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Polizeimeldung

Berlin-Moabit: Schwules Paar angegriffen und verletzt

Die wegen Händchenhaltens zunächst homophob beleidigten Männer erlitten einen Nasenbeinbruch und weitere Verletzungen. Den "aggressiven Schläger" musste die Polizei vor Ort fesseln.


Die Berliner Polizei macht mögliche homo- und transfeindliche Hintergründe von Straftaten gezielt publik (Bild: Sebastian Rittau / flickr)

  • 2. Dezember 2018, 15:42h 22 3 Min.

In Berlin ermittelt der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt nach einer mutmaßlich homophob motivierten Attacke auf zwei junge Männer, die dabei verletzt wurden. Wegen des Verdachts der homophoben Beleidigung und Körperverletzung müsse sich ein Mann verantworten, der am frühen Sonntagmorgen zwei Männer in Moabit angegriffen und geschlagen habe, berichtete die Polizei am Sonntagnachmittag.

Nach Auskunft der beiden Betroffenen im Alter von 22 und 26 Jahren hätten sie gegen 6.30 Uhr händchenhaltend die Kreuzung an der Ecke Beussel- und Turmstraße überquert. Ein 30-jähriger Mann habe sie daraufhin homophob beleidigt. Nach Angaben der dpa sagte der Mann unter anderem: "Schwule Säue, wegen euch geht die Welt zugrunde."

Nach einem kurzen Wortwechsel sei der Tatverdächtige auf die beiden Männer zugegangen und habe dem 22-Jährigen mit der Faust in das Gesicht geschlagen, so der Polizeibericht weiter. Daraus sei ein Gerangel entstanden, bei dem der Pöbler auch dem 26-Jährigen in das Gesicht geschlagen und dessen Brille beschädigt haben soll.

"Die von Zeugen alarmierten Polizisten konnten den aggressiven Schläger nicht beruhigen und mussten ihn fesseln", so die Pressemitteilung der Polizei weiter. Ein Atemalkoholtest habe einen Wert von rund einer Promille ergeben. Anschließend kam der Tatverdächtige wegen einer Blutentnahme und erkennungsdienstlichen Behandlung zu einer Polizeidienststelle.

Der 22-Jährige erlitt bei dem Angriff einen Nasenbeinbruch und musste zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus. Sein Begleiter erlitt eine Platzwunde im Gesicht, die ambulant behandelt wurde. Wie bei Erstmeldungen üblich, machte der Polizeibericht zunächst keine weiteren Angaben zum mutmaßlichen Täter und den beiden Angegriffenen.

Anders als in anderen deutschen Städten werden mögliche homo- oder transfeindliche Hintergründe von Straftaten gezielt in den Polizeiberichten Berlins publik gemacht. Die Polizei und Staatsanwaltschaft der Hauptstadt besitzen eigene Ansprechpartner für LGBTI.

Mindestens 30 Gewaltdelikte gegen LGBTI bis Ende September

Nach kürzlich vorgestellten vorläufigen Zahlen wurden von der Berliner Polizei im Bereich der Hasskriminalität aufgrund sexueller Orientierung oder geschlechtlicher Identität in den ersten drei Quartalen diesen Jahres insgesamt 105 Fälle statistisch erfasst, darunter 30 Gewaltdelikte (queer.de berichtete). Die Tatorte lagen hierbei vorwiegend in den Bezirken Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg, Neukölln und Tempelhof-Schöneberg; wie bereits frühere Untersuchungen zeigten, haben die Tatverdächtigen die unterschiedlichsten Hintergründe. Im Vergleichszeitraum waren 2017 139 Fälle registriert worden. Die Zahl beinhaltet Nachmeldungen und ist daher nur begrenzt vergleichbar.

Am Wochenende musste die Hauptstadt-Polizei bereits vermelden, dass das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen im Berliner Tiergarten erneut zur Zielscheibe von Vandalismus wurde (queer.de berichtete). (nb/pm)

ergänzt um Zitat des Angreifers aus dpa-Meldung

#1 seb1983
#2 MerkurAnonym
  • 02.12.2018, 18:31h
  • Ich fahre täglich durch die halbe Stadt, um in Moabit meine Brötchen zu verdienen. Es vergeht kaum ein Tag, an dem mir nicht von anderen Fahrgästen der öffentlichen Verkehrsmittel, Passanten im Vorübergehen oder sonstiger Situationen "Du schwule Sau", "Sofort Erschiessen", "Der gehört vergast", "Verdammte Schwuchtel", "Schwein" oder einfach nur "Pfui" mehr oder weniger laut zugerufen wird.
    In Moabit ist dies nicht grundlegend anders als in jedem anderen x-beliebigen Stadtteil.
    Dieser Hass hat sich in den letzten Jahren verschärft und hat sich in der Mitte der ganzen Gesellschaft breite Bahn gebrochen- nicht nur bei Migranten und Rechtsradikalen.
    Den Opfern der Gewalttat von dieser Stelle aus baldige Genesung!
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#3 seb1983
  • 02.12.2018, 20:12h
  • Antwort auf #2 von Merkur
  • Wie hält man sowas jeden Tag aus??

    Bist mal ein Wochenende eingeladen in die älteste Stadt Deutschlands. Hier verdreht man gerne mal den Kopf, aber das Maul bekommt der Trierer ohnehin nie auf.
    Zusätzlich gibts einiges zu sehen was ihr in Berlin nicht habt. Neben der Porta Nigra z.B. einen Mc Donalds komplett ohne Security.
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