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Polizeibericht

Berlin: Denkmal für verfolgte Homosexuelle beschmiert

Erneut wurde die Scheibe des Betonquaders im Tiergarten Ziel von Vandalismus. Der Staatsschutz hat Ermittlungen übernommen.


Das Mahnmal wird immer wieder Zielscheibe von Vandalismus (Bild: Sabine Hauke)

Unbekannte haben am frühen Samstagmorgen das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen im Berliner Tiergarten beschädigt. Wie die Berliner Polizei mitteilte, habe ein Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes gegen 7 Uhr die Polizei in die Ebertstraße alarmiert, nachdem er den Vandalismus an dem Denkmal festgestellt hatte. Der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt übernahm die Ermittlungen.

Nach Auskunft der Polizei gegenüber queer.de hatten die oder der Täter das Sichtfenster zur Video-Installation mit schwarzer Farbe beschmiert, so dass Besucher diese derzeit nicht mehr sehen können. Das Video zeigt in Endlosschleife sich küssende Männer- und Frauenpaare, die von Gerald Backhaus gemeinsam mit Bernd Fischer und Ibrahim Gülnar gefilmt wurden.

Erst vor vier Wochen war das Denkmal beschädigt worden, nachdem Unbekannte den Schriftzug "HIV" unterhalb der Sichtscheibe des Mahnmals angebracht hatten (queer.de berichtete). Der Berliner LSVD hatte daraufhin Anzeige erstattet und die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, die für die Instandhaltung Sorge trägt, um die zwischenzeitlich erfolgte Schadensbeseitigung gebeten. Die Tat sei "niederträchtig und verabscheuenswert", kommentierte der LSVD damals bei Facebook. "Vandalismus ist keine Bagatelle."

Drei Beschädigungen in vier Wochen

Das Denkmal schräg gegenüber des großen Denkmals für die ermordeten Juden Europas war im Mai 2008 eingeweiht worden, errichtet auf Beschluss des Deutschen Bundestages nach einem Entwurf des Künstlerduos Michael Elmgreen und Ingar Dragset. Es soll die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus ehren und zugleich "ein beständiges Zeichen gegen Intoleranz, Feindseligkeit und Ausgrenzung gegenüber Schwulen und Lesben setzen". Zum zehnten Jahrestag des Denkmals hatte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Anfang Juni das Denkmal besucht und eine viel beachtete Rede gehalten (queer.de berichtete).

Im Laufe der letzten Jahre war das Mahnmal mehrfach beschädigt worden, vor allem im ersten Jahr wurde die Scheibe zur Videoprojektion mehrfach zerschlagen oder zerkratzt. Auch an anderen Orten Berlins war es immer wieder zu Vandalismus an LGBTI-Gedenkorten gekommen, etwa an der Gedenktafel für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen am U-Bahnhof Nollendorfplatz. Auch Infotafeln und eine Kunstinstallation, die am Magnus-Hirschfeld-Ufer in der Nähe des Bundeskanzleramts an die weltweit erste homosexuelle Emanzipationsbewegung und ihren Vorkämpfer erinnern sollen, wurden mehrfach willentlich beschädigt – zuletzt vor zwei Wochen (queer.de berichtete).

In dieser Woche gab der LSVD Berlin-Brandenburg bekannt, dass sich seine Mitglieder in der Mehrheit dafür aussprechen, in der Hauptstadt LGBTI-Mahnmale sowie Kriminalitätsschwerpunkte in der Szene durch Videokameras überwachen zu lassen (queer.de berichtete). (nb)



#1 PeerAnonym
  • 02.12.2018, 14:20h
  • Und solche (leider immer wiederkehrenden) Taten irgendwelche durchgeknallten Psychopathen sind der Grund dafür, dass Videoüberwachung an solchen Orten leider nötig ist.

    Noch viel wichtiger wäre natürlich, das Gedankengut, das zu solchen Taten führt, zu bekämpfen. Z.B. indem es an Schulen mehr Aufklärung und Förderung von Akzeptanz gibt. Aber das scheitert ja leider bisher an der Politik.
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