sich um eine medikamentöse HIV-Prophylaxe, die bei vorgesehener Einnahme eine Infektion verhindert – täglich eine Tablette oder anlassbezogen mehrere Tabletten rund um einen bestimmen Termin herum (Infos). Im Zentrum stehen Arzneistoffe, die als HIV-Medikamente lang erprobt sind, aber auch vorbeugend eingesetzt werden können.

Die Deutsche AIDS-Hilfe begrüßt den ersten Vorstoß einer großen gesetzlichen Krankenkasse in dieser Richtung. Die DAK-Gesundheit übernehme damit eine wichtige Vorreiterrolle in der HIV-Prävention. Details und einen Zeitpunkt zur Kostenmitteilung nannte die entsprechende Pressemitteilung allerdings noch nicht.

"Neue Schutzmethoden fördern"

"Allen Aufklärungskampagnen zum Trotz wird die Zahl der HIV-Neuinfektionen in Deutschland nicht wesentlich kleiner. Deshalb müssen wir neue Schutzmethoden fördern", erklärte Andreas Storm, Vorstandsvorsitzender der DAK-Gesundheit. Mit der PrEP werde der Einzelne "vor einer HIV-Infektion bewahrt und unsere Versichertengemeinschaft vor den damit verbundenen Folgekosten", betonte der Verwaltungsratsvorsitzende der DAK-Gesundheit, Dieter Schröder. Pro Jahr koste die medikamentöse HIV-Prophylaxe 800 Euro, eine HIV-Therapie hingegen meist im Schnitt 20.000 Euro.

"Die 'PrEP' wird das Kondom nicht ersetzen. Das Kondom bleibt für die meisten Menschen das einfachste Mittel, sich vor HIV zu schützen, und reduziert das Risiko anderer Geschlechtskrankheiten. Aber manche Menschen brauchen die medikamentöse Prophylaxe, um sich nicht zu infizieren", erklärte Silke Klumb, Geschäftsführerin der Deutschen AIDS-Hilfe. "Wenn jetzt eine große deutsche Kasse hier einen Vorstoß unternimmt, kommt ihr damit in der HIV-Prävention eine wichtige Vorreiterrolle zu."

Die Deutsche AIDS-Gesellschaft befürwortet eebenfalls die DAK-Pläne: "Ein regulärer Zugang bewahrt Menschen davor, die 'PrEP' auf eigene Faust ohne entsprechendes Monitoring anzuwenden", betonte Prof. Dr. Georg Behrens, Präsident der Deutschen AIDS-Gesellschaft. Die PrEP-Substanzen können auch unerwünschte Wirkungen auslösen und dürfen deshalb ohne ärztliche Begleitung und regelmäßige Kontrolluntersuchungen nicht eingenommen werden. Insbesondere bei eingeschränkter Nierenfunktion ist Vorsicht geboten.

Vor einigen Monaten hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) angekündigt, dass die PrEP Kassenleistung werden soll (queer.de berichtete). Derzeit läuft das Gesetzgebungsverfahren, bei dem unter anderem von einigen Ländern geplante Einschränkungen im Bundesrat keine Mehrheit fanden (queer.de berichtete). Die Neuregelung könnte bereits im Frühjahr 2019 in Kraft treten. Bei eigener Kostenübernahme ist die PrEP bereits per Privatrezept erhältlich. (pm/cw)



#1 Patroklos
#2 FortschrittAnonym
  • 30.11.2018, 20:21h
  • Klasse! Da hat es eine Krankenkasse kapiert: Lieber 800 Euro im Jahr für die Prophylaxe bezahlen, als 20.000 Euro jährlich für ein ganzes Leben.

    Auch wenn ich die PrEP für mich nicht in Anspruch nehmen werde, aber als DAK-Mitglied (und Beitragszahler) freue ich mich. Und es freut mich für die Menschen, für die die PrEP die bessere Möglichkeit zum Schutz vor einer Infektion bietet.
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#3 TimonAnonym
  • 01.12.2018, 12:41h
  • Eine sehr vernünftige Entscheidung.

    Die lebenslange Therapie HIV-Positiver ist viel teurer als Vorsorge.

    Deswegen ist das nicht nur menschlich, sondern auch wirtschaftlich geboten.
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